Integral und T-Factory präsentieren die Sinus-Milieu-Jugendstudie 2016.

Die Sinus-Milieu-Jugendstudie 2016 von Integral und T-Factory zeigt die „egotaktischen Pragmatiker“ als Zukunftsmilieus

Die Jugendstudie von Integral und T-Factory zeigt die „Adaptiv-Pragmatischen“ und die „Digitalen Individualisten“ als Zukunftsmilieus. © Integral

Zum dritten Mal haben Integral und T-Factory in Österreich eine detaillierte Untersuchung jugendlicher Lebenswelten auf der Basis der Sinus-Milieus durchgeführt. Aus 47 teilweise mehrstündigen Tiefeninterviews mit jungen Österreichern sowie 1.028 Onlineinterviews, repräsentativ für die 14- bis 29-Jährigen, ergibt sich ein vielschichtiges Bild der Alltagswirklichkeiten junger Menschen.

Die Generation U30 sucht Halt und Orientierung

Drei Viertel der unter 30-Jährigen suchen Halt und Orientierung in einer unübersichtlich gewordenen Welt – ein deutlicher Anstieg in den letzten fünf Jahre. Die Welt draußen wird laut Studie sehr pessimistisch gesehen: nur 18 Prozent glauben an eine positive Zukunft der Gesellschaft (2013 waren es noch 23 Prozent). Seit der Jahrtausendwende ist man mit einer permanenten Krisenstimmung konfrontiert.

Die Vervielfältigung der Optionen durch Globalisierung und Digitalisierung bringt Faszination, aber auch Überforderung mit sich. Diese Unsicherheit hat sich über die letzten Jahre noch verstärkt. Das Vertrauen in die Funktionstüchtigkeit des Staates und die Kompetenz unserer Eliten sind noch weiter gesunken, die Zukunftsängste nehmen zu. Weiters ist ein Drittel der Jungen skeptisch, was ihre persönlichen Zukunftschancen angeht, und zusätzlich fast jeder Zehnte (speziell aus bildungsfernem Elternhaus) fühlt sich abgehängt und ist relativ hoffnungslos. Es gibt aber auch einen Bewältigungsoptimismus, der die eigene Person motiviert.

© Integral

Die Jugend im Jahr 2016

Jugendliche haben eine schwierige Aufgabe zu bewältigen: Konfrontiert mit vielen Wahlmöglichkeiten müssen sie Entscheidungen treffen, Überkomplexitäten reduzieren, Zukunftsängste wegschieben, um ihren Alltag zu bewältigen. Die wichtigsten Entwicklungsaufgaben, die gelöst werden müssen, sind laut der Integral-Studie, die Ausbildung einer stabilen Identität sowie die Integration in Gemeinschaft und Gesellschaft.

Drei Metastrategien wurden hier entdeckt: Der „Rückgriff auf Wertsysteme der Vergangenheit“, die „Weltflucht der Hedonisten“ und das „Anpacken, mitmachen, sich durchsetzen: die egotaktischen Pragmatiker“. Unter den egotaktischen Pragmatiker befinden sich zwei unterschiedliche Ausprägungen. Die Adaptiv-Pragmatische (20 Prozent), die geprägt ist von defensivem Sicherheitsstreben und die Digital-Individualistische (20 Prozent), welche die Vielfalt der Möglichkeiten offensiv experimentierend annimmt.

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Die Pragmatischen und die Individualisten

Die „egotaktischen Pragmatiker“ sind die Zukunftsmilieus: Sie werden in unserer Gesellschaft immer wichtiger werden. Hier gibt es aber ein Pardoxon: Die Zukunftsmilieus haben keine klare Vorstellung von „Zukunft“. Sie glauben nicht mehr an die großen Erzählungen vom gesellschaftlichen Fortschritt. Relevant ist für sie vielmehr der eigene, unmittelbare, konkrete Vorteil innerhalb der kleinen Gemeinschaften oder im eigenen Netzwerk.

Unterschiede sind vorhanden

Trotz dieser Gemeinsamkeiten sind die Unterschiede zwischen ihnen groß. Adaptiv-Pragmatische haben als vorrangiges Ziel Sicherheit und Wohlgefühl im privaten Bereich, im Familien- oder Freundeskreis, in der Abgrenzung von der unübersichtlichen Welt draußen. Sie bilden den Mainstream der jungen Freizeitkultur und werden in Zukunft das wichtigste Milieu der Mitte sein. 

Die Digitalen Individualisten sind mental und geographisch mobil, definieren sich über immer neue Erlebnisse und kontinuierliche Selbstoptimierung. Ihr Motto ist „Entgrenzung“ – Eroberung der Welt. Sie sind die zukünftige Elite unserer Gesellschaft. Die Unterschiede zwischen den beiden Zukunftsmilieus lassen sich in den unterschiedlichsten Bereichen darstellen. Während zum Beispiel vier Fünftel der Digitalen Individualisten einen Auslandsaufenthalt anstreben, sind es nur ein Fünftel der Adaptiv-Pragmatischen. Weiters essen 80 Prozent der Digitalen Individualisten gern exotische Gerichte, aber nur 30 Prozent der Adaptiv-Pragmatischen.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

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