EU-Wahl auf Facebook: Vilimsky mit höchstem Budget und meisten Interaktionen.

Der EU-Wahlkampf geht in die heiße Phase. Auch in den sozialen Medien überschlagen sich in den letzten Tagen die Ereignisse. Die Social Media-Marktforscher von BuzzValue haben den Wahlkampf der Spitzenkandidaten auf Facebook, Twitter & Co. genauer unter die Lupe genommen. Die Analyse zeigt, die Mobilisierung der Anhänger lassen sich die Kandidaten einiges kosten.

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Die sozialen Medien spielen für die heimischen EU-Kandidaten eine immer größere Rolle. Besonders Harald Vilimsky (FPÖ) sticht sowohl bei den Fan- und Interaktionszahlen sowie beim eingesetzen Werbebudget im Social Web hervor. Die anderen Spitzenkandidaten sind hingegen deutlich weniger aktiv und präsent.

Vilimsky mit den meisten Fans

Mit 310.000 Fans erreicht der FPÖ-Kandidat Harald Vilimsky die meisten Anhänger im Social Web. Vor allem auf Facebook hat er die mit Abstand größte Anhängerschaft (287.000 Fans). Andreas Schieder (SPÖ) liegt im Fan-Ranking auf Platz zwei, erreicht auf Facebook, Twitter und Instagram insgesamt nur noch 55.000 Follower. Auch Claudia Gamon (NEOS) liegt mit insgesamt 46.000 Fans unter den Top 3, erreicht von allen Spitzenkandidaten auf Instagram die meisten Wähler. Obwohl im Gesamt-Ranking nur vierter, zählt Werner Kogler (Die Grünen) mit knapp 20.000 die meisten Follower auf Twitter. Othmar Karas (ÖVP, 31.000 Fans) und Johannes Voggenhuber (Europa Jetzt, 1.000 Fans) vervollständigen das Ranking. „Johannes Voggenhuber ist in den sozialen Medien de facto nicht präsent, kann somit über diese Kanäle keine inhaltlichen Schwerpunkte im EU-Wahlkampf setzen“, erläutert Markus Zimmer, Geschäftsführer von BuzzValue.

Über 1,6 Mio. Interaktionen zur EU-Wahl

Besonders wird auch an den Interaktionen deutlich, wer in den vergangenen Monaten die Menschen im Web am meisten bewegen konnte. Insgesamt können die Fans seit Anfang des Jahres auf den Social Media-Seiten der Spitzenkandidaten zu 1,6 Millionen Likes, Shares und Kommentaren bewegt werden. Der Großteil davon wurde auf Facebook generiert, aber auch Twitter und Instagram eignen sich zur Interaktion mit den Wählerinnen und Wählern. Unter den Kandidaten aktiviert Vilimsky am erfolgreichsten seine Fans, erzielt auf seinen Social Media-Kanälen insgesamt 1,1 Mio. Interaktionen. Davon werden 96% auf Facebook gezählt. Andreas Schieder kann seine Fans zu insgesamt 227.000 Interaktionen animieren, aktiviert unter den Kandidaten am besten auf Twitter. Auf Instagram kann wiederum Claudia Gamon am stärksten punkten. Mit insgesamt 122.000 Likes, Shares und Kommentaren liegt sie auf Platz 3 im Interaktionsranking. Kogler (82.000), Karas (41.000) und Voggenhuber (3.000) können die 100.000er-Grenze nicht knacken. „Speziell der Spitzenkandidat der ÖVP, Othmar Karas, kann kaum relevante Akzente im Social Web setzen, er bleibt insgesamt sehr unauffällig“, so Zimmer.

Hohe Ausgaben für Facebook & Co

Zur Gewinnung neuer Fans sowie zur Verbreitung der eigenen Botschaften wird auf Facebook & Co. umfangreich Wahlkampfbudget verwendet. So setzen die Spitzenkandidaten Tausende Euro ein, um möglichst hohe Reichweiten für deren Inhalte zu erzielen und ihre Zielgruppe möglichst gezielt zu erreichen. Vilimsky investiert seit März diesen Jahres alleine auf Facebook knapp € 100.000 für Werbung. Gamon und Schieder geben im Wahlkampf auf Facebook rund € 30.000 aus. Die weiteren Kandidaten investieren in den vergangenen drei Monaten zwischen sechs- und zehntausend Euro. „Die zielgerichtete Ansprache der Wähler macht Facebook als Kanal besonders attraktiv. Aber auch auf anderen Social Media-Kanälen wird Wahlbudget eingesetzt. So gibt die FPÖ in den vergangenen Monaten auch auf YouTube über € 30.000 für Werbung aus, deutlich mehr als alle anderen Parteien“, weiß Zimmer.

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Schwerpunkte: Migration, Brexit & Co

Besonders spiegeln sich die inhaltlichen Kernthemen der Kandidaten auch auf deren Social Media-Seiten wieder. So postet Werner Kogler in den vergangenen zwölf Monaten die meisten Beiträge zum Thema Klimaschutz und erzielt auch hier die höchsten Interaktionen (21.000). Claudia Gamon thematisiert wiederum umfangreich die „Vereinigten Staaten von Europa“, generiert allerdings auch hohe Interaktionen zum „Brexit“. Schieders Social Media-Posts beziehen sich zum Großteil auf die Steuertricks internationaler Konzerne. Harald Vilimsky platziert in den vergangenen zwölf Monaten alleine zum Thema „Migration“ knapp 500 Posts und erzielt hierzu über 1 Mio. Reactions, Shares und Kommentare. Vilimsky erzielt auf Facebook auch die mit Abstand meisten „Wütend“-Reaktionen (16,2%). Alle anderen Kandidaten liegen deutlich unter einem Anteil von 5,0%. „Vilimsky emotionalisiert am stärksten im Social Web. Bewusst versucht er mit seinen Botschaften negative Reaktionen bei seinen Anhängern auszulösen, umso noch stärker zu mobilisieren“, ergänzt Markus Zimmer.

Über 8.000 Wahlkampf-Postings

Neben dem eingesetzten Budget sind die hohen Interaktionszahlen auch auf die häufige Postingfrequenz der Politiker zurückzuführen. Durchschnittlich posten die Kandidaten in den vergangenen Monaten 9,5 Mal täglich auf ihren Social Media-Seiten. Insgesamt wurden so seit Anfang des Jahres von den heimischen EU-Spitzenkandidaten über 8.000 eigene Beiträge auf Facebook, Twitter und Instagram veröffentlicht. Dabei ist Werner Kogler mit durchschnittlich 21,3 Posts pro Tag am aktivsten, hier speziell auf Twitter. Auch Schieder und Vilimsky posten kurz vor der Wahl über zehnmal täglich. Gamon und Karas veröffentlichen ebenso mehrere Beiträge am Tag. „Die Analyse zeigt, die sozialen Medien sind in der Politik und so auch bei der EU-Wahl nicht mehr wegzudenken. Sie eignen sich ideal zur Vermittlung der eigenen Inhalte und Botschaften sowie zur Aktivierung und Mobilisierung der eigenen Anhänger. Spannend bleibt, wie sich die jüngsten Ereignisse rund um #Ibizagate auf die Ergebnisse der Wahl auswirken werden“, schließt Markus Zimmer ab.

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