Cliqz kauft Tracking-Blocker Ghostery.

Internet-Nutzer first. Der deutsche Browser Cliqz wird um den US-Tracking-Blocker Ghostery erweitert und auf diese Weise internationalisiert.

Jean-Paul Schmetz, Gründer und Geschäftsführer Cliqz: "In Zeiten zunehmender Überwachung und schamloser Kommerzialisierung privater Daten bedarf es deshalb mehr den je einer Lösung zum Schutz von Privatsphäre. Mit der Übernahme von Ghostery stellen wir uns im Bereich des Anti-Trackings deutlich stärker auf." © Cliqz

Das Münchener Startup Cliqz, mehrheitlich im Besitz von Hubert Burda Media, übernimmt die Anti-Tracking- und Mobile-Apps-Sparte des US-Unternehmens Ghostery. Beide Unternehmen haben den Schutz der Privatsphäre von Internet-Nutzern zu ihrem Geschäftszweck. 

Beide Unternehmen entwickeln Browser-Add-ons, die Online-Nutzer in die Lage versetzen, versteckte Tracking-Dienste, die Daten des individuellen Internet-Konsums übermitteln, zu blockieren und auszuschalten. Cliqz verändert Nutzerdaten, die von Skripten, die Google, Facebook und andere auf Online-Werbung spezialisierte Webdienste gesammelt und übertragen werden, so dass sie unscharf werden und einzelnen Nutzern nicht mehr zuzuordnen sind.

Der deutsche Browser ermöglicht darüber hinaus die direkte Suche im Browser ohne dafür einen Umweg über externe Suchmaschinen-Webseiten machen zu müssen. Und dafür entwickelte das Startup eine Technologie, die in der Lage ist statistische Daten zur Bewertung von Relevanz und Sicherheit von Webseiten zu sammeln. Cliqz analysiert, welche Suchbegriffe von Menschen genutzt und welche Ergebnisse sie im gelieferten Ergebnis-Index sie dann klicken. Wodurch sich die Relevanz steigern lasse. Der Web-Index des Browsers bildet sich aus völlig anonymen Daten. 

Ghostery blockiert derzeit etwa 2.500 verschiedene Tracking-Skripte komplett. Allerdings können Nutzer dieses Blacklisting lockern oder ganz aufheben, um Tracking zuzulassen. Mit Ghostery sind alle gängigen Browser zu erweitern.

Durch die Übernahme von Ghostery und dessen weltweiter Nutzerbasis - Cliqz beziffert diese zurückhaltend mit 10 Millionen, Ghostery offensiv mit 50 Millionen - will das Münchener Startup seine Websuche internationalisieren und sie über deutsche Grenzen hinaus global etablieren. 

"Mit den derzeit üblichen Methoden des Online-Trackings gefährdet die Werbe-Industrie massiv die Privatsphäre von Internet-Nutzern", propagiert Jean-Paul Schmetz, Gründer und Geschäftsführer von Cliqz, die Stoßrichtung des Unternehmens. Sein Ziel lautet: international Datenschutz-Technologieführer zu werden. In Cliqz ist seit August 2016 die Mozilla Foundation mit einer strategischen Beteiligung investiert. 

Ghostery ist eigentlich auf das Sammeln und Analysieren von Daten zum Online-Nutzerverhalten spezialisiert und vermarktet diese Analyse an Werbenetzwerke, Medien und werbungtreibende Unternehmen. 

intelliAd
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