„Werden Daten in völlig anderen Sphären nutzen“.

Jürgen Schmidt führte am Werbeplanung.at-Summit vor Augen, was mit Big Data und Artifical Intelligence in Zukunft alles möglich sein wird.

Jürgen Schmidt, Geschäftsführer strg.at, ist bekennender Data Sciene-Fan und fundierter Daten-Analyse-Kenner. © Markus Wache

Seine Passion mit dem Thema Data Science teilte Jürgen Schmidt, Geschäftsführer strg.at, bei seinem Impulsvortrag A brief little History of Data-Science am zweiten Tag des Werbeplanung.at-Summits mit dem gespannten Auditorium. Das Fazit seines Blicks in die Vergangenheit und auch in die Zukunft: „Wir werden Daten in völlig anderen Sphären nutzen und generieren.“  

Leben in aufregende Zeiten 

Schmidt begann mit der Entstehung der Wahrscheinlichkeitsrechnung und spannte den Bogen bis hin zu den rasanten Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit: „Seit Jahrhunderten wird darüber nachgedacht, wie wir Relevanz generieren. Wir sind heute in der glücklichen Situation, dass wir die Ersten sind, die das breit einsetzen können.“ Als Beispiel brachte er eine der größten Errungenschaften von Apple: „Als das iPhone1 2007 auf den Markt gekommen ist, hatte es die Rechenleistung der gesamten Computeranlage an Bord, die verwendet wurde, um den ersten Mondflug zu generieren.“ Der strg.at-Geschäftsführer weiter: „Jetzt sind die heutigen Smartphones bereits 16.000 Mal schneller.“ In seiner Beschäftigung mit den Datenwissenschaften kristallisiere sich klar heraus: „Es wird sich nie mehr so langsam verändern wie heute, alles wird immer schneller.“  

Big Data is king 

Der Schlüssel zu der richtigen Verwendung von Daten ist für Schmidt Big Data bzw. Artifical Intelligence. Er räumte dabei aber mit einem großen Missverständnis auf: „Big Data hat mit der Größe der Datenmenge nichts zu tun. Die Definition liegt in der Komplexität, der Schnelllebigkeit und der Struktur.“ So könne man oft mit wenigen Datensätzen sehr gezielte Aussagen machen. Oft würden dafür nur jene Daten reichen, die öffentlich verfügbar sind, weiß der strg.at-Geschftsführer. Er brachte dafür die Disastermap von Facebook aufs Tableau, die vollständig automatisierte geografische Angaben zu weltweiten Katastrophen macht – „und das nur mit den Daten, die wir alle auf Facebook hinterlassen“.  

Schmidts anderes Beispiel zeigte aber auch ganz konkret, wie schwierig es ist, Persönliches vor Big Data zu verstecken. So versuchte eine Amerikanerin, ihre Schwangerschaft vor der Online-Welt zu verheimlichen: „Sie hat ihr Facebook-Konto stillgelegt, und alles mit Bargeld eingekauft - es war extrem aufwändig. Letztendlich musste sie bei ihrem Versuch eine ähnliche Strategie wie beim Verheimlichen von Verbrechen anwenden“, so der Data Science-Experte. Für Schmidt sind Kreditkartenfirmen in diesem Zusammenhang Horte des Wissens, denn „bereits mit einem einzelnen Datensatz kann man feststellen, dass zum Beispiel eine Ehe kriselt. Dazu muss einer der Partner nur auf einer Online-Datingplattform anmelden und den Mitgliedsbeitrag mit der Karte zahlen.“  

Qualität der Daten muss stimmen 

Auch wenn die Welt technisch schon weit gediehen sei, brauche es aber „abartig viel Technologie“ und Hirnschmalz für den richtigen Einsatz von Data Science, weiß Schmidt. Wie komplex es zum Beispiel ist, Fake News automatisiert zu erkennen, erklärte der strg.at-Geschäftsführer exemplarisch an gefälschten Bildern: „Damit ein Algorithmus erkennt, dass ein Bild manipuliert wurde, braucht er 50.000 richtige Bilder als Grundlage.“  

Seine Erkenntnis aus der Beschäftigung mit Daten: „Das wesentlichste Attribut ist immer die Qualität der Daten. Wenn die Daten im weitesten Fall aber nur auf Annahmen beruhen, kann man nicht wirklich eine Aussage treffen – trotzdem wird es oft gemacht.“ Am Ende seines Impuls-Vortrages gab Schmidt dem Auditorium einen Rat mit: „Man kann Daten ganz gezielt nutzen, um aus der Überbordung der unzähligen Nachrichten herauszukommen und seine Botschaften anbringen. Wenn man es gut macht, dann gibt es schnell Erfolgserlebnisse.“ 

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