Twitter-Vorsprung von Kurz verringert sich.

Die mediale Aufmerksamkeit für Sebastian Kurz auf Twitter schwindet etwas, da die anderen zum Nationalrat kandidierenden Parteien und Kandidaten aufholen.

Der Twitter-Präsenz-Vorsprung der ÖVP und der Bewegung Kurz aus dem vergangenen Juni wird geringer.  © twitter.com/oevp

Auf eine erste Analyse der Social-Media-Präsenz der in die Nationalratswahl im kommenden Herbst ziehenden Parlamentsparteien Österreichs folgt nun eine weiteres Zwischenergebnis. Meta Communication International beobachtet seit Ende April die politischen Parteien-Kommunikation in sozialen Medien. Und besonders Twitter. 

Dafür wurden seit Ende April fast 500.000 für die derartige Beobachtung relevante Tweets erfasst. 43 Prozent thematisieren die ÖVP, Sebastian Kurz und weitere Vertreter der Partei. Bis Mitte Juni belief sich die Twitter-Präsenz der "Bewegung Kurz" auf 48 Prozent. 

© META Communication International
Der SPÖ attestiert die Medienbeobachtung Meta 19, der FPÖ 18, den Grünen 10, den Neos 8 Prozent Tweet-Anteile bis Anfang August. Weitere politische Parteien, darunter die Liste Pilz, das Team Stronach oder auch die KPÖ kommen zusammen auf zwei Prozent Anteil an der Twitter-Kommunikation. 

Es kommt zu folgenden Interpretationen dieser Twitter-Präsenz-Entwicklung: 

  •  Die ÖVP erhält zuletzt mit der Präsentation prominenter Quer-Einsteiger sowie mit Konflikten zur NR-Wahl-Kandidaten-Listen-Erstellung hohe Aufmerksamkeit;
  •  Der, laut Umfragen, wachsende Vorsprung der ÖVP stärkt deren Image nachhaltig. Anderen Parteien werden im Gegenzug nur geringe Erfolgsaussichten zugesprochen; 
  •  Twitter-Key-Influencer in Österreich sehen die ÖVP als Themenführer im Bereich Flüchtlingspolitik und Asylrecht weiterhin im Vorteil
  •  SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS gelingt es mit ihren Wahlkampfstarts zusehends auch wieder mit eigenen Themen in der Twitter-Community durchzudringen; 
  •  Die Grünen finden gegenwärtig vor allem wegen ihrer internen Konflikte sowie der neugegründeten Liste Pilz Aufmerksamkeit in sozialen Medien; 
  •  Die Sommergespräche von ORF und Puls 4 schlagen sich auch auf Second Screens nieder. 

Maximilian Freissler, Leiter Medienanalyse bei Medienbeobachter Meta, ergänzt diese Analyse damit: "Sebastian Kurz und dessen Team konnten seit Mai sehr viele mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Andere Parteien fiel es entsprechend schwer, mit eigenen Themen durchzudringen. Dieser Trend hat sich jedoch in den vergangenen Wochen, etwa durch die Präsentation der jeweiligen Wahlprogramme sowie Interview-Reihen der Kandidatinnen und Kandidaten, abgeschwächt."

Zum Vergleich das Social-Media-Präsenz-Chart vom vergangenen Juni: 

© META Communication International

Events

Alle Events anzeigen »