Premiere für das iab inspiration lab.

Neues Wissens-Format des interactive advertising bureau austria beschäftigt sich mit visionären Trends für die Digitalwirtschaft.

© © ProSiebenSat.1 PULS 4/Simon Saliger

Bevor am Abend mit dem iab webAD der wichtigste Preis der Digitalwirtschaft verliehen wird, feiert das restlos ausverkaufte iab inspiration lab in den Räumlichkeiten von ProSiebenSat.1 PULS 4 im MediaQuarter Marx Premiere. Das neue Wissens-Format des iab austria ist ein Impulsgeber für die Digitalwirtschaft. Aktuelle und aufkommende Trends werden anhand von Fallbeispielen praxisnahe analysiert. Die ganztägige Veranstaltung vermittelt einen Überblick über technische und soziale Entwicklungen, die Innovationen ermöglichen.

„4Gamechangers erkennen Trends und machen sie frühzeitig zu ihrem Erfolg. Das iab inspiration lab gibt den Gamechangern der Branche die inhaltliche Basis, um ihr Business zu entwickeln und sich an die Spitze der Digitalwirtschaft zu bringen“, begrüßt Michael Buchbinder, Director Interactive und Geschäftsführer Marktguru bei ProSiebenSat.1 PULS 4.

„Wissensvermittlung ist eine der Kernaufgaben des interactive advertising bureau austria. Mit dem iab inspiration lab starten wir erstmals ein ganztägiges Info-Format, das sich ausschließlich visionären Trends widmet. Ein Blick über den Tellerrand ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil“, begrüßt Bisnode-Austria-Geschäftsführerin und iab-austria-Vizepräsidentin Alexandra Vetrovsky-Brychta.

Internet 3.0: Die Rückkehr der Palmers-Münzen

Wirtschaftsuniversität-Wien-Professor Alfred Taudes widmet sich in seiner Keynote den Potenzialen der Kryptoökonomie. Das heutige, zentralisierte Internet mit globalen Playern wie Google, Amazon und Co. hat sich erst nach dem Platzen der ersten Dot-Com-Blase entwickelt. Die heutige Struktur der überwiegend kostenlosen Online-Angebote sieht Taudes skeptisch, da sie User und Werbetreibende in eine starke Abhängigkeit treibt. Den Vorteil an kryptografischen Strukturen sieht der WU-Professor in der dezentralen Anordnung. Die Strukturen sind im Nachhinein nicht mehr änderbar wie beispielsweise die Google-Algorithmen. Die Dezentralisierung führt zu einer hohen Verantwortung der einzelnen Peers und einem starken Selbstregulierungseffekt. Soziale Netzwerke wie steemit setzen bereits auf Krypto-Strukturen und entlohnen die User mit Coins, die teilweise an den U.S.-Dollar gebunden sind. Daraus ergibt sich ein echter Mehrwert im Gegensatz zu Facebook-Likes.

„Über Kryptografie kann alles sicher ausgetauscht werden, was werthaltig ist“, betont Taudes. „Die Palmers-Münze ist der Vorgänger der Kryptowährung. In einem geschlossenen Öko-System kann man mit dem Token nur bei Palmers einkaufen“, erklärt er die Krypto-Welt.

Geborgenheitsgefühl im Team ist der Nährboden für Innovationen

Monika Hoffmann von viable, widmet ihre Keynote dem Thema „Digital Prototyping“ und taucht tiefer in die Welt der Innovationen ein. Sie geht der Frage nach, wann sie stattfinden und woher erkennbar ist, ob innovative Produkte auch tatsächlich angenommen oder gar monetarisiert werden können. Innovation ist der Schritt ins Ungewisse und Prototyping schafft Sicherheit.

„In großen Unternehmen kommen Produkte auf den Markt, wenn das Unternehmen glaubt, dass die marktreif sind – trotz Ungewissheit, ob sie vom Markt angenommen werden. Prototyping schafft Sicherheit, die es auch kleineren Firmen ermöglicht, nicht an innovativen Ideen zu scheitern. Die Resonanz im frühen Entwicklungsstadium ist richtungsweisend“, erklärt Hoffmann.

Eine gemeinsame Studie von Google und der Harvard University untersucht erfolgreiche Innovation und das Geheimnis von High-Performing-Teams. Das Schlüsselwort ist Physical Safety. Es kommt nicht immer auf die Zusammenstellung und die Erfahrung der einzelnen Personen innerhalb eines Teams an, sondern auf das Geborgenheits- und Sicherheitsgefühl. Die Atmosphäre ist entscheidend: Wer auf Beziehungsebene im Team arbeiten kann, schafft es, Innovation zuzulassen.

Blockchain schafft Vertrauen durch Sicherheit

Andreas Petersson von Capacity spezialisiert sich auf Smart Contracting auf Basis der Blockchain-Technologie. Den Vorteil in der Anwendung der Technologie definiert er durch die hohe Sicherheit, die Vertrauen schafft. Sie bietet sich auch zur Absicherung bestehender Datenbanken an, der in Anbetracht von Cyber-Attacken zunehmend mehr Stellenwert zukommt. Unter anderem entwickelt er auch Projekte für die Österreichische Post AG. Für den schleppenden Einzug der Technologie im Business-Alltag macht er in erster Linie IT-Abteilungen verantwortlich, die bei der Umsetzung von Innovationen traditionell zurückhaltend sind.

„Die Verfügbarkeit und Authentizität von Dokumenten über einen langen Zeitraum hinweg, wird Blockchain zur Schlüsseltechnologie im juristischen Bereich machen“, ist Petersson überzeugt.

Es gehört viel mehr gespielt: Das Geschäft mit der Bequemlichkeit bringt Mehrwert

Lead Innovation Architect Delia Wieser von Trend-Watching ist von der Bedeutung spielerischer Elemente für den Geschäftserfolg überzeugt. Bis 2021 werden weltweit 180 Milliarden U.S.-Dollar in spielerische Business-Modelle investiert werden. Sie haben ein hohes Potenzial, Menschen im digitalen Informationsfluss zu erreichen. Electronic Sports sind ein globaler Wachstumsmarkt, der Marken neue Inszenierungsmöglichkeiten bietet. In Russland hat Visa beispielsweise eine eigene Kreditkarte für E-Sports-Athleten aufgelegt. Der Changi-Flughafen in Singapore setzt auf elektronische Schmetterlinge, um den Umsatz in den Duty-Free-Shops zu steigern. Wachsende In-App-Käufe bei Spielen wie Pokemon Go zeigen das hohe Potenzial des Spiele-Markts, der Teil des Eskapismus aus der Informationsflut ist.

„Alle Trends und Innovationen wollen grundsätzliche menschliche Bedürfnisse wie beispielsweise Neugierde befriedigen. Damit steigen die Erwartungen der Kunden an Marken laufend“, weiß Wieser.

Auch mit Bequemlichkeit lässt sich Geschäft machen: Von Lebensmittelherstellern bis zu Luxus-Brands wie Hermes setzen immer mehr Anbieter auf Abo-Modelle. Zusätzlich lässt sich gesellschaftlicher Mehrwert schaffen: In Großbritannien bringt Pedigree alleinstehende ältere Menschen und Hunde für gemeinsame Spaziergänge über eine App zusammen. Die Applikation „WINWIN“ unterstützt Menschen, bei ihren täglichen Einkäufen Geld zu sparen und belohnt die sparsamsten User mit Geldpreisen: Auch hier steht der spielerische Wettbewerb im Vordergrund.

Übercreativity rettet Palau

Jason Romeyko von Serviceplan blickt auf mehr als zwei Dekaden in der Werbebranche zurück und sah viele Agenturen ums Überleben kämpfen oder auch untergehen. Um Übercreativity entstehen zu lassen, müssen alle Beteiligten zusammenarbeiten. Als perfektes Beispiel hierfür zieht der Kreative den Passstempel von Palau heran. Palau stand aufgrund der hohen Touristeneinreisen vor einer Umweltkrise, die alleine nicht mehr zu bewältigen war.

„Das Geniale an diesem simplen Einreisestempels ist, dass er nur aufgrund des Zusammenspiels von Politik, Einwohnern und einer Kreativagentur zustande gekommen ist. Touristen unterschreiben bei der Einreise, mit der Umwelt und den Bewohnern Palaus respektvoll umzugehen. Übercreativity kann erst dann stattfinden, wenn alle an einem Tisch sitzen, richtige Konversation herrscht und ein Drang nach Aktivierung vorhanden ist“, erklärt Romeyko.

Menschen zu High-Performing-Teams formieren

Lukas Rippitsch von Speedinvest Heroes beschäftigt sich intensiv mit Team-Composition, um die richtige Ergänzung für Start-up-Teams zu finden. Dort können personelle Fehlentscheidungen schnell zu einem existenzgefährdenden Problem werden. Um die geeignete Persönlichkeit für Start-ups zu finden, setzt er auf einen datenbasierten Ansatz, der vier große Themenbereiche umfasst, die mit der Struktur des Teams abgeglichen werden. Bevor der erste Kandidat gescreent wird, kommt es zur Evaluierung des Teams und zur Analyse der Schwächen im Team.

„Gemeinsame Werte, Kultur und transparente Ziele sowie freier Informationsfluss formen erfolgreiche Teams. Positionen rücken in den Hintergrund, während Skills und Fähigkeiten entscheidend sind“, sagt Rippitsch.

Auch in großen Organisationen werden sich Strukturen in naher Zukunft ändern. An Projekten werden Netzwerke qualifizierter Teams arbeiten, die bessere Ergebnisse als klassische, hierarchische Organisationsstrukturen leisten können.

Sanfte Stupser sorgen für bessere Entscheidungen

Verhaltensökonom Gerhard Fehr, der sich mit seiner Fehr Advice kürzlich an der Styria Content Creation beteiligt hat, zeigt, wie sich menschliches Verhalten durch so genanntes Nudging steuern lässt. Sinkende Aufmerksamkeit, der intuitive Umgang mit kleineren Screens und Änderungen im Medienkonsum sowie im Lernprozess kennzeichnen für Fehr die vier zentralen Elemente der Digitalisierung.

„Menschen sind bedingt nachhaltig: Sie fliegen auf die Malediven und kaufen Bio-Obst vom Bauern. Nudges helfen ihnen, bessere Entscheidungen zu treffen“, führt Fehr beispielhaft aus.

Mit Nudges – kleinen Denkanstößen – lassen sich Menschen steuern. Nudges sind intuitiv und erreichen daher leicht den Kopf. Durch ihren freiwilligen und inspirierenden Charakter berühren sie auch das Herz. Sie sind einfach zu verstehen und stärken die Community, weil sie inkludierend und identitätsstiftend sind.

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