Medienkompetenz und journalistische Sorgfalt .

Fake-News sind aktuell breit diskutiert - auch am Werbeplanung.at Summit. Experten diskutierten Definitionsproblematiken und Lösungsansätze.

Katharina Schell, Mitglied der APA-Chefredaktion, ist überzeugt, dass Qualitätsjournalismus letztendlich über Fake News siegen wird. © Markus Wache

Eingans skizzierte Katharina Schell, Mitglied der Chefredaktion APA, ihren Zugang zum Thema „Fake-News“. Für Schell sei der Begriff schwierig, man müsse sich Gedanken darüber machen worüber wir wirklich sprechen und eine Definition finden.

Ihr Appell ist mehr Sorgfalt auch in der Wortwahl zu verwenden. Ebenso seien Fake-News keine klassischen Falschmeldungen, sondern definieren sich unter anderem dadurch, dass eine zielgerichtete absichtliche Täuschung oder Weglassen von Informationen stattfindet.

In Österreich hätten wir eher das Problem der Manipulation und Desinformation, teils mit gezieltem Framing, welches auch schon stark über Bilder funktioniere. Hier ist die Emotionalität auch ausschlaggebend.

Niko Alm, Geschäftsführer Quo Vadis Veritas, ist ebenso die Definition eine der essenziellen Fragen. Für ihn stelle der Begriff Fake-News eine Bündelung an Begriffen dar. Der Pressesprecher und Content- and Social Media Coordinator von mimikama, Andre Wolf, kennt den Begriff sowieso erst seit vergangenen Oktober und dem Wahlkampf von Donald Trump.

Er bestätigt, dass mimikama nur sehr wenige deutschsprachige Falschmeldungen in Vergangenheit gefunden habe. Neu sei aber insbesondere der politische Umgang mit der Thematik. Zur Info: mimikama arbeitet seit sieben Jahren an der Aufklärung und Informationskorrektur von Medienberichten.

„Das Problem ist die Schnelllebigkeit“

Lisa Trompisch, Ressortleiterin Society beim Kurier, erwähnt, dass „das Problem die Schnelllebigkeit des Internets ist“. Im Bereich der Society, wo viel mit Halbwahrheiten gespielt wird, sei es laut Trompisch besonders wichtig journalistische Sorgfalt walten zu lassen.

Lösungsansätze der Problematik warf Wolf ein, der auf eine kompetente Bedienbarkeit von diversen Suchmaschinen und deren Bildersuche hinwies. Nicht nur Journalisten auch Privatpersonen sollten sich diese Fähigkeiten aneignen.

Chance für Qualitätsjournalismus

Als weiterer Lösungsansatz wurde am Panel Qualitätsjournalismus erwähnt. Dieser habe es zwar aktuell schwer und müsse laut Schell auch richtiggestellte Nachrichten mit dem gleichen Impact produzieren wie sogenannte Fake-News, habe aber auch die Chance dadurch wieder an Wert zu gewinnen.

Alle Beteiligten waren sich einig dass es auf der einen Seite den Journalismus braucht, aber ebenso eine Kinder- sowie Erwachsenenbildung im Umgang mit Nachrichten in den diversen Kanälen und Ausprägungen.

Alm erwähnte explizit eine Erhöhung der Fähigkeiten hinsichtlich der Medienkompetenz der Konsumenten. Schell ergänzt, dass es seitens der Medien auch Transparenz benötige und ein ehrlicher Dialog zwischen User und Medium stattfinden sollte.

Die Zeichen stehen aber nicht allzu schlecht, denn Wolf „erkennt einen Fortschritt“ bezüglich Medienkompetenz und dem Umgang mit Nachrichten.

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