Mario Fischer, „Website Boosting“: „Realität entsteht immer erst im Kopf eines Betrachters“.

Mario Fischer, E-Commerce-Spezialist und Herausgeber des Magazins „Website Boosting“, referiert im Rahmen der PERFORMIX.Wien am Conference Day (25. Oktober) zum Thema „Brainhacks“. Werbeplanung.at wollte von Fischer wissen, was die PERFORMIX.Wien-Besucher von seinem Panel erwarten dürfen

Mario Fischer ist E-Commerce-Spezialist und Herausgeber des Magazins „Website Boosting“: „Wer sich bewusst macht, wie Besucher „ticken“ und Informationen von einer Webseite aufnehmen, kann davon profitieren." © Website Boosting

Werbeplanung.at: Sie referieren im Rahmen der PERFORMIX.Wien zum Thema „Brainhacks“. Was können sich die Besucher der PERFORMIX.Wien von Ihrem Panel erwarten?

Mario Fischer: Realität entsteht ja bekanntlich immer erst im Kopf eines Betrachters. Unser Gehirn funktioniert dabei noch immer sehr „mechanisch“ und folgt gewissen Programmen, Vereinfachungen und Abkürzungen. Wer sich bewusst macht, wie Besucher „ticken“ und Informationen von einer Webseite aufnehmen, kann davon profitieren. Man überlässt es nämlich dann immer weniger dem Zufall, wie ein Produkt oder eine Dienstleistung wahrgenommen wird und erhöht damit automatisch die Conversion.

Werbeplanung.at: Welche Key-Learnings werden Besucher Ihres Panels mit nachhause nehmen können?

Fischer: Ich werde aufzeigen, wie einfach gestrickt Besucher bei Informationsaufnahme nach solchen Mustern vorgehen und welche Verzerrungen es bei der Wahrnehmung geben kann - und natürlich auch, wie man sie bei der Gestaltung von Bildern, Texten und Design einsetzen kann. Jedes Wort, jeder Satz und jede visuelle Information beeinflusst eine Kaufentscheidung und den Kaufvorgang selbst. Im schlimmsten Fall wird ein Kauf durch unbedachte Formulierungen sogar wirksam verhindert. Das kommt übrigens gar nicht mal so selten vor, gilt sondern im Gegenteil noch immer für die meisten Websites oder -shops.

Werbeplanung.at: Was sind aus Ihrer Sicht die größten Missverständnisse in Zusammenhang mit der Erstellung von Websites?

Fischer: Man unterschätzt meiner Erfahrung nach meist die Aspekte und Erkenntnisse der modernen Verkaufspsychologie. Einfach so einen wirklich guten Verkaufstext zu schreiben, fällt einem nicht in den Schoß und nur wenige sind von Natur aus so talentiert, das intuitiv richtig zu machen. Es wird viel Augenmerk auf Technik oder z. T. auch auf Suchmaschinenoptimierung gelegt. Getextet und designed wird aber häufig von fachlichen Laien. Dabei braucht man wirklich nur wenigstens ein paar Daumenregeln, wie man dabei am besten vorgeht. Warum wohl verlassen noch immer - und das ist nun schon seit mehr als 15 Jahren so - zum Teil über 97 Prozent aller Besucher einer Website diese wieder, ohne einen Kauf oder einen Lead zu erzeugen? Technikbeherrschung und „gefunden werden“ reicht nicht. Das hat es noch nie!

Werbeplanung.at: Sie sagen Gehirne im Kaufmodus ticken anders als im Verkaufsmodus. Was genau sind die Unterschiede zwischen den beiden Modi?

Fischer: Seltsamerweise stören uns alle immer dieselben Dinge auf Webseiten anderer Anbieter. Wir ärgern uns. Nur wenn es um die eigene Website geht, sind wir durch unsere Betriebsbrille meist blind. Wir haben zwanzig Begründungen, warum ausgerechnet bei uns Sliderbilder gut sind. Ebenso brechen wir einen Einkauf ab, wenn unsere bevorzugte Zahlungsart nicht angeboten wird oder wir in der Bezahlstrecke auf ein Pflichtfeld mit einer Telefonnummer stoßen. Bei uns selbst aber glauben wir, diese Daten unbedingt zu brauchen - oder haben eine Ausrede für das Fehlen einer bestimmten Zahlungsart. Wir freuen uns bei anderen Shops über Statusmeldungen über den Fortschritt des Versandvorgangs. Bei einem selbst scheut man aber den Aufwand. Unserem Chef ist beim Online Einkaufen völlig egal, ob die Webfarben exakt mit den definierten CI-Farben übereinstimmt. Bei uns sitzt er mit Farbkarten vor dem Bildschirm und schickt die Designer wieder zurück, wenn es Abweichungen gibt. Wir müssen lernen, diese „digitale Spaltung“ bei der Benutzung von Webseiten und der Planung und Erstellung des eigenen Webangebots zu überwinden. Dann werden unsere Seiten ganz automatisch besser. Schließlich sind wir alle irgendwie Experten - wenn es um andere Websites geht.

Werbeplanung.at: Wenn Sie sich das Programm der PERFORMIX.Wien vergegenwärtigen: Auf welche anderen Programmpunkte neben Ihren Panel freuen Sie sich da ganz besonders?

Fischer: Ich freue mich auf alle Vorträge. Man kann immer etwas Neues lernen und mit nach Hause nehmen, wenn man aufmerksam zuhört.

Die PERFORMIX.Wien findet am 24. und 25. Oktober 2016 in Wien statt. Nähere Infos unter www.performix.wien.

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