Online-Marketing Rebooted: Author Rank.

Harald Grabner, Geschäftsführer von 123consulting, gibt spannende Einblicke in aktuelle Trends der Google-Optimierung

Es wird immer weniger wichtig, wo ein Link platziert wird, immer relevanter wird es, wer den Link setzt. © Google Author Rank Werbeplanung.at

Kaufen Sie Ihre Links noch nach dem Motto “Im Dutzend billiger” ein? Ich gebe Ihnen einen guten Rat: nehmen Sie Abstand davon. Im besten Fall bringen massenhaft eingekaufte Links ihrer Website im Google-Ranking nichts; im ungünstigsten Fall straft Google Sie ab und Ihre Website verschwindet im Suchmaschinen-Nirvana. Zur Erinnerung: Google wertet Links, die auf eine bestimmte Website verweisen, wie eine Empfehlung für diese Seite. Deshalb sind diese Links für das Ranking so wertvoll. Galt die letzten Jahre grundsätzlich die Regel “je mehr Links, desto besser”, haben sich die Rahmenbedingungen für den Aufbau von Links stark verändert.

Nicht das "woher”, sondern das “wer” ist entscheidend

Ein Gefühl für den Paradigmenwechsel der Google´schen Link-Policy wird bei einem näheren Blick auf den sogenannten “Author Rank” offensichtlich. 2009 reichte Google ein Patent namens “Agent Rank” ein, in dem ein Verfahren dargestellt wurde, mit welchem die Ergebnisse von auf Suchmaschinen dargestellten Inhalten dem jeweiligen Autor zugeordnet werden können. Jeder Autor bekommt einen seinen bisherigen Aktivitäten entsprechenden Score zugewiesen. Künftige Inhalte des Autors werden anhand dieses Scores bewertet.

Im Grunde ist dies das Verfahren, welches Google schließlich 2011 als “Author Rank” ausgerollt und in den Suchalgorithmus integriert hat. Es wird immer weniger wichtig, wo ein Link platziert wird, immer relevanter wird es, wer den Link setzt. Google gewichtet Links von vertrauenswürdigen Autoren mittlerweile viel stärker als Links, die aus Content von anonymen Usern stammen. Links von Autoren, die zu bestimmten Themen einem “Track Record” aufweisen können, also aufgrund ihrer Online-Veröffentlichungen als “Experten” gelten, können dabei als “authorisierte Links” bezeichnet werden.

Warum der Author Rank für Google so wichtig ist, liegt auf der Hand. Er ist ein sehr effizientes Instrument, sinnlose von sinnvollen Inhalten zu unterscheiden. Bis 2011 konnte man Google theoretisch mit einem Text überlisten, der nur aus einer geschickten Aneinanderreihung von Keywords bestand. Bezieht man den Autor des Contents in dieses Beurteilung mit ein und misst man, wie stark/schnell/lang die Inhalte im Social Web verbreitet wurden, ist die Methode der industriell erstellten, mit Keywords vollgestopften und an den tatsächlichen Interessen der Nutzer meilenweit vorbeigeschriebenen Texte zwecklos. 

Social Signals als Kriterum für den Author Rank

Wie aber bekommt man von Google einen Expertenstatus zu einem bestimmten Thema oder Interessensgebiet zugesprochen? Wie immer gibt sich Google hier geheimnisvoll. Eine gewichtige, vielleicht sogar dominierende Rolle spielen aber auf jeden Fall die “Social Signals”. Social Signals sind Ereignisse in sozialen Netzwerken. Dazu zählen Likes, Shares, Tweets, “+1”, Comments etc. Google räumt dabei übrigens, wenig überraschend, dem eigenen Social Network “Google+” eine überdurchschnittliche Bedeutung ein. Ein Google+ Profil ist Autoren, die eine gute Suchmaschinen-Reputation aufbauen wollen, wärmstens zu empfehlen. Im Google´schen Bewertungskatalog der Social Signals findet sich ein bunter Strauß an Kriterien; so spielt beispielsweise die durschnittliche Umlaufgeschwindigkeit neuer Artikel, gemessen an Social Events wie Tweets,+1, Likes und Shares an einem Tag/Stunde/Minute eine Rolle; die Anzahl der Follower und die Aktivität im Google+ -Profil eines Autors spielt eine Rolle; die Häufigkeit der Veröffentlichungen auf der eigenen oder auf andern Seiten wird ins Kalkül gezogen – und noch viele Faktoren mehr.

Was bedeutet das nun für mein Linkbuilding?

Alle Websitebetreiber, die seit Jahren eine seriöse, organische und am Nutzer orientierte Vernetzung der eigenen Inhalte mit Web- und Social Media-Angeboten betreiben, können aufatmen. Für sie ändert sich verhältnismäßig wenig, außer dass Sie noch stärker als bisher auf die individuelle Reputation eines Autors achten sollten, mit dem sie in Kontakt sind. Betreiber von Content-Aggregatoren, von Seiten mit kopiertem Content, von Web-Angeboten, die ihre Links von zweifelhaften Anbietern noch zweifelhafterer Link-Farmen und dubioser Link-Netzwerke beziehen, sollten, so sie der Zorn Googles nicht schon längst getroffen haben, die Reißleine ziehen. Was zählt ist echter, sinnstiftender Content von echten Menschen, der bei den Usern Interesse erregt, Mehrwert stiftet und entsprechend schnell und gerne im Netz verbreitet wird. Dazu bedarf es einer sauberen SEO-Strategie bezüglich relevanter Social Media-Profile und –Aktivitäten sowie des Contents- und Linkaufbaus. Qualität geht noch viel mehr als bisher vor Quantität.

Die Zeiten des SEO-Kicks sind vorbei

Den schnellen SEO-Kick gibt es nicht (mehr), das Handwerk der Suchmaschinenoptimierung wird in Zukunft noch viel “sauberer” werden. Google wird alles daran setzen, noch unabhängiger von von Außen beeinflussbaren Faktoren zu werden. Nur so kann es sicherstellen, die für den Suchenden besten Ergebnisse darzustellen. Linkbuilding wird infolge dieser Entwicklung immer schwieriger, Manipulationsversuche eineindeutig identifizierbar und Google´s “Pinguin” – der Codename, unter dem der Author Rank in den Algorithmus integriert wurde -  wird immer mächtiger.

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