DBT-Event: „Verkäufer müssen Kunden folgen - auch auf's Handy".

Experten diskutierten beim Digital Business Trends-Event am 13. April 2016 über mehr Komfort im Kaufprozess und neue Erlebniswelten

Beim Event waren dabei (v.l.n.r.): Manfred Zöchbauer (Wirtschaftskammer OÖ), Jan Radanitsch (Smarter Ecommerce), Tilman Dachselt (dan pearlman), Thomas Stern (Moderator, Braintrust), Oliver Olschewski (wogibtswas.at) und Marco Mülleder (NAVAX Unternehmensgruppe). © APA-Fotoservice/Jürgen Grünwald

Beim Digital Business Trends-Event am Mittwoch, den 13. April 2016, im OÖ Kulturquartier in Linz drehte sich alles um die Digitalisierung im Handel. Wer sich darauf verlässt, dass altbewährte Methoden die Oberhand behalten, könnte rasch weg vom digitalen und auch stationären Fenster sein, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion der Plattform.

„Kunden werden ungeduldiger"

Wichtig sei, die Trends nicht zu verschlafen. „Die Kunden werden ungeduldiger. Und die großen Firmen nehmen viel Geld in die Hand. Wer eine ganz spezielle Zielgruppe adressiert, hat aber gute Chancen. Da gibt es viele Chancen zur Positionierung“, sagte Jan Radanitsch, Geschäftsführer bei Smarter Ecommerce. So könnten Kunden bei einem Anbieter Kleidung, die auf Instagram präsentiert wird, einfach mit dem Kommentar „Sold“ und ihrer E-Mail-Adresse bestellen. Das verstärke Impulskäufe, allerdings sei dafür aktives Campaigning notwendig. Die US-Kaufhauskette Nordstrom habe wiederum das sogenannte „Click&Collect“ weiterentwickelt. Man bestellt online und bekommt „im Vorbeifahren“ die Einkäufe direkt in einer definierten Abholzone in den Kofferraum gelegt. Abgesehen von der Zeitersparnis, entfalle dadurch die Parkplatzsuche.

Tilman Dachselt, Senior Stratege bei der Berliner Kreativagentur dan pearlman, erklärte wie wichtig es sei seine Zielgruppe zu kennen, um sie dann mit einem bestimmten Produkt abzuholen. Ein Beispiel sei Outfittery, das komplette Outfits, die zum individuellen Stil passen, nach Hause schickt. Weiters verdeutlichte der Experte, der Kunde nutze das Luxus-Gut „Freizeit“, um einzukaufen, und erwarte sich daher auch ein Erlebnis. Aus diesem Grund steige auch die Aufenthaltsqualität in den Stores, beispielsweise weil man im Geschäft auch einen Kaffee trinken kann.

Kunden am Smartphone erreichen

Oliver Olschewski, Geschäftsführer der Plattform wogibtswas.at, ergänzte, dass man den Kunden auch auf dem Smartphone erreichen müsse. „Verkäufer müssen Kunden folgen - auch auf's Handy" - Schließlich checke der durchschnittliche Smartphone-Benutzer 150 Mal pro Tag sein Display. Ein Flugblatt spiegle jedenfalls das Verhalten der Konsumenten unter 40 Jahren nicht mehr wider.

Marco Mülleder, Business Manager der Navax Unternehmensgruppe, strich die Anforderungen an die Organisationsprozesse hervor. „Die sind ja nicht genormt. Allerdings wäre das ein sehr großer Hebel, nicht nur eine einzelne Schraube.“ Es brauche auch eine gute Datenqualität, viel Technologie, eventuell Social Media. „Das sind vielfältige Anforderungen. Die Frage ist, ob es da überhaupt das notwendige Personal im Unternehmen gibt“, so Mülleder. „Wir planen ohnehin, den Lehrberuf um digitale Kompetenzen zu erweitern. Da ist Bedarf vorhanden“, gab Manfred Zöchbauer von der Wirtschaftskammer OÖ bekannt. Inzwischen seien rund 70 Prozent der heimischen Händler im Internet vertreten, 19 Prozent würden online verkaufen. „Aber die Hälfte des E-Commerce-Umsatzes in Österreich fließt ins Ausland – zu Amazon und Co. Die haben aufgrund der steuerlichen Rahmenbedingungen einen gigantischen Wettbewerbsvorteil.“ Der Online-Handel werde noch zunehmen, „aber es gibt eine Grenze", betonte Zöchbauer.

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