YouTube verschärft Schutz der Community.

YouTube will ein sicherer Platzer für Kreative, Zuschauer und Werbungtreibende sein. Deshalb werden die Maßnahmen zur Bekämpfung problematischer Inhalte verschärft.

Susan Wojcicki, YouTube-CEO, verspricht, die Maßnahmen gegen problematische Inhalte auf der Plattform zu verschärfen. Damit werden YouTube und Google mittelfristig noch fester die Zügel des Marktes in Händen halten.  © YouTube

YouTube verschärft seinen Kampf gegen umstrittene Inhalte und gegen extremistischen, Gewalt auslösenden Content auf der Video-Plattform. Der Schutz der sich dort tummelnden Nutzer und Zuschauer, der Kreativen, die Content produzieren und veröffentlichen sowie der Werbetreibenden, die diese Inhalte als Umfelder für ihre Markenkommunikation nutzen, wird erhöht. 

Dazu wurde ein Maßnahmen-Plan aufgestellt. Darin ist vorgesehen, dass YouTube 2018 die Zahl der Menschen, die die Inhalte der Plattform überprüfen werden auf, so wird beziffert, "über 10.000 erhöhen". Das auch von Google vorangetriebene Machine Learning soll zum Schutz der YouTube-Community eingesetzt werden. Auch punkto Werbung sollen "strengere Kriterien" zur Anwendung kommen und diese Inhalte intensiver "manuell kuratiert" werden.

Eine Kampfansage

Susan Wojcicki, YouTube-CEO, macht eine Kampfansage: "Da sich die Bedrohungen für unsere Plattform ständig weiterentwickeln und verändern, müssen und werden sich unsere Methoden weiterentwickeln, um auf diese zu reagieren. Egal welche Herausforderungen sich uns stellen, unser Engagement, diese Bedrohung zu bekämpfen, wird nachhaltig und unerschütterlich sein. Wir werden die notwendigen Schritte unternehmen, um unsere Community zu schützen." 

Sie stellt fest, dass "menschliche Prüfer nach wie vor unerlässlich sind, um sowohl Inhalte zu entfernen als auch maschinelle Lernsysteme zu trainieren, da menschliches Urteilsvermögen für kontextualisierte Entscheidungen über Inhalte entscheidend ist". Seit Juni 2017 wurden von diesen Prüfern "fast zwei Millionen Videos manuell überprüft". Damit werde die Machine-Learning-Technologie des Konzerns trainiert, um gewalttätige extremistische Inhalte in ähnlichen Videos künftig schneller und leichter zu identifizieren. Das Prüf-Personal wird aufgestockt.

Community-Schutz treibt Machine Learning 

Wojcicki weiter: "Machinelles Lernen, hilft uns, Inhalte, die gegen unser Richtlinien verstoßen, schnell und effizient zu entfernen". Seit Juni wird Technologie eingesetzt, die problematische Inhalte für die Überprüfung durch Trust- und Sicherheitsteams kennzeichnet. Hier habe YouTube, wie sie sagt, "enorme Fortschritte gemacht". Und seit Juni wurden, wie es heißt, "über 150.000 Videos", die aufgrund ihrer Inhalte gemeldet wurden, entfernt.

Die YouTube-CEO erklärt dazu: "Unsere Fortschritte im Bereich Machine Learning ermöglichten es uns, fast 70 Prozent der gewalttätigen extremistischen Inhalte innerhalb von acht Stunden nach dem Hochladen und fast die Hälfte davon innerhalb von zwei Stunden zu entfernen". Sie verspricht, diese Bereinigungsgeschwindigkeit "weiter zu erhöhen". Mit dieser Technologie wurden in den vergangenen Monaten Inhalte geprüft und gekennzeichnet, für die, so Wojcicki, "wir ansonsten 180.000 Menschen benötigt hätten, die 40 Stunden pro Woche arbeiten".

Brand- und Content-Safety kostet

Der Schutz der Community wird Werbungtreibenden einerseits zugute kommen, sie allerdings auch zum Ziel von Checks und Analyse ihrer Marktkommunikation machen. Wojcicki: "Wir möchten, dass Werbetreibende beruhigt sein können, dass ihr Anzeigen neben Inhalten geschaltet werden, die die Werte ihrer Brands reflektieren. Ebenso wollen wir Video-Produzenten die Gewissheit geben, dass ihr Einnahmen nicht durch die Aktionen schlechter Uploader geschädigt werden." 

Das bedeutet aber gleichzeitig, dass bei YouTube künftig "strengere Kriterien" auf Werbe-Kampagnen angewandt werden, diese durch ein "manuelle Kuration", die von "Anzeigenprüfern" durchgeführt werden, müssen. Was wiederum zur Verlängerung von Vorlaufzeiten bei Kampagnen-Umsetzungen führt. Das heißt aus YouTube-Sicht Folgendes: "Damit möchten wir sicherstellen, dass Anzeigen nur dort laufen, wo sie auch laufen sollen. So erhalten auch etablierte und einwandfreie Kreative mehr Stabilität rund um ihre Einnahmen". 

Autoritätsgewinn im Markt als gestärkter Proprietär

Diese Brand- und Content-Safety wird voraussichtlich kosten: Zeit auf jeden Fall. Geld bestimmt auch. Auch die Prüfer müssen bezahlt werden. Gleichzeitig kann Google und YouTube mit diesen Maßnahmen Autoritätsgewinne im Markt für sich verbuchen. 

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