„Entscheidend ist die Kommunikation auf Augenhöhe“.

Lisa Stadler, Social-Media-Managerin derStandard.at, hielt beim Tag der Marktkommunikation eine Keynote über die Kunst der Social-Media-Kommunikation. Werbeplanung.at war vor Ort und hat ihren Vortrag zusammengefasst

„Nachrichten müssen sich auf Facebook gegen Videos, Katzenbilder und Gewinnspiele durchsetzen“, beschrieb Lisa Stadler, Social Media Managerin bei derStandard.at. © Lisa Stadler (Foto: Niklas Stadler) Werbeplanung.at

Beim diesjährigen Tag der Marktkommunikation in der Wiener Marx Halle hielt Lisa Stadler, ihres Zeichens Social-Media-Managerin bei derStandard.at, eine Keynote über die Erfolgsfaktoren von Social-Media-Kommunikation. Zunächst gab sie einen Einblick in ihre tägliche Arbeit, dabei steht vor allem die Kommunikation mit den Usern im Zentrum: „Die direkte Arbeit mit den Usern ist besonders spannend“, so Stadler. Positives Feedback sei ein Beweis dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist. Obwohl auch Kritik geäußert wird, sei der überwiegende Teil der Rückmeldungen positiv.

Auf derStandard.at war es schon früh möglich, Kommentare unterhalb der Artikel zu posten. „Hier war derStandard.at eines der ersten Medienhäuser weltweit“, berichtete Stadler. Dieser Umstand ist aus ihrer Sicht ein zentraler Grund für die Größe und die Treue der Community von derStandard.at. Soziale Medien sind laut Stadler auch ein sehr mächtiger Kanal, wenn es darum geht, Reichweite aufzubauen. Selbst Zeitungen ohne hohe Printauflagen können hier mit wenig Budget eine große Leserzahl erreichen.

Die User ernst nehmen

Entscheidend für eine erfolgreiche Social-Media-Kommunikation ist für Stadler, die User ernst zu nehmen und mit ihnen auf Augenhöhe zu interagieren. „Das klingt im ersten Moment sehr einfach, wird in der Praxis aber oft nicht umgesetzt“, meinte Stadler. Zudem liefert die Community von derStandard.at oftmals auch hilfreiches Feedback. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Übersetzung von journalistischen Inhalten in die Sprache des Social Web. „Nachrichten müssen sich auf Facebook gegen Videos, Katzenbilder und Gewinnspiele durchsetzen“, beschrieb Stadler. Artikel müssten daher kreativ präsentiert werden. Das Community-Team von derStandard.at erstellt etwa selbst Fotos zu bestimmten Nachrichten, weil diese eine bessere Aufmerksamkeit erreichen als eine reine Headline "und weil wir keine langweiligen Agentur-Fotos benutzen wollen“, ergänzte Stadler. Auch selbst gestaltete Memes können auf Facebook sehr erfolgreich sein.

Generell ist die Kommunikation auf Facebook laut Stadler „sehr visuell“. Hier gilt es, besonderes Augenmerk auf die Bildsprache zu legen. Dies trifft auch auf Instagram zu, für Stadler „der derzeit spannendste Kanal“ im Social Web. Instagram werde bei derStandard.at unter anderem für Backstage-Eindrücke genutzt. Derzeit experimentiert das Team aber auch mit Fotos zu Breaking News. Besonders die junge Zielgruppe könne man auf Instagram ansprechen: „Wir gehen davon aus, dass viele junge User nicht mehr auf Facebook sind und auf Instagram ausweichen“, so Stadler. Zudem setzt derStandard.at seit etwa einem Jahr auf WhatsApp. User bekommen dort einen Nachrichtenüberblick zugeschickt, „ähnlich wie bei einem Newsletter“. Das Angebot wird von den Usern „als tolles Service und als Innovation“ wahrgenommen.

Zum Abschluss ihrer Keynote ging Stadler erneut auf die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Social-Media-Kommunikation ein: Entscheidend sei eine authentische Kommunikation auf Augenhöhe mit den Usern. Man sollte außerdem keine Angst davor haben, neue Dinge auszuprobieren: „Wir probieren auch viel aus und manches geht eben schief“, plädierte Stadler. Man müsse aus der Nebenrolle des Werbebotschafters herauskommen und stattdessen auf einen authentischen Dialog mit den Usern setzen. Am Ende geht es darum, die User zu kennen und diese richtig anzusprechen, so ihr Fazit.

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