OMX und SEOkomm: Relevanz und Individualität sind gefragt.

Am 19. und 20. November 2015 fanden die beiden Konferenzen OMX und SEOkomm in Salzburg statt. Werbeplanung.at war vor Ort

Die SEOkomm ging heuer am 20. November in Salzburg über die Bühne. © OMX/SEOkomm

Bereits am Weg zu der zweitägigen OMX und SEOkomm studierte ich ausführlich die Agenda der beiden Events und überlegte mir, welche Tracks ich mir anhören werde. Gar nicht so einfach, da es mein erster Besuch war. Die Tracks waren auf drei Locations und quasi in drei Schwierigkeitsstufen Grundlagen – Strategie – Hardcore aufgeteilt. Ich habe mich - besonders für die SEOkomm - für einige Grundlagen entschieden und war gespannt, was mich erwarten würde. Nun bin ich wieder in Wien angekommen, zurück von zwei Tagen geballter Online-Information.

Zunächst einmal bin ich begeistert von der super Organisation, die zu einem sehr harmonischen Ablauf geführt hat. Die Vorträge haben pünktlich vor vollen Reihen begonnen. Alle Vorträge waren auf 45 Minuten festgelegt, was allerdings bei einigen Speakern dazu geführt hat, dass sie ihr Sprechtempo verdoppelt haben, anstatt ihren Vortrag zu kürzen. Für die gut besuchte Konferenz waren die Räumlichkeiten der Location ideal gewählt, sowohl in Größe als auch Anordnung. Die meisten Speaker haben viel interessante Information auch noch großartig vorgetragen.

Schlechte Inhalte sind der SPAM von heute

Die Keynote bei der OMX hielt Robert Seeger. Der Kunsthistoriker und Social-Media-Marketer hat ganz besonders kurzweilig und interessant vorgetragen. In seinem amüsanten Vortrag sind mir folgende Aussagen besonders in Erinnerung geblieben, die gleichzeitig auch Thema und Appell der Konferenz waren: Weniger Inhalte, dafür aber mehr Sinn, Relevanz und Fokus produzieren.

Seeger zeigte pointiert, dass qualvolles, gezwungenes „anders sein“, paradoxerweise erst recht wieder zu Konformismus führt. Privat genauso wie im Business. Besser, weil sinnvoller, ist es, normal und kreativ dabei zu sein. Schlechte Inhalte sind der SPAM von heute. „Alles kannst Du kaufen, nur nicht Aufmerksamkeit, die muss man sich erarbeiten und selbst dann kann sie Dir nur geschenkt werden“, plädierte Seeger. Alle buhlen sie darum, denn Aufmerksamkeit heißt, wahrgenommen zu werden und das heißt in weiterer Konsequenz, Geld verdienen.

Relevanz und Individualität sind gefragt

Aber welcher Content wird denn überhaupt gefunden, wahrgenommen, wirklich aufmerksam gelesen und bleibt dann auch in Erinnerung? Und noch wichtiger: warum?

Eric Kubitz nannte in seinem Track: Onpage SEO - Content Grundlagen die Zauberformel: „Content muss semantisch und holistisch sein“. Suchanfragen müssen schnell, kurz und übersichtlich beantwortet und weitere Hilfe/Empfehlungen angeboten werden.

Es reicht also nicht mehr aus, wie wahnsinnig sinnentleerte, unpersönliche Content-Massen gespickt mit einer Flut an Keywords von sogenannten Content-Managern produzieren zu lassen und dann online zu stellen. Relevanz und Individualität sind gefragt. Die Verbindung zwischen den einzelnen Wörtern muss mehr als ein Beistrich sein. Sie müssen eine sinnvolle Beziehung zu- und Verflechtungen miteinander haben. Im besten Falle wird nicht nur die Anfrage des Users befriedigend beantwortet, sondern darüber hinaus ein bestimmtes Lebensgefühl vermittelt, mit dem sich der User identifizieren kann. Und technisch – aber das sollte sowieso jedem klar sein – muss die Website State of the Art sein. Nur aus einem glücklichen User kann ein zufriedener Kunde werden.

„Be someone‘s lover and not everybody’s darling!“

Sinnvoll ist es, spezifische Inhalte für eine bestimmte Zielgruppe aufzubereiten (Sprache, Medium/Kanal festlegen, Online-Offline). Hier kann man sich ruhig mal was trauen, kann ein bisschen mehr edgy und neugierig sein, ohne krampfhaft einfach nur anders sein zu wollen. Eine schwierige Gratwanderung.

Interessant finde ich, dass die sozialen Medien, Apps und Portables gerade das Gegenteil repräsentieren, hin zu Mini-Inhalten und schnellen Schnitten, es wird durchgescrollt und weggewischt. Im „Yogischen“ nennt man dieses rastlose Verhalten des menschlichen Geistes, der von einem Platz zum nächsten springt und nirgendwo ruhig verweilen kann, „Monkey Mind“. Er erträgt keine Langeweile, keine Ruhe, keine Kontemplation.

Die Helden von heute sind Formate wie Snapchat, Twitter, Facebook, Vine oder Tinder, die kurzweilig und oberflächlich bespaßen. Allerdings ist die Flut der Inhalte, die diese Dienste verbreiten, so gewaltig, dass es für den einzelnen enorm schwierig ist, genügend Aufmerksamkeit zu generieren.

Google oder nicht Google, das ist hier die Frage

Und was macht jetzt eigentlich eine gute Website aus? Natürlich muss eine Webseite erstmal gefunden werden und ob das passiert, hängt wesentlich davon ab, wie diese von der Suchmaschine gereiht wird. Dafür gibt es SEO-Optimierer, die versuchen, den sich ständig ändernden Logarithmen von Google und Co. gerecht zu werden.

Markus Tandler hat in seiner sehr unterhaltenden Keynote „404 - Keynote not found“ gleich zu Beginn eine Information gegeben, die so einiges erklärt: Google wurde nicht als Suchmaschine, sondern als AI (Artificial Inteligence) geplant. Die Suchmaschine lernt mit jeder neuen Suchanfragen dazu. Sie muss ständig wachsen und sich erneuern, um den „Customer“ bei Laune zu halten. Ziel ist es, die Kaufanfragen zu antizipieren – „things finding people“ und nicht andersrum. Der Kunde soll berechenbar und sein Kaufverhalten vorhersehbar werden. Selbstverständlich alles nur im Sinne eines glücklichen und zufriedenen Kunden, der Zeit spart, um sein Leben genießen zu können.

Vielen ist es scheinbar immer noch nicht so klar, dass die User auf der Seite auch gehalten und via Leitsystem zu den Informationen geführt werden müssen, die sie suchen. Im idealsten Fall findet am Ende des Prozesses ein Kaufabschluss statt oder es wird eine Anfrage getätigt. Dazu gab es im Rahmen des Events viele praktische und zumindest im Kleinen sofort anwendbare Hinweise.

Sicher gäbe es an dieser Stelle noch vieles von den beiden Tagen zu berichten, aber ich will mich, wie ich es hier gelernt habe, auf das Wesentliche konzentrieren, denn nur so kann mein Text authentisch und spezifisch sein. Bei all den technischen und inhaltlichen Vorgaben zu einer perfekten Online-Marketing- und SEO-Welt sollte man doch nicht vergessen, sich selbst und seiner Marke treu zu bleiben. Vielleicht widerspricht das der einen oder anderen Vorgabe eines Content-, Conversion- oder SEO-Mangers, aber hey: wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

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