Die neuen Bedrohungen aus dem Netz.

Hacker werden kreativer, unter anderem nutzen sie nun smarte Kameras und Autos. Ein Überblick über die neuen Gefahren.

8,5 Millionen schädliche Installationen wurden 2016 auf Smartphones entdeckt, fast dreimal so viel wie im Jahr zuvor. © © vladwel

Die Zeiten, in denen destruktive Teenager für einen Großteil der Viren im Web verantwortlich waren, sind vorbei – längst hat sich die Cybercrime-Branche professionalisiert und experimentiert stets mit neuen Möglichkeiten.

Erpressersoftware

„Im Privatkundenbereich ist Ransomware (Anm.: eine Art „Erpresser-Virus“) schon länger ein Thema, nun kommt die Bedrohung auch in den Unternehmensbereich“, sagt Holger Suhl, General Manager D-A-CH bei Kaspersky Lab. Die Cyberkriminellen verschlüsseln die Geräte der Opfer und fordern Lösegeld, für welches diese einen Freischaltcode erhalten. Inzwischen wird am digitalen Schwarzmarkt eine Art „Ransomware-as-service“ geboten, mit dem auch jene Verbrecher Unternehmen attackieren können, denen zuvor die technische Kompetenz dafür fehlte.

Im Schnitt zahlen Opfer 300 Euro Lösegeld, ein amerikanisches Krankenhaus kaufte sich im Februar 2016 gar mit 14.000 Euro frei. Alle hundert Tage erbeuten Cyberkriminelle dadurch laut einer Kaspersky-Studie über 26 Millionen Euro. Opfern einer solchen Erpressung rät Suhl, das geforderte Lösegeld nicht zu zahlen – als mögliche Lösung verweist er auf die Website nomoreransom.org, die Kaspersky gemeinsam mit Europol entwickelt hat: Hier können Freischaltcodes heruntergelanden werden, die bei einer polizeilichen Durchsuchungsaktion beschlagnahmt wurden.

Internet der Dinge

Eine andere Gefahr für Unternehmen sind „Denial of Service“-Attacken, bei denen durch gezielte Überlastung ganze Webangebote lahmgelegt werden. Dafür werden meist Botnetze verwendet, bei denen die gemeinsame Rechenpower infizierter Rechner für den Angriff missbraucht wird. Relativ neu dabei ist, dass nun auch Smart-Home-Devices dafür genutzt werden. Im Jahr 2016 sorgte etwa das Botnetz „Mirai“ für Aufsehen, das im vergangen Jahr 500.000 Internet-of-Things-Geräte kompromittiert hatte. Das Problem bei den smarten Devices ist, dass ihre Software oft veraltet ist und Sicherheitslücken nicht so rasch geschlossen werden wie auf einem PC. Eine Gefahr sieht Suhl auch in Smart Cars: Kaspersky hat im Februar 2017 die Apps namhafter Autohersteller zur Fernsteuerung unter die Lupe genommen – und bei allen Anbietern Sicherheitslücken entdeckt.

Smartphones und Spam

Auch der Smartphone-Boom eröffnet Cyberkriminellen neue Möglichkeiten: 2016 entdeckte Kaspersky Lab 8,5 Millionen Schadprogramme auf mobilen Geräten – fast dreimal so viel wie im Jahr zuvor. Der Großteil entfällt laut Suhl auf Android, das proprietäre iOS ist vergleichsweise sicher. Eingeschleust wird die Malware durch schadhafte Links, durch verseuchte Websites oder durch infizierte Apps, die nicht über offizielle App Stores bezogen werden. Nicht aus der Mode kommt trotz aller neuen Möglichkeiten der E-Mail-Spam, bei dem über verseuchte Anhänge Malware eingeschleust wird.

Der meiste gefährliche Spam weltweit (14,13 Prozent) landet auf deutschen E-Mail-Accounts, Österreich liegt mit 2,35 Prozent auf Platz zehn der Opferrangliste. Als Schutz wird hier geraten, den gesunden Menschenverstand einzusetzen, sowie alle Programme auf dem neuesten Stand zu halten.

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