„In vielen Kleinunternehmen und Start-ups steckt noch viel unentdecktes Potenzial, das eine Auszeichnung verdient hätte“.

AMC-Präsident Georg Wiederhofer, Niko Pabst und Bettina Tschann zeichnen für die Organisation des Staatspreis Marketing 2015 verantwortlich. Im Interview ziehen die drei Bilanz

Niko Pabst und Bettina Tschann zeichnen für die Organisation des Staatspreis Marketing 2015 verantwortlich, AMC-Präsident Georg Wiederhofer fungierte als Mastermind des Projekts: Zufriedene Bilanz. © AMC-Organisatoren Werbeplanung.at

Werbeplanung.at: Vor wenigen Tagen ging die Verleihungsveranstaltung des Staatspreis Marketing 2015 gemeinsam mit der Marketing Impuls Austria über die Bühne. Hinter Ihnen dreien liegen entbehrungsreiche Wochen der Vorbereitung. Sind der Event und der Wettbewerb grosso modo so verlaufen, wie Sie sich das erhofft haben?

Niko Pabst: Da müssen Sie die Gäste fragen, ob Ihnen der Event gefallen hat! Mein Eindruck war aber, dass sie sich wohl gefühlt haben und das ist das Wichtigste. Dietmar Dahmen hat in der Keynote schon angesprochen, dass sich die Marketingbranche ändert, bzw. diese vor neuen Herausfoderungen steht, Stichwort inhomogenere Zielgruppen, neue Technologien, neue Kanäle zur Ansprache und so weiter. Dies konnte man im Vergleich zum Staatspreis Marketing 2013 vermehrt auch bei den Einreichungen erkennen. Viele Unternehmen beschreiten bereits neue Wege und punkten nicht mehr nur mit den klassischen Marketingtools.

Bettina Tschann: Das Alles schien wie ein großes Konzert. Man selbst wird zum Dirigenten und möchte, dass alle ihre schönsten Stücke zu richtigen Zeit spielen: Viele verschiedene Einreicher, die spannende Projekten präsentieren. Großzügige Sponsoren, die die Vorführung erst möglich machen. Professionelle Partner, die sich im Gleichtakt perfekt aufeinander einspielen. Und am Abend selbst, die vielen hochkarätigen Gäste, die gespannt auf die Bühne blicken. Und natürlich die Finalisten, die es hoffnungsvoll kaum erwarten können, die Bühne zu erobern. Alle nervenaufreibenden Momente und schlaflosen Nächte sind schnell vergessen, wenn sich die Gäste sichtlich gut amüsieren und sich die Gewinner riesig freuen.

Werbeplanung.at: Wenn Sie sich die Zahl der Einreichungen zum Staatspreis Marketing 2015 ansehen: Sind Sie zufrieden oder hätten Sie sich – auch rückblickend auf frühere Staatspreise – mehr Einreichungen gewünscht?

Georg Wiedenhofer: Im Gegensatz zum Staatspreis Marketing vor etlichen Jahren verzeichnen wir eine deutliche Zunahme bei den Einreichungen. Mit der Unterstützung der Bundesländermarketingclubs und der medialen Unterstützung der Bundesländertageszeitungen kamen heuer mehr als 60 Prozent der Einreichungen nicht aus Wien.

Pabst: Wir sind mit den Einreicherzahlen zufrieden. Es kann immer mehr sein, wir liegen aber  mit knapp 100 Einreichungen fast beim Stand von 2013 und noch immer weit über dem Stand von 2011.

Tschann: Wir hatten viele tolle Einreicher mit den unterschiedlichsten Projekten. Für 2017 wünsche ich mir, dass noch mehr der vielen ideenreichen Kleinunternehmen und Start-ups hierzulande es wagen, teilzunehmen. Ich glaube, da steckt noch jede Menge unentdecktes Potenzial, das eine Auszeichnung und österreichweite Aufmerksamkeit verdient hätte.

Werbeplanung.at: Mit Dietmar Dahmen lieferte heuer ein mitreißender und kontroversieller Speaker die Keynote ab: Wie haben Sie die Reaktion des Publikum miterlebt?

Wiedenhofer: Das Publikum war von der Art der Show und des Auftrittes begeistert: Dahmen ist nicht umsonst derzeit der mitreissendste Redner.

Pabst: Dietmar Dahmen ist allein schon mit seinem Auftreten ein Typ, der polarisiert. Er ist ein Showman, er hat eine Aussage und sein Vortrag war sehr kurzweilig. Wir haben durchwegs sehr positives Feedback erhalten. In den Tagen nach dem Event haben mich auch einige Gäste angerufen, wie und wo sie Dahmen buchen können: Er dürfte also eine gute Wahl gewesen sein.

Tschann: Dietmar Dahmen besitzt einfach genau die hemmungslose, laute und extravagante Genialität, die es auf solch einer Bühne braucht. Seine Übertreibungen sind wohl der Schlüssel zum Verständnis. Und wer behauptet „Um am Markt zu bleiben, müssen Sie Erwartungen erfüllen. Um den Markt zu führen, müssen Sie das Unerwartete tun“, der muss es wohl auch selbst tun. Als Werberin und angehende Moderatorin traf die Keynote für mich den Nagel auf den Kopf!

Werbeplanung.at: Der Tiroler Traktorenhersteller Lindner – ein Vorzeigeunternehmen – wirkt wie ein idealtypischer Gewinner des Staatspreis Marketing. Sehen Sie das auch so?

Wiedenhofer: Ja, ich freue mich für dieses Unternehmen, denn es repräsentiert die Wirtschaftsleistung Österreichs – starke mittelgroße Familienunternehmen, die die Veränderungen am Markt als Chance aufgreifen und mit Erfolg meistern.

Pabst: Beim Staatspreis Marketing werden innovative und nachhaltige Projekte prämiert. Lindner hat eine Innovation auf dem Markt gebracht und diese mit allen Künsten des Marketings vermarktet. Daher hat Lindner zurecht den Staatspreis gewonnen.

Tschann: Was das Traktorenwerk Lindner so herausragen lässt, ist die Orientierung am Markt. Sie haben mit LINTRAC, dem ersten stufenlosen Standardtraktor mit lenkender Hinterachse, keine unnötigen Innovationen auf den Markt gebracht, sondern direkt auf die Ansprüche ihrer Kunden reagiert. Was braucht der heimische Bauer im Alpenraum wirklich, was braucht er nicht. Der Erfolg und ein Umsatzplus von rund 10 Millionen Euro gaben ihnen Recht.

Werbeplanung.at: Erstmals wurde heuer beim Staatspreis Marketing ein Preis der Jury vergeben. Hat sich diese Innovation aus Ihrer Sicht bewährt?

Wiedenhofer: In diesem Fall ja – man wird sehen ob es das nächste mal wieder einen solchen Sonderpreis geben wird – dieser Sonderpreis ist nicht als fixer Bestandteil angedacht.

Pabst: Der Sonderpreis der Jury ist daraus entstanden, dass Create Connections mit der com.sult ein wirklich gutes und nachhaltiges Produkt erschaffen hat. Neben der Marketingleistung, den hochkarätigen Gästen und Speakern die jedes Jahr teilnehmen sticht hier besonders hervor, dass Create Connections für den Standort Wien und Österreich im Allgemeinen viel bewegt.

Werbeplanung.at: Der nächste Staatspreis Marketing wird 2017 ausgeschrieben: Ist geplant, an dem einen oder anderen Schräubchen zu drehen und eventuell neue Kategorien oder eine andere Art der Juryzusammensetzung einzuführen? Und gibt es generell Verbesserungen, die Ihnen unmittelbar nach der diesjährigen Veranstaltung einfallen?

Wiedenhofer: Mit diesem Thema werden wir uns nächstes Jahr beschäftigten. Wenn wir es schaffen, die Verleihung noch weiter zu straffen, ist es sicher von Vorteil.

Pabst: Prof. Foscht hat eine tolle Jury zusammengestellt, die aus Top-Leuten aus Wissenschaft und Wirtschaft bestand. Die Jury hat eine wirklich sehr gute Leistung abgeliefert und sich ehrenamtlich durch rund 1.000 Seiten Einreichunterlagen gekämpft. Hier würde ich nichts ändern. Wo wir für das nächste Mal aber arbeiten werden ist, dass wir die Verleihungsveranstaltung straffen wollen. Hier müssen wir einen guten Mittelweg finden, den Gewinnern die Ehre zukommen zu lassen, die ihnen gebührt und den anderen Gästen eine kurzweilige Veranstaltung bieten.

Tschann: „Es sind die Mutigen, die entdecken. Und die Macher, die verändern“, lautete der Titel des diesjährigen Staatspreis Marketing. Also, lassen Sie sich überraschen, was wir getreu dem Motto 2017 alles anstellen werden

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