Online-Marketing Rebooted: SEO ist tot - es lebe SEO!.

Harald Grabner, Geschäftsführer von 123consulting, gibt den Werbeplanung.at-Lesern spannende Einblicke in aktuelle Trends der Google-Optimierung

Harald Grabner, Geschäftsführer von 123Consulting, informiert die Leser von Werbeplanung.at über SEO-Trends. © Harald Grabner (Foto: 123Consulting) Werbeplanung.at

Experten für Suchmaschinenoptimierung erleben aufregende Zeiten. Sie befinden sich auf einer Berg- und Talfahrt in vielerlei Hinsicht.

Nehmen wir zum Beispiel die allgemein wahrgenommene Bedeutung ihrer Tätigkeit im Online-Marketing-Mix ganz allgemein her. Bis vor sechs, sieben Jahren war die Nachfrage nach Suchmaschinenspezialisten beinahe null. Niemand brauchte SEOs, “Google-Optimierung” war eine Beschäftigung für einige wenige Nerds. Spätestens als dann die ersten SEO-Schleudern à la 123people.com auf den Plan traten und innerhalb weniger Monate Millionen an Usern vom Google Suchergebnis auf ihre Seiten schaufelten, begann der Paradigmenwechsel. Plötzlich waren alle ganz gierig darauf, ihre Seite perfekt zu optimieren. Suchmaschinenoptimierung rückte in das Zentrum der Bemühungen im Online-Marketing. Nicht nur das: ganze Online-Businesses wurden im Vertrauen darauf initiiert, dass der Traffic einen guten SEO-Job vorausgesetzt, quasi gratis von Google auf die Seite geschaufelt werde.

Mit dieser Entwicklung begann das Zeitalter der “Black Hat”-SEO´s, also der “Experten”, die ein gutes Ranking der von ihnen betreuten Seiten mittels mehr oder minder kreativer Tricks in kürzester Zeit erreichen wollten. Beinahe alles, was man für die Suchmaschinenoptimierung brauchte, konnte man kaufen. Vor allem Content und Links. Von beidem brauchte man nämlich jede Menge, wollte man eine schnell wachsende und auf SEO-Traffic basierende Website hochziehen.

Diese “Trick & Cheat”-Mentalität brachte die SEO-Branche in Verruf. Zurecht, wie ich meine. Denn nur allzu viele SEO-Agenturen und -Berater widmeten ihre Energie nicht der Frage, wie man ein für den User maximal sinnvolles Angebot gestalten kann. Sie arbeiteten fast ausschließlich an der Lösung der Frage, wie man den Google-Algorithmus immer wieder von Neuem austricksen und ihm hohen Kundennutzen vorspielen konnte. Denn nur Seiten, denen Google einen hohen User-Mehrwert attestiert, sollen in den Suchergebnissen weit oben auftauchen - so der Wunsch der Suchmaschine. Ein Katz-und-Maus-Spiel war das Ergebnis: Google überarbeitete im Bestreben, schlechte von guten Seiten zu trennen, hunderte Male pro Jahr seinen Algorithmus; die SEOs taten alles, um wieder neue Lücken in der Google-Logik zu finden.

Mit Stand heute kann man sagen: Das Match hat eine entscheidende Wendung genommen. Google hat das Heft fester in der Hand als jemals zuvor. Sehr zum Nutzen für den User - die Qualität der Suchergebnisseiten wird immer besser. Seiten mit zweifelhaften oder “nicht relevantem” Content verschwinden zusehends aus den prominenten Bereichen der Suchergebnisse. Mit “Panda” und “Pinguin”, zwei umfassenden Agorithmus-Updates, bereitete der Internet-Riese mit Flächenbombardement den Angriff vor. Mit gezielten Nadelstichen wie dem schrittweisen Ausschalten und Abstrafen von Linknetzwerken (erst vor wenigen Wochen in Deutschland geschehen) wird jetzt der Rest erledigt. Websites, die sich nicht an die Google-Regeln halten oder die auch einfach nur kein gutes Angebot für User darstellen, verlieren an Bedeutung. Linkbuilding-Agenturen, Black Hat-SEO´s und all die anderen, die schon immer billiges SEO-Kleingeld gewechselt haben, stehen vor den rauchenden Trümmern ihrer Bemühungen.

All denen, die an einem nachhaltig funktionierenden Internet interessiert sind und die online Geschäfte machen wollen, kann das nur recht sein. Google gelingt es immer besser zu verstehen, welches Web-Angebot bei den Usern wirklich ankommt und welches nicht.

Das Selbstverständnis des Suchmaschinen-Experten bildet sich neu. War es vor einigen Jahren der Technik-Nerd, der mit einigen HTML-Zaubereien Google dazu brachte, eine Seite hoch zu ranken, sind heute Online-Professionisten mit umfassenden Kenntnissen und großer Erfahrung gefragt. Marketing-Verständnis mit einem tiefgreifenden Verständnis für die Funktionalität und das Zusammenwirken von Web- und Social Media-Sites ist gefragt. Der User rückt in den Mittelpunkt; Usability- und Produktverständnis gehören selbstverständlich zur Toolbox des SEO-Experten. Sein Wirken basiert, und das hat sich nicht geändert, auf der Basis laufender Analyse von Web- und User-Metriken und dem Einsatz wirkungsvoller Mess-Tools.

Richtig gemacht ist Suchmaschinenoptimierung die effizienteste Form von Online-Marketing - daran wird sich so schnell nichts ändern. Das Berufsbild “Suchmaschinenoptimierer” hat sich verändert. Die schnellen Erfolge der Black Hat-SEO´s gehören der Vergangenheit an. Der umfassenden und ernsthaften, am User orientierten Suchmaschinenoptimierung gehört die Zukunft.

Ich bin sehr froh darüber.

Digital-News aus der Branche in Ihr Postfach

updatedigital.at hat viele Ausprägungen mit einem Ziel: Die österreichische Digital-Marketing-Branche bestmöglich zu versorgen. Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und erhalten Sie einmal pro Tag eine Übersicht mit den aktuellsten Nachrichten der Digital-Branche.

Newsletter abonnieren