Vier österreichische Case Studies für AR und VR im Marketing.

Österreichische Experten zeigten auf dem Werbeplanung.at Summit 2017, wie Augmented und Virtual Reality der Marketingbranche helfen können.

© Markus Wache

Virtual und Augmented Reality gelten als zwei der größten Tech-Themen unserer Zeit. Der Umsatz mit VR und AR-Brillen soll in den kommenden Jahren stark wachsen, große Teile der österreichischen Bevölkerung sehen darin Potenzial. Videospiele und Filme sind dabei freilich ein starker Treiber – doch auch für Werbung und Marketing können VR und AR genutzt werden. Unter der Moderation von Daniela Kraus (Virtual/Augmented Reality Association Austria) wurden dazu am Werbeplanung.at Summit 2017 vier österreichische Case Studies präsentiert. 

1. ÖAMTC Fahrtechnik 

Die ÖAMTC Fahrtechnik, wo Autofahrer ihr Fahrverhalten verbessern können, setzt gleich in mehrerlei Hinsicht auf Virtual Reality. Erstens wurde gemeinsam mit Samsung ein Projekt durchgeführt, bei dem Autofahrer mittels VR-Brille vermittelt bekommen, wie gefährlich die Ablenkung durch ein Smartphone im Auto sein kann. Zweitens gibt es einen VR-Simulator als Ergänzung zum realen Training, bei dem spezielle Situationen simuliert werden – etwa, wenn der Fahrer in einem Einsatzfahrzeug fährt und somit besondere Regeln für ihn gelten. Drittens verwendet der Vertrieb VR-Brillen, um zu vermitteln, was der Fahrer in einem Fahrtechnik-Training lernen kann.  

Das Projekt mit Samsung wurde in nur einem Monat umgesetzt; dabei mussten auch Themen wie die „Simulator Sickness“, wie sie manchmal bei VR-Brillen auftaucht, überwunden werden. Der Kostenaufwand ist laut ÖAMTC überschaubar, daher werde man noch mindestens vier weitere VR-Projekte umsetzen. 

2. Jede Dose zählt / Ecker & Partner 

Ecker & Partner hat für Ball Beverage Packaging Europe ein Projekt umgesetzt, das die Awareness für das Recycling von Aluminiumdosen stärken soll; so soll die Umwelt geschützt und Energie gespart werden. In einem Virtual Reality-Spiel müssen die Spieler Dosen in die richtigen Mistkübel werfen – eine Verknüpfung zwischen Gamification und moderner Technologie also. Der Neuigkeitswert des Angebots führt dazu, dass Menschen auf öffentlichen Veranstaltungen die Lösung gerne ausprobieren und nach dem Spiel bleiben, um sich näher über das Thema Recycling zu informieren. 

Ein Rollout in weiteren Ländern ist geplant. Zusätzlich ist es denkbar, dass aufklärende Videos – etwa dazu, wie eine Alu-Dose hergestellt wird – und Marketing-Videos in Virtual Reality produziert werden. 

3. Österreichische Post 

Genau auf das Thema Video setzt man auch bei der Österreichischen Post. Hier wurde ein Film in 360 Grad-Perspektive produziert, der einen Eindruck von den „Wohlfühl-Filialen“ der Post vermittelt – Filialen, in denen es Couches in den Wartezonen, inklusive gratis WLAN, sowie andere Goodies gibt. Für das Projekt war ein knapper Monat Zeit nötig. 

Nun denkt man bei der Österreichischen Post darüber nach, VR-Brillen auch in den Filialen selbst zur Verfügung zu stellen – um die Wartezeit für die Kunden kurzweiliger zu gestalten. 

4. ViewAR / Bang & Olufsen 

Das 17köpfige Team von ViewAR aus Wien beschäftigt sich nun seit fünf Jahren mit Augmented Reality – unter anderem bietet man Lösungen für den eCommerce, wo die Unternehmen oft mit teuren und aufwändigen Rücksendungen zu kämpfen haben. Für Bang & Olufsen haben die Wiener eine AR-App entwickelt, mit der die Kunden die Luxusprodukte virtuell in ihren Wohnzimmer platzieren können; dadurch haben sie eine bessere Vorstellung dazu, ob der Fernseher oder die HiFi-Anlage wirklich zu ihnen passt. 

Das Projekt hat einen sechsstelligen Euro-Betrag gekostet und sich laut Bang & Olufsen in nur einer Woche nach dem Launch der App amortisiert. Gemessen wurde unter anderem eine 75prozentige Imagesteigerung und 33 Prozent Sales-Steigerung. Auch die Rücksendungen wurden merklich gesenkt. In Zukunft, so heißt es von ViewAR, wird die Technologie wohl noch weiter genutzt – erstens, weil die Produktion auch für KMU immer erschwinglicher wird, zweitens durch immer bessere neue Produkte, wie etwa Microsofts AR-Brille HoloLens. 

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