Die Zeiten von SEO-Voodoo sind vorbei.

Beim Content, den Unternehmen heute ihren Kunden bieten, sieht Christian Broscheit definitiv noch Luft nach oben. Der Experte ist Vice-President beim Softwareanbieter Searchmetrics und Keynote-Speaker beim Content Day 2018 am 11. April in Salzburg.

Christian Broscheit, Searchmetrics, betont: „Zu häufig sehe ich Unternehmen, die nach Bauchgefühl handeln. Um die Ressourcen auch bestmöglich einzu-setzen, benötigen Unternehmen einen datenbasierten Prozess rund um ihre Content-Erstellung.“ © Searchmetrcis

updatedigital.at: Ist das Interesse an SEO branchenspezifisch?

Christian Broscheit: Wir zählen Unternehmen aus so ziemlich allen Branchen zu unseren Kunden Natürlich sind die Unternehmen, die einen reinen Online-Fokus haben, in der Regel schon länger Kunde bei uns, aber vom KMU bis zum globalen Konzern ist alles dabei. Jedes Unternehmen, das online erfolgreich sein will und zukünftig weiterhin erfolgreich sein möchte, sollte Interesse an SEO und relevanten Inhalten haben.

Ab welchem Stadium der Content-Erstellung beginnt SEO?

SEO beginnt bei der Content-Erstellung bereits im Recherche-Prozess. Denn hier kann man bereits durch eine gründliche Analyse feststellen, welche Such-Intentionen Menschen im Internet haben und welche Fragen sie stellen. Daraus können die Nutzererwartungen abgeleitet und dementsprechend kann auch die Strategie mit Blick auf informative und transaktionale Interessen oder bezogen auf die Saisonalität der relevanten Themen abgeleitet werden. Auf dieser Basis beginnt dann erst der eigentliche Content-Erstellungsprozess. SEO kann mir auch dabei helfen Nachfragetrends zu erkennen oder auf Grund des Potenzials zu priorisieren, welche Themen zuerst angegangen werden sollten.

Inwieweit orientieren sich die Content-Angebote, die Unternehmen im Web bieten, schon an den Bedürfnissen der Nutzer?

Hier gibt es definitiv noch Luft nach oben. Ich denke, die Wahrnehmung, dass Content mehr auf die Bedürfnisse des Nutzers eingehen sollte, ist inzwischen vorhanden, aber nicht immer gelingt das so gut. Unternehmen fühlen sich meiner Erfahrung nach noch unsicher, wie sie das genau umsetzen sollen. Hier kann man inzwischen aber auch auf Deep-Learning-Technologien zurückgreifen, die den Autor bei der Erstellung von relevantem Content unterstützen können. Genau diesen Ansatz verfolgen wir auch mit unserer Searchmetrics Content Experience. Wir wollen Autoren und Unternehmen dabei helfen, relevanten Content zu erstellen und ihr maximales Potenzial auszuschöpfen.

Was kann man sich unter einer datenbankbasierten Content-Erstellung vorstellen?

Wir bei Searchmetrics sprechen von der agilen Content-Entwicklung. Mit Hilfe unserer umfangreichen und benutzerfreundlichen Search- und Content-Datenbank – der Research Cloud - können wir umfangreiche Recherchen zu beliebigen Themenfeldern ebenso über das dazu gehörige Online-Wettbewerbsumfeld ermöglichen. Mit unserer Deep-Learning-Technologie dient unsere Software als innovativer Wegweiser, der Sie durch Recherche, Entwicklung und Optimierung von effektiven Inhalten leitet. Durch diesen Prozess wird klar, welche Themenstränge der Content unbedingt abdecken sollte, um eine hohe Relevanz und Sichtbarkeit zu erreichen. Darüber hinaus erkennt man, welche Inhalte die Konkurrenz bereits abdeckt und wo noch Potenziale liegen, die der Wettbewerb aktuell nicht ausschöpft. Zu häufig sehe ich Unternehmen, die nach Bauchgefühl handeln. Um die Ressourcen auch bestmöglich einzusetzen, benötigen Unternehmen einen datenbasierten Prozess rund um ihre Content-Erstellung.

Früher gab es Tricks, um Websites ganz nach oben zu pushen. Lassen sich die Suchmaschinen heute mit solchen Kunstgriffen immer noch beeinflussen, oder ist diese Zeit des SEO-Voodoo vorbei?

Diese Zeit ist definitiv vorbei – zum Glück. Das ist ja auch besser für uns als Nutzer. Heute haben solche Tricks keinen nachhaltigen Erfolg mehr. Durch die Google-Updates und die Weiterentwicklung der Algorithmen, die eine Webseite analysieren, kann Google sehr erfolgreich gegen diese „Tricks“ und Manipulationen vorgehen. Websites, die dennoch entsprechende Kniffe anwenden, werden entsprechend abgestraft.

Google ist sicherlich das wichtigste Tool zur Suche im Web. Die User suchen aber auch anderswo: Auf YouTube, in App-Stores oder auf Amazon. Welche Möglichkeiten gibt es hier, SEO zu betreiben?

YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine der Welt, Amazon ist bei Produktsuchen wichtig. Insofern ergeben sich hier ebenfalls spannende Möglichkeiten, um diese Suchsysteme für sich zu nutzen. Sowohl bei YouTube, in App-Stores als auch bei Amazon lässt sich über die Nutzung bestimmter Taktiken vielfach ein Anfangserfolg erzielen. Dem müssen dann aber gute Nutzersignale folgen, sonst geht es schnell bergab mit den Platzierungen.

Würden Sie einem jungen Menschen raten, SEO-Spezialist zu werden? Wie gut sind hier die Jobaussichten? Wie schwer ist das zu erlernen und was sollte man für diesen Beruf mitbringen?

Früher war der SEO jemand, der in der Regel recht taktisch gearbeitet hat. Das heißt, als SEO habe ich Texte bekommen und sollte sie anschließend SEO-optimieren und habe versucht auf technische Themen Einfluss zu nehmen. Heute ist ein SEO viel mehr ein Projektmanager und Stratege, der mit anderen Abteilungen wie IT, Content, Produkt, PR, Marketing, Vertrieb und vielen an-deren zusammenarbeitet. Wenn er es richtig macht, kann er viel wertvollen Input in andere Abteilungen liefern und ist wiederum auf deren Zusammenarbeit angewiesen. Bei dem Überangebot an Produkten, Dienstleistungen und Unternehmen, das wir erleben, werden die Menschen nicht weniger suchen, sondern mehr. Die Suchsysteme und Geräte sowie die Art und Weise, wie wir suchen und unsere Suchanfragen formulieren, wird sich mit Sicherheit ändern und weiterentwickeln.

Der SEO sollte also nicht nur an Google und einer Eingabe von Schlagwörtern in einer Desktop-Suchmaske interessiert sein, sondern bereit sein, sich weiterzuentwickeln – aber ist auch nicht das gerade spannend?

Was die Aussichten für einen Job angeht, kann ich Ihnen nur sagen, dass ich sehr viele Unternehmen kenne, die händeringend nach SEOs suchen und dass die Nachfrage nach SEOs das Angebot an SEOs derzeit deutlich übersteigt – also beste Aussichten.

 

Content Day - Link

Am 11. April 2018 geht im Imlauer Hotel Pitter in Salzburg die 5. Ausgabe des Content Day (contentday.at) über die Bühne. Die 20 Slots der größten Content-Fachkonferenz des Landes werden sich heuer nach dem Content-Marketing-Zyklus richten. Die Speaker vermitteln dabei alles, was dazugehört: Ideenfindung, Recherche, Content-Strategie sowie -Erstellung, -Optimierung und - Distribution. Christian Broscheit, Vice President Services & Sales EMEA beim führenden Anbieter für Software im Bereich SEO & Content Performance Search-metrics (www.searchmetrics.com), wird die Opening-Keynote zum Thema „Hinsetzen, Anschnallen, Digitalisieren: Wie der richtige SEO-Turbo den Content-Motor auf Höchstleistung bringt“ halten

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