Google One Box-Top 10: DerStandard vor Kurier.

Otago bilanziert die Sichtbarkeit von Nachrichten-Medien in der Google One Box im Jahr 2016. Publisher bezahlen dieses optische Hervorheben mit dem Verlust an Kontrolle über ihre Inhalte.

Googles AMP-Nachrichten-Format wird sich schnell durchsetzen. Aus diesem Grund und wegen des Sichtbarkeit-Wettbewerbes müssen sich Publisher mit AMP auseinandersetzen. © kcseopro.com

DerStandard.at hatte im Jahr 2016 in der Google One Box, einem technisch eigenständigen aus News-Einschüben bestehenden Format der Suchmaschine, in Österreich die besten Sichtbarkeitswerte. Es folgen Spiegel.de, Kurier.at, ORF.at, Krone.at und DiePresse.com. Zu den von Otago gereihten zehn sichtbarsten Google One Box-Medien gehört auch noch Kleinezeitung.at. Diese Reihung bezieht sich auf die Box-Präsenz im Falle von Desktop-Abfragen. 

© Otago
Da die Ära des mobilen Internets längst angebrochen ist, verlagert sich die Nachrichten-Inhalte-Sichtbarkeit und -Präsenz in das sogenannte News-Karussell bei Google und technisch gesehen auf die AMPs, die Accelerated Mobile Pages. Sie sind mittels Blitz gekennzeichnet. 

 

AMP-Inhalte sind auf Nutzungsgeschwindigkeit hingetrimmte und deshalb formal reduzierte Suchergebnis-Anzeigen. Um das schnelle Laden mobiler Seiten zu gewährleisten, sind deren technischen Vorgaben von Publishern exakt einzuhalten. Um AMP-Inhalte anbieten zu können, müssen Publisher eine eigene Website-Version bauen. Die dafür notwendigen einheitlichen Komponenten des Open-Source-Programms stellt Google deshalb kostenlos zur Verfügung. 

© Otago
Die AMP-Seiten von Nachrichten-Anbieter sind, wie zu erwarten ist, auf Google-Servern zwischengespeichert. Leser und Nutzer, die nun in ihren Google-Suchergebnissen die so vorgeschlagene Nachrichten-Auswahl anklicken, bekommen zwar Publisher-Content zu sehen, generieren aber Traffic für Google. Und das ist letztendlich der Preis für die verbesserte mobile Sichtbarkeit. Nachrichten-Anbieter können mit AMP-Inhalten ihr Image verbessern, verlieren mitunter aber Nutzung auf ihren eigenen News-Seiten und verzichten auf Kontrolle über ihren Content. Darüber hinaus ist die Werbemittel-Sichtbarkeit auf AMP-Seiten von Nachrichtenmedien eingeschränkt. 

Jan Königstätter, Gründer und Geschäftsführer von Otago, kommentiert AMP so: "Der Vorteil, die Geschwindigkeit, wird nicht durch eine besondere raffinierte Technik, sondern schlicht durch eine Reduktion auf das Wesentliche erreicht. Publisher hätten diesen Vorteil in der Vergangenheit längst selbst ohne Probleme erreichen können, wenn eine entsprechende Bereitschaft dafür da gewesen wäre."

Er erklärt, dass mit AMP Publisher gezwungen werden, in einem neuen Nachrichten-Format zu arbeiten, um dem Risiko, gegenüber dem Mitbewerb an Sichtbarkeit einzubüßen, zu entgehen. "International gesehen ist in Österreich die Verbreitung von AMP noch gering, nimmt aber stark zu. Viele große Medienhäuser haben bereits eine AMP-Lösung implementiert", resümiert Königstätter.

Der Otago-Geschäftsführer geht davon aus, dass sich Nutzer voraussichtlich rasant an das neue, schnell ladende Format gewöhnen werden. Es ist zu erwarten, so sein Fazit, dass auch in Österreich das News-Karussell bald nur noch AMP-Artikel anzeigen wird. Deshalb müssen sich Websitebetreiber und Publisher also gezwungenermaßen mit diesem Thema auseinandersetzen.

 

Klaus Ranger
25. Mai 2017

Österreichs Haushalte empfangen Fernsehen via Satellit und Kabel. Programme werden mehrheitlich in HD-Qualität konsumiert. IPTV wächst …

bedrck
22. Mai 2017

Der Score 54 Verlag, der das Golfmagazin Perfect Eagle herausgibt, erweitert mit einer App den Nutzungs- und Verbreitungsraum des …

Events

Alle Events anzeigen »