Online-Marketing Rebooted: Herausforderung Link-Aufbau.

Harald Grabner, Geschäftsführer von 123consulting, gibt den Lesern von Werbeplanung.at spannende Einblicke in aktuelle Trends der Google-Optimierung

SEO-Expterte Harald Grabner informiert über aktuelle Entwicklungen im Bereich SEO. Thema diesmal: "Herausforderung Link-Aufbau". © iStockPhoto Werbeplanung.at

Suchmaschinenoptimierung setzt sich aus drei Bereichen zusammen: der Onsite-Optimierung (saubere URL-Struktur, schnelle Ladezeiten etc.), guten und einzigartigen Inhalten und möglichst vielen “hochqualitativen” Links, die aus dem Web auf die eigene Seite verweisen. Nachhaltige Search Engine Optimization (SEO) funktioniert nur dann, wenn alle drei Bereiche bearbeitet werden.

Der schwierigste Abschitt auf dem Weg zu einer möglichst prominenten Platzierung einer Seite in den organischen Suchmaschinenergebnissen ist jedenfalls für die meisten  Website-Publisher das Thema “Linkaufbau”. Linkaufbau (oft wird der englische Begriff “Linkbuilding” benutzt) beschreibt einen Prozess zur Gewinnung von externen Links (Backlinks genannt). Das Ziel beim Linkbuilding ist die absichtliche Erhöhung der Anzahl von qualitativen Backlinks, welche auf die eigene Website verweisen.

Um das Thema “Linkaufbau” ranken sich viele Mythen. Linkbuilding war bis vor kurzem das Spielfeld vieler (oft nicht seriös agierender) Agenturen, die dem Kunden “garantierten”, in kürzester Zeit eine unheimlich große Zahl von Links aufzubauen. Dass dabei immer auf - zumindest aus der Sicht von Google – dubiose Praktiken wie Linknetzwerke, im Osten gekaufte Links und andere höchstens kurzfristig wirksame Techniken zurückgegriffen wurde, schien sich lange nicht herumzusprechen.

Dabei waren die Praktiken vieler Linkbuilding-Agenturen seit jeher für den Website-Betreiber brandgefährlich. Nicht selten kam es vor, dass Google die Website aufgrund schlechter Links oder einer unnatürlichen Linkstruktur abstrafte. Die Website verschwand im schlimmsten Fall von heute auf morgen aus den Top-Positionen. Bei kommerziellen Sites brach mit dem Traffic auch der Umsatz ein – eine tödliche Kombination.

Angriff des Pinguins

Spätestens seit den “Pinguin”-Algorithmus-Updates, die Google seit 2012 ausrollt und die auf die Beseitigung von Webspam abzielen, haben alle verstanden, wie wichtig eine saubere Linkstruktur ist. Viele Seiten mit schlechter Linkstruktur bekamen die Versäumnisse der letzten Jahre in Form eines katastrophalen Ranking-Absturzes serviert. Das, was gute SEOs schon immer predigten, ist mittlerweile noch wichtiger geworden: eine gesunde, stetige Zunahme von Links aus guten Quellen. Die Zeiten der hochskalierten, auf explosionsartige Zunahme ausgelegtes Linkwachstum sind vorbei.

Der “gute Link”

Wie aber sollte ein “guter Link” aussehen, der auf eine Website führt? Hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Sie alle aufzuzählen, sprengt den Rahmen dieses Kommentars. Die Kriterien-Liste muss auch deshalb mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden, weil sich einzelne Parameter ändern können – mit ein Grund, warum Suchmaschinenoptimierung ein Feld für Spezialisten ist, die sich laufend mit dem Thema beschäftigen.

Das Umfeld eines “guten Links” weist idealerweise einen thematischen Bezug zur Zielseite auf. Ein Link von der Website eines Architekten beispielsweise ist für die Website eines Fertigteilhauses ein perfektes Umfeld. Von zentraler Rolle ist Seriosität, Glaubwürdigkeit und Reichweite der Website, von der ein Backlink stammt. Universitäts-Websites wären hier ein perfektes Beispiel. Aber das Alter der Website (je länger eine Website auf einer Domain konsistent aufgebaut und gepflegt wurde, desto besser) oder die Reichweite und der Traffic spielen eine große Rolle. Verlags-Seiten mit den Online-Ausgaben von Magazinen, Zeitungen etc. sind ausgezeichnete Link-Quellen. Deshalb setzten gewiefte SEOs auch auf das Thema PR als Instrument zum Aufbau hochqualitativer Links. Aber auch eine Reihe von “weichen” Faktoren (etwa die Stärke der Marke, die Google einem Brand zuschreibt), spielen eine Rolle.

Beispiele für schlechte oder sogar gefährliche Links gibt es natürlich genug. Links, die offensichtlich nur zum Zwecke des Linkaufbaus platziert wurden (etwa im Footer einer Seite), sind wertlos. Ebenso solche, die aus einem aggregierten, nicht redaktionell erstellen Content-Umfeld stammen. Mit Sicherheit nicht nur wertlos, sondern gefährlich sind Links, die etwa aus den Bereichen Adult Movies oder Spiele Plattformen auf eine Seite verweisen oder die von Websites kommen, die offensichtlich Links verkaufen.

Im Zweifel Linkabbau

Was aber tun, wenn miese Links die Linkstruktur verseuchen? Im schlimmsten Fall muss man die Links Schritt für Schritt rückbauen und so zu eine gesunde Basis schaffen. Das ist ein mühsamer, langwieriger Prozess, aber die einzige Möglichkeit, die Grundlage für künftiges Wachstum über organischen Suchmaschinentraffic zu schaffen.

Der künftige Linkaufbau sollte dann auf Basis eines “steady, healthy Growths” erfolgen. Ideal ist ein organisches Wachstum, das mit einem Mix aus Content Marketing, Social Media-Maßnahmen, Online-PR und gezielten Link-Partnerschaft erzielt wird. Basis ist dabei immer eine technisch sauber programmierte Seite, guter Content und natürlich das laufende Controlling der Backlinks mittels geeigneter SEO-Tools. 

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