Bundespräsident Van der Bellen im Social Web präsent wie nie zuvor.

Die Folgen von #ibizagate stellen Bundespräsident Alexander Van der Bellen vor die größte Aufgabe seiner Amtszeit. Dies geht auch aus einer Social Media-Erhebung des österreichischen Medienbeobachters META Communication International hervor. Kein Ereignis hat im öffentlichen Diskurs für eine höhere Resonanz gesorgt.


© Meta Communication

Die Erhebung zeigt, dass die Social Media-Präsenz von Bundespräsident Van der Bellen schon immer stark an Türkis-Blau gebunden war. Auslandsreisen, gesellschaftspolitische Aussagen, aber auch zahlreiche Einzelfälle führten wiederholt zu Stellungnahmen von Van der Bellen und rückten das Amt des Bundespräsidenten in den medialen Fokus. 

Für verstärkte Präsenz sorgten etwa Van der Bellens Aussage, dass das Kopftuch ein Teil der Meinungsfreiheit sei, die Regierungsbildung von Türkis-Blau (inkl. Ablehnung von Harald Vilimsky und Johann Gudenus als Minister), seine abwartende Haltung bei der Unterzeichnung des CETA-Abkommens oder die Vorladung von Innenminister Herbert Kickl nach dessen Aussage, dass „das Recht der Politik zu folgen“ habe. 

Twitter nimmt im politischen Diskurs via Social Media eine besondere Rolle ein. META Communication beobachtet hier gezielt seit 2017 das österreichische Politgeschehen und hat seitdem mehr als 4,8 Millionen Nennungen politischer Parteien und Akteure erfasst. 

Allein zum Bundespräsidenten wurden seit April 2017 mehr als 183.000 Tweets erfasst. Seit der Veröffentlichung des Strache-Videos wurde der Bundespräsident in mehr als 30.000 Tweets erwähnt. Das entspricht mehr als 15 Prozent seiner Gesamtpräsenz seit 2017. 

Mit dem Ende von Türkis-Blau und dem zu erwartenden Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz steht der Bundespräsident gemäß der österreichischen Verfassung nun erneut im Mittelpunkt. Er muss „unverzüglich“ einen Nachfolger als Kanzler bestimmen und die Stabilität der Regierung wahren. Die Regierungskrise wird wohl nachträglich als das prägendste Ereignis seiner Amtsperiode in Erinnerung bleiben.

Untersuchungszeitraum: 1. April 2017 bis 26. Mai 2019. Erfasst wurden insgesamt 183.463 Tweets mit Nennung von Bundespräsident Alexander van der Bellen.

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