"Wir transformieren den Markt wie er in Print funktioniert in das Digitale".

David Böhm, CEO von newsadoo, im Gespräch mit updatedigital.at über das neue StartUp newsadoo.

© newsadoo

Die Menschen wollen Nachrichten, sie wollen sie aber orts- und zeitunabhängig und in unterschiedlicher Form konsumieren. Von dieser Ausgangslage ausgehend hat das Team um David Böhm das Start-up Newsadoo gegründet, das am Donnerstag in einer Beta-Version kostenlos online ging. Das Ziel der Gründer: ein digitales Geschäftsmodell zu etablieren, das durch einen Schulterschluss der Verlage für alle Beteiligten funktioniert. 

Das Konzept: Content aus verschiedensten Quellen wird durch Newsadoo gebündelt, mittels künstlicher Intelligenz und Machine Learning-Algorithmen analysiert und individualisiert an die User ausgeliefert. Seit Donnerstag ist nun die Beta-Version über Desktop und Mobile kostenlos zugänglich, im Juli folgen die iOS- und Android-App und ein Alexa Skill. Im Herbst sollen zudem kostenpflichtige Funktionen dazu kommen. So sollen dann herkömmliche Inhalte, aber auch Premium Content direkt auf der Plattform zu konsumieren sein. Das ist aber nur möglich, wenn es einen Schulterschluss der Medienhäuser gibt, so Böhm. "Wir haben Newsadoo entwickelt, um eine wirklich nachvollziehbare Lösung für die vielfältige, europäische Medienlandschaft zu schaffen. Natürlich wird es nur dann eine disruptive Lösung sein, die Google, Facebook und Co. in Europa etwas entgegensetzen kann, wenn die Verlage nach und nach mitziehen. Wir machen den Anfang, haben das System technisch sauber entwickelt, und werden jetzt einen Schritt nach dem anderen machen und versuchen die Verlage ins Boot zu holen."

 

updatedigital.at hat David Böhm, CEO und Co-Founder von newsadoo zum Geschäftsmodell befragt:

Updatedigital.at: Newsadoo ist als Initiative zu sehen, die einen Schulterschluss der Verlage zum Ziel hat und damit ein digitales Geschäftsmodell etabliert, das für alle Beteiligten funktioniert. Wie sieht das Geschäftsmodell aus?

David Böhm: Derzeit verdienen Verlage rund die Hälfte ihres Umsatzes im leserseitigen Vertrieb und die Hälfte durch Werbung. Beides funktioniert im digitalen Segment nicht. Wir schaffen ein Ecosystem, für das sowohl die User bereit sind monatlich zu zahlen ähnlich wie bei Spotify oder Netflix, und das andererseits die Implementierung einer auf qualitativen Userdaten basierenden Newsplattform ermöglicht. So transformieren wir den Markt wie er in Print funktioniert in das Digitale. Die Umsätze werden dann je nach Reichweite, unter den Verlagen die als Contentpartner ihren Content direkt im System anzeigen lassen, geteilt.

Welche Medien/Verlage sind auf Newsadoo bereits zu lesen?

Derzeit haben wir 70 Medien in das System integriert, darunter die wichtigsten bzw. namhaftesten Medien aus dem deutschsprachigen Raum. Derzeit zeigen wir nur die Headline und Vorschaubilder an und verlinken dann zurück auf die Webseiten der Verlage, ähnlich wie das Google macht. Bis Jahresende wollen wir zahlreiche Verlage als Contentpartner gewinnen und deren Content dann direkt im System anzeigen. Dann erhalten sie je nach Reichweite anteilige Umsätze.

Welche sollen 2018 noch hinzukommen?

Wir erweitern nun laufend das System um weitere Quellen. Wir unterscheiden in Contentpartner ohne Vertrag, deren Content wir nicht anzeigen, sondern weiterverlinken - diese erweitern wir in den nächsten Wochen und Monaten ständig - und in Contentpartner mit Vertrag, deren Content wir im System direkt anzeigen und dafür bezahlen. Wir werden bis Jahresende mit allen großen Verlagen, sowie jenen die selbst auf uns zukommen sprechen, und sie nach und nach von der Contentpartnerschaft mit Vertrag überzeugen.

Inwiefern unterscheidet sich Newsadoo von anderen Anbietern wie readly oder Ähnliches?

Am ehesten vergleichbar ist Newsadoo mit Google News oder Apple News (nur US und UK), der Unterschied ist, dass es sich dabei um amerikanische Giganten handelt, die nie den Content der Verlage im System werden anzeigen können. Wir aber ein europäisches Modell, quasi Schritt für Schritt einen Schulterschluss der Verlage organisieren, wo wir dann sehrwohl den Content im System anzeigen werden können und die User Experience eine ganz andere sein wird. Klassische Newsaggregatoren sind sowohl technisch als auch vom Geschäftsmodell anders aufgestellt. Readly sehen wir im Magazinbereich in einer Nische, die nicht auf den übergreifenden digitalen Newskonsum abzielt.

Aktuell ist Newsadoo in Oberösterreich, wie soll die Expansion vorangehen?

Wir haben am 6. Juni gelauncht und sind nun im deutschsprachigen Raum mit der ersten Version (Desktop und responsive Mobile) am Markt. Im Juli werden wir die iOS und Android App und Alexa Skills launchen. Wir arbeiten an zahlreichen Verbesserungen und weiteren Funktionen und werden in Richtung Jahresende die Premiumversion launchen und darin die ersten Contentpartner mit Vertrag integrieren. Damit starten wir dann planmäßig auch in weiteren Sprachen und damit den Marktaufbau in nicht deutschsprachigen europäischen Ländern.

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