Österreich fährt auf E-Bikes ab.

Der Boom bei E-Bikes hält weiter an. Je kleiner, leichter und günstiger die Akkus werden, desto gröSSer wird die Nachfrage. E-Bikes können mittlerweile auch via App geliehen werden. Und auch das AirBnB-Modell wird bereits angewendet.

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Die Zahl der verkauften Fahrräder blieb in Österreich mehr oder weniger konstant. Doch der Anteil der EBikes daran steigt immer weiter. 2016 erreichten die Elektrofahrräder schon einen Marktanteil von über 20 Prozent. Ein Trend, mit dem Österreich in Europa nicht allein dasteht. „Die Entwicklung des E-Bike-Markts ist rasant. Wir halten es für realistisch, dass in zehn Jahren jedes zweite neu verkaufte Fahrrad in europäischen Kernmärkten ein EBike ist“, prognostizierte Claus Fleischer, Geschäftsleiter von Bosch eBike Systems, kürzlich. Dennoch zählt Österreich zu den E-Bike-Vorreitern und lag 2016 dem Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ) zufolge hinter den Niederlanden und Belgien auf Platz drei der Länder mit dem größten Absatz bei Elektrorädern. Auch im österreichischen Handel registriert man den E-Bike-Boom mit Freude. „Der Knüller ist das E-Bike. Um unglaubliche 45 Prozent legte hier der Verkauf zu.

Der Trend ist nicht zu bremsen. Aus dem Intersport-Sportreport wissen wir, dass mehr als 600.000 Österreicher planen, ein E-Bike anzuschaffen“, sagt Mathias Boenke, Geschäftsführer von Intersport Austria. Insgesamt stieg der Produktbereich „Bike“ um 22 Prozent. Sport- 2000-Vorstand Holger Schwarting bestätigte, dass der Trend im Frühjahr 2018 ungebrochen ist. Besonders E-Bikes und E-Mountainbikes würden sich großer Beliebtheit erfreuen und würden intensiv nachgefragt. „Durch die frühsommerlichen Temperaturen der letzten Tage haben einige praktisch die Ski gegen das Rad ausgetauscht“, so Schwarting. Zudem wird die Anschaffung von E-Bikes durch Betriebe, Vereine und Gemeinden als Teil des Aktionspakets E-Mobilität von bmvit, BMNT und dem Sportfachhandel pauschal mit bis zu 500 Euro gefördert. Überall entdecken ganze Gebiete die Vorteile von E-Bikes. Jüngstes Beispiel ist das Radverleihsystem „Kärnten rent e-Bike“, das im Mai 2018 gestartet wurde. Im Rahmen einer Kooperation mit allen Kärntner Tourismusregionen sowie der Firma Papin Sport, einem europaweiten Anbieter im Bereich Fahrraddienstleistungen, konnte ein flächendeckendes Radverleihsystem mit rund 50 Radverleihstationen und über 1.000 Leihrädern, davon 500 EBikes, verteilt auf ganz Kärnten, gestartet werden. Auch andere Bundesländer bieten eigene Angebote rund um den E-Bike- Verleih an, Niederösterreich und Oberösterreich zudem eine Onlinekarte mit allen Ladestationen.

Zum Rad via App

Und in Wien wurde kürzlich auf dem Wiener Zentralfriedhof der erste automatische E-Bike-Verleih eröffnet. Hinter dem Tor 2 stehen im ersten Schritt sechs E-Bikes für Touren über den Wiener Zentralfriedhof zur Verfügung. Das Projekt wurde im Rahmen der Stadterneuerungsinitiative „Smarter Together = Gemeinsam g’scheiter“ umgesetzt. Das Ausleihen der Fahrräder funktioniert über Handy-App, die ebenfalls seit dem Anfang verfügbar ist. Generell ist der Fahrradverleihmarkt in der Hauptstadt stark umkämpft, vor allem, seit neben dem stationsgebundenen Leihfahrradanbieter Citybike Wien zahlreiche Anbieter ohne fixe Verleihstationen wie etwa die asiatischen Unternehmen ofo, oBike ihren Hut in den Ring geworfen haben. 1.500 Fahrräder bietet Citybike an, oBike aus Singapur reduzierte seine Flotte kürzlich um 800 Räder auf nun 1.000 Stück, der chinesische Konkurrent ofo bleibt bei seinen 500 bis 600 Rädern.

Dazu kommen die orangefarbenen Räder von Donkey Republic, die wie bei den anderen „freien“ Anbietern via App bestellt und entsperrt werden können. Auch das aus Dänemark stammende Unternehmen plant in Wien eine Flotte mit 1.000 Stück. Ofo und oBike bieten zudem den Vorteil, dass die verfügbaren Räder live via GPS gefunden werden können. Das brachte den beiden Unternehmen Kritik von Datenschützern ein, die monierten, der Kunde würde quasi mit seinen Daten bezahlen. Auch E-Bikes zum Ausborgen bietet die Plattform listnride.com, eine Art Airbnb für Fahrräder, an. Hier können Räder von Privatpersonen und Fahrradläden gemietet werden. Die Abholung findet entweder beim Vermieter zu Hause, an einem vereinbarten Platz oder via zugesendeten Code für das Schloss statt.

Text mit inhaltlicher Unterstützung von MediaMarkt Saturn

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