Stauraum-Start-up Woob wächst österreichweit.

Während andere Start-ups Apps programmieren, setzt Woob auf bodenständiges Business: Kunststoffkartons für die kleinteilige Lagerung. Nun wird expandiert.

Die Zielgruppe von Wolfgang Oberhumer sind urbane Menschen, die wenig Platz und wenig Zeit haben. Doch auch B2B-Kunden nutzen den Service. © Woob

Alles begann mit einem Schlafsack. Wolfgang Oberhumer brauchte selbigen, um im Sommer auf diversen Musikfestivals zu campen, wusste aber den Rest des Jahres nicht, wo er das sperrige Ding verstauen soll: Die Wohnung war voll, der Keller zu feucht und für professionelle Lagerdienste war der einzelne Schlafsack zu klein. Also löste er das Problem eigenhändig und gründete sein Start-up Woob.

Bei Woob können Kunden ihre Habseligkeiten für ein paar Monate in Kunststoffkartons lagern. Die Bestellung erfolgt über die Website www.woob.at; anschließend werden die Boxen geliefert, der Kunde füllt sie, dann werden sie wieder abgeholt und bei einem professionellen Logistikpartner gelagert. Populär sind die Kartons laut Oberhumer auch für Umzüge – denn sie lassen sich leicht stapeln und reißen im Gegensatz zu Pappkartons nicht. Hier werden die Boxen zum alten Wohnort geliefert und beim neuen wieder abgeholt. 

Expansion in Österreich

Gestartet hat Oberhumer, der 20 Jahre Erfahrungen in leitenden Positionen der Logistikbranche mitbringt, im Sommer vergangenen Jahres in Wien; von hier wurden auch Kunden in Niederösterreich und im Burgenland bedient.

Aufgrund des positiven Feedbacks will er nun weiter innerhalb Österreichs wachsen: In Graz werden derzeit noch Logistikpartner gesucht, spätestens im Juni soll die steirische Landeshauptstadt bedient werden. In weiterer Folge stehen Linz, Salzburg und Klagenfurt auf dem Radar. Eine Expansion ins Ausland ist derzeit noch nicht geplant, denn erstens gibt es etwa in Deutschland bereits ähnliche Anbieter.

„Außerdem gibt es in Österreich ausreichend Bedarf, der stetig steigt“, sagt Oberhumer: Auch die Landflucht spielt ihm in die Hände – denn benötigt wird der zusätzliche Stauraum überall, wo viele Menschen auf engem Raum leben. Ungewöhnlich an Woob ist auch, dass man gänzlich auf fremdes Kapital von Business Angels und Risikokapitalgebern verzichtet, stattdessen finanziert Oberhumer sein Start-up aus eigener Tasche.

Cashflowpositiv ist er vor allem auf Grund der hohen Startkosten noch nicht, „aber die Richtung stimmt“. Und was hat der Gründer außer dem Schlafsack sonst noch eingelagert? „CDs“, sagt er: Denn diese braucht er im Alltag nicht – aber sie wegzuschmeißen bringt er auch nicht übers Herz.

Tunnel23
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