Bewusst ernähren mit sozialen Medien.

BuzzValue analysierte wie sich Menschen in sozialen Netzwerken über Ernährung austauschen und wie das der Handel für sich nutzt.

Essen und bewußte Ernährung spielen in sozialen Medien auch eine wichtige Interaktionsrolle. Dabei kommt es aber auch zu Übertreibung, rascher Sättigung und, wie es schön heißt, Food Porn. © Moira1st - Pixabay.com

Speisen fotografieren und die Bilder dann in sozialen Netzwerken posten, ist eine Lieblingsbeschäftigung von aktiven Netzwerk-Mitgliedern, die Betrachter auch schnell einmal satt macht. Er wird aber nicht nur fotografiert. Das Thema Essen und bewusste Ernährung spielt eine bedeutende Rolle in der Social-Media-Interaktion. Welche Intensität das Thema in sozialen Medien in Österreich hat, hat sich BuzzValue näher angesehen.

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Mehr als 11.000 User-Beiträge dazu wurden im Jänner 2017 durchleuchtet. Dabei zeigte sich, dass es zum Themenbereich Vegan die höchste Interaktion gab. In mehr als 6.000 Beiträgen beschäftigten sich Menschen mit der Kunst des kulinarischen Verzichts und der Selbstbeschränkung. "Vegan hatte einen Anteil von 57,1 Prozent an den Gesprächen über Ernährung", beziffert Markus Zimmer, Geschäftsführer von BuzzValue, den Verteilung. Vegan ist Top-Thema mit einer sehr großen und aktiven Community schlußfolgert er. Zu den Begriffen "glutenfrei", "Detox", "Diät" und "Veggie" wird nicht mehr annähernd so viel miteinander interagiert. Deren Beitragszahlen bewegen sich zwischen 850 und 425. Der Begriff "Superfood" wird im Social-Media-Österreich so gut wie gar nicht verwendet obwohl es sich dabei um ein Buzzword handelt. 

Die wichtigsten sozialen Drehscheiben für den Austausch zu Ernährungsbewusstsein sind Facebook vor Instagram und zahlreichen Food-Blogs. Zimmer attestiert "heimischen Food- und Lifestylebloggern eine immer größere Rolle" in dieser Dialog- und Interaktionswelt zu spielen. 

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Und welche Rolle spielt der heimische Lebensmittel-Handel hier? Greift man die von BuzzValue dazu erhobenen Zahlen auf: gar keine! Der Handel propagiert auf klassischen Kommunikationswegen gesunde Lebensführung und Ernährungsbewusstsein, lassen das vorhandene Social-Media-Potenzial aber entweder links liegen oder nehmen es einfach nicht wahr. 

Zimmer: "So erzielte Spar Österreich im Jänner mit nur rund 200 User-Kommentare zu relevanten Ernährungsthemen in seinen Social Media-Kanälen den aktuellen Topwert. Merkur Markt mit 180 und Hofer mit 140 Beiträgen folgen mit ebenfalls nur geringer User-Interaktion auf den Plätzen zwei und drei." Dabei treten Händler gerne "vegan" und "glutenfrei" im Markt auf. Auch themenspezifische Hashtags werden von den heimischen Retailern bisher kaum eingesetzt, resümiert der Buzz-Experte Zimmer. Er ist der Ansicht, dass "das Wissen über Themen, Trends und Begrifflichkeiten der ernährungsbewussten Community in Österreich heimischen Händlern bei der Gestaltung von zielgruppengerichteten Content helfen kann". Er appelliert in Richtung Lebensmittel-Handel: "Die sozialen Medien stellen hier einen schier unendlichen Meinungsraum für diese Unternehmen dar."