EU-Wahl 2019: Die Online-Werbestrategien der Parteien.

Während die FPÖ breit im Internet wirbt und mit ihrer Werbung zu 70 Prozent auf Websites mit grenzwertigem Inhalt präsent ist, hat der Koalitionspartner ÖVP im EU-Wahlkampf bis dato gänzlich auf eine Online-Kampagne verzichtet.

© Pixabay

Die FPÖ setzt im Rahmen des EU-Wahlkampfs auf eine breite Werbepräsenz im Internet, spielt ihre Werbemittel aber zu 70 Prozent auf Websites mit grenzwertigen (vor allem sensationsgetriebenen und extremistischen) Inhalten aus. Die ÖVP und die Grünen haben – wohl aus unterschiedlichen Motiven – bis dato im EU-Wahlkampf nicht im Web geworben. Und sowohl den NEOS, als auch der SPÖ ist bei ihren digitalen Werbeauftritten das Thema Brand Safety sehr wichtig.

Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt eine Analyse des Schweizer Technologie-Dienstleisters zulu5, dessen Gründer Andreas Gysler eine crawler-basierte Technologie entwickelt hat, die in der Lage ist, digital ausgespielte Werbung penibel zu tracken: Das Werbeüberwachungs-Tool Zulu Black analysiert, ob die Online-Werbemittel eines Unternehmens oder einer Organisation auf Websites mit grenzwertigen Inhalten ausgespielt werden. Websites mit grenzwertigem Content sind Portale in den Themenbereichen Pornographie, Rauschmittel, Glückspiel, Musikpiraterie, Spielfilmpiraterie, Fake News, Extremismus oder Gewaltverherrlichung. Und mit dem Benchmarking-Tools Zulu White wird in Echtzeit analysiert, welche Online-Werbemittel ein Unternehmen oder eine Organisation im Einsatz hat und wo diese Online-Werbemittel ausgespielt werden: Man erfährt also mittels Zulu White alles über konkrete Werbesujets, Zielseiten, gebuchte Portale und auch darüber, über welche Buchungskanäle ein Online-Werbemittel eingebucht wurde.

Unterschiedliche Strategien bei Landing Pages

Weitere Erkenntnisse der Analyse der Online-Werbekampagnen der wahlwerbenden Parteien zur EU-Wahl von zulu5-Founder Andreas Gysler sind: „Die NEOS sind insgesamt auf Premium Websites am aktivsten, dicht gefolgt von der SPÖ. Die FPÖ hat ihre Online-Kampagne am breitesten aufgefächert und streut stark im Performance-Bereich, was ein größeres Risiko ins sich birgt, auf Seiten mit grenzwertigen Inhalten ausgeliefert zu werden. Die Online-Kampagne der NEOS ist am engsten und damit nur auf genau definierten Websites ausgesteuert.“ Wenig überraschend ist die thematische Akzentuierung der wahlwerbenden Parteien: „Die FPÖ ist auch im Web thematisch stark fokussiert auf Migranten („Schutz vor Asylchaoten“). Den NEOS ist die Ideenumsetzung besonders wichtig („Machen wir was draus“). Und die SPÖ versucht mit breiteren Botschaften (Gift im Essen und Wasser, Menschen im Vordergrund, Konzerne fair besteuern, Zusammenhang statt Spaltung) im Kampf um Wählerstimmen zu punkten.“ Auch nicht uninteressant: „FPÖ und NEOS arbeiten im Rahmen des aktuellen Wahlkampfs mit einer Single Landing Page, während die SPÖ verschiedene Landing Pages im Einsatz hat.“

 

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