Lineares Fernsehen ist tot? Lang lebe das lineare Fernsehen!.

Im Schnitt nutzt lediglich jeder Dritte sein Smartphone oder Tablet für Videoinhalte, nur 5% des Bewegtbildkonsums der Deutschen findet unterwegs statt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die nextMedia.Hamburg gemeinsam mit Statista erhoben hat.

86% der Deutschen konsumieren klassisches TV © Silver Server will seine Leitungen für die Übertragung von Fernsehen nutzen. Werbeplanung.at

Der Fernseher im heimischen Wohnzimmer ist immer noch das beliebteste Gerät der Deutschen für den Bewegtbildkonsum. Das zeigt eine repräsentative Studie von Statista, die nextMedia.Hamburg im Vorfeld des newTV Kongress, Hamburgs größter Konferenz rund um Bewegtbildinhalte, durchführte.

Fernsehgerät unangefochten an der Spitze

93% der Befragten nutzen das Fernsehgerät, um Bewegtbild zu konsumieren. Computer (67%), Smartphone (36%) und Tablets (22%) liegen deutlich dahinter. Dabei macht das Alter kaum einen Unterschied: Über alle Altersgruppen hinweg steht das TV-Gerät ganz oben.

Nur 5% streamen unterwegs

Dazu passt, dass 95% des Bewegtbildkonsums zu Hause stattfindet und im Schnitt nur 5% unterwegs. Ein Grund hierfür könnte die Netzqualität sein. Zwar hat sich die Anzahl der Nutzer mobilen Internets seit 2013 fast verdoppelt, allerdings reicht der Empfang noch nicht flächendeckend für komfortables und störungsfreies Streaming. Zudem dürfte der mobile Bewegtbildkonsum in vielen Fällen zu stark das persönliche Datenvolumen belasten.

Die Nutzung des Smartphones für Bewegtbildinhalte ist laut der nextMedia-Studie eindeutig eine Frage des Alters: bei den jüngsten (18 bis 29 Jahre) nutzen 64% das Handy zum Videostreamen, bei den 30 bis 39-Jährigen sind es noch 46% und bei der ältesten Vergleichsgruppe (50 bis 65 Jahre) nur noch 18%.

28% sehen „nebenbei“

Auch das generelle Nutzungsverhalten beim Bewegtbildkonsum überrascht: 72% der Befragten wählen ganz gezielt Sendungen und Formate aus, die sie sich ansehen wollen und konzentrieren sich voll und ganz auf die Inhalte. Nur 28% schauen Bewegtbild nebenbei, während sie beispielsweise im Netz surfen oder andere Dinge tun. Vom Fernsehen als Begleitmedium kann also keine Rede sein – die Inhalte scheinen wieder relevanter zu werden und insbesondere bei einer jüngeren Zielgruppe (18 bis 29 Jahre) dürfte das wachsende Angebot an On-Demand-Diensten ein Ausschlaggebender Grund sein. Eine Ausnahme bilden die 30 bis 39-Jährigen: Zwar konsumieren auch sie hauptsächlich gezielt, allerdings sind es in dieser Demografie immerhin 41%, die nebenbei andere Dinge tun.

86% konsumieren klassisches TV

Auch ein Blick auf die Frage danach, wie die Deutschen Bewegtbild schauen, offenbart, dass lineares Fernsehen weiterhin beliebt ist und das auch bei einer jungen Zielgruppe. Eine deutliche Mehrheit von 86% der Befragten sieht klassisches TV. Bei den 50 bis 65-Jährigen sind es ganze 94%, die angeben, lineares Fernsehen zu konsumieren, doch auch bei der jüngsten Gruppe an Befragten, den 18 bis 29-Jährigen, liegt der Wert immerhin bei 72%. Knapp die Hälfte der Befragten nutzt Video-on-Demand-Dienste. Hier belegt die nextMedia-Umfrage deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Netflix, Amazon Prime & Co. werden mit 68% von der Gruppe der 18 bis 29-Jährigen mehr als doppelt so häufig genutzt wie in der Gruppe der 50 bis 65-Jährigen (30%).

Immerhin 48% dieser ältesten Vergleichsgruppe geben an, Bewegtbildinhalte über Videoplattformen wie YouTube zu sehen, knapp unter dem Gesamtschnitt von 61%. Soziale Netzwerke sind altersübergreifend immerhin noch für fast jeden Dritten als Bewegtbildquelle relevant.

Klassisches Fernsehen lebt

Die weiterhin bestehende Popularität von linearem Fernsehen hängt allerdings nicht mit vermeintlich fehlender technischer Ausstattung zusammen: Nur 28% der Befragten konsumieren über ein Endgerät, das nicht mit dem Internet verbunden ist. Die Studie im Auftrag von nextMedia.Hamburg offenbart also: das klassische Fernsehen ist noch lange nicht tot. Auch wenn gerade jüngere Zuschauer dem mobilen Konsum von Filmen, Serien und anderen Clips offen gegenüberstehen, sind Fernsehgerät und lineares Programm aus den deutschen Haushalten noch lange nicht wegzudenken.

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