Die fünf Analytics-Vorsätze fürs neue Jahr.

Mindestens zwei Mal die Woche Sport, wieder mehr Bücher lesen, öfter kochen und dafür weniger Essen bestellen – die Liste der Vorsätze fürs neue Jahr ist meist lang. Doch nicht nur im Privaten lohnt es sich, strategisch nach vorn zu schauen. Auch für den hektischen Berufsalltag bieten sich spätestens die Tage zwischen den Jahren an, um kurz innezuhalten und neue Ziele für die kommenden Monate festzulegen.

© Webtrekk
Da gerade die digitale Marketing-Branche regelmäßig von Buzzwords und Trends aufgeheizt wird, sollten sich auch Werbetreibende immer wieder auf das Wesentliche besinnen: Die Basis ihrer Arbeit – valide Daten. Diese fünf Analytics-Vorsätze aus der Sicht von Michael Diestelberg, Vice President Product & Marketing bei Webtrekk, dienen dabei als guter Leitfaden
 
1. Qualität vor Quantität
Kennzahlen sind großartig. Doch wer seine Arbeit auf Daten basiert, muss sich stets auch fragen, woher die Zahlen stammen, wie sie entstehen und was sie aussagen. KPIs sind irrelevant, wenn aus ihnen keine Handlungen abgeleitet werden können. Daten blind zu sammeln und in alle Richtungen auszuwerten ist daher wenig erfolgsversprechend. Unternehmen sollten im ersten Schritt ihre Ziele detailliert definieren. Nimmt man als Beispiel einen Webshop, sollte das angestrebte Endergebnis nicht „mehr Erfolg“ sondern besser „30 Prozent mehr Umsatz“ heißen. Um dies zu erreichen, bedarf es einer höheren Conversion Rate, wofür ein wichtiger Faktor u. a. ein reibungsloser Checkout ist. Nur, wenn sich ein Unternehmen alle damit verbundenen Daten anschaut, können aussagekräftige Analysen getätigt und sinnvolle Marketing-Maßnahmen abgeleitet werden. 
 
2. Auf Data Ownership setzen
Spätestens seit der Inkraftsetzung der DSGVO und des damit verbundenen Einwilligungsvorbehalts ist die Nutzung von Fremddaten, sogenannten Third-Party-Daten, für Unternehmen erschwert. Doch auch unabhängig davon lohnt es sich für Online-Marketer auf die eigenen Kennzahlen, die First-Party-Daten zu setzen. Denn durch die Analyse der eigenen Daten lernen Unternehmen das Verhalten und die Interessen ihrer Webseiten- und App-Nutzer unmittelbar kennen. Die erlangte Expertise ist exklusiv, sie müssen die Daten nicht mit Dritten teilen. Da durch den direkten Analyseweg keine Verzerrungen entstehen, verbessert sich auch die Datenqualität. KPIs werden aussagekräftiger, Kampagnen können gezielter ausgespielt werden, was insgesamt unnötige Marketing-Kosten einspart. Insgesamt bedeuten der Besitz sowie die Nutzung der eigenen Daten einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.
 
3. Datenschutz (weiter) priorisieren
Auch 2019 sollten Unternehmen das Thema Datenschutz großschreiben und ihre internen Strukturen dahingehend bestmöglich optimieren. Denn mit dem Eintreten der DSGVO fand eine Sensibilisierung statt – nicht nur auf Unternehmensseite, sondern auch vermehrt bei den Verbrauchern. In naher Zukunft werden voraussichtlich noch weitere Gerichtsurteile gefällt, die die Rechte der Internetnutzer umfassender schützen. Daher sollten Online-Marketers kritisch reflektieren, ob sie tatsächlich alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um die höchsten Datenschutzstandards zu gewährleisten. Gegebenenfalls müssen Anpassungen vorgenommen und neue Techniken zur Datenerfassung erprobt werden. Das Spektrum der zur Verfügung stehenden Analytics-Lösungen ist dabei groß. Ein mögliches Beispiel für Datenerfassung mit höchsten Standards ist das Einsetzen von Anonymisierungs-Layern. Diese ermöglichen es Unternehmen, interessante Kunden auf externen Plattformen wie Facebook oder Google anzusprechen, ohne den Tech-Konzernen sensible Daten über den Kunden preiszugeben. 
 
4. Dem Kunden einen Schritt voraus sein 
Auszuwerten, wer die eigene Webseite besucht hat und welcher Content für Besucher besonders relevant ist, ist in vielerlei Hinsicht wichtig und liefert Unternehmen spannende Erkenntnisse. Doch ein immer wichtiger werdender Pfeiler des Marketings ist Predictive Analytics. Mithilfe von Machine Learning können Vorhersagen über das Kundenverhalten während der Customer Journey getroffen werden. Wie hoch ist der Customer Lifetime Value, wie groß der zu erwartende Bestellwert? Mit welcher Wahrscheinlichkeit verwandelt sich der Interessent in einen tatsächlichen Kunden? Je nach Kundenwert können Investitionen in individuelle Marketing-Maßnahmen Aktionsschaltungen getätigt werden. Marketers sollten das bevorstehende Jahr nutzen, um noch aus diesem Potential zu schöpfen.  
 
5. Das Jahr vorausschauend planen 
Zugegeben, nach der arbeitsintensiven Weihnachtszeit scheint nichts attraktiver als erst einmal durchzuatmen. Doch der Januar eignet sich – falls nicht bereits vorher geschehen – perfekt, um die Marketing-Maßnahmen für das bevorstehende Jahr strategisch zu planen und die dafür nötigen Daten aufzubereiten. Werbetreibende sollten in die Offensive gehen und bereits frühzeitig Kampagnen für Aktions- und Feiertage wie beispielsweise Ostern, Halloween oder branchenspezifische Stichtage ins Visier nehmen. Denn das nächste Weihnachtsgeschäft und Black Friday stehen früh genug wieder an. Daher lohnt es sich, auch in ruhigeren Phasen verstärkt auf Leadgewinnung zu setzen. Durch ansprechende Anzeigen können Unternehmen Erstbesucher auf ihre Webseite locken und versuchen, diese zum Newsletter-Abonnement oder zur Registrierung zu bewegen. Mit den E-Mail-Adressen lassen sich die potenziellen Neukunden gezielt durch Kampagnen ansprechen. Damit etwa Newsletter erfolgreich sind, empfiehlt es sich, maßgeschneiderte Kundensegmente zu definieren und zu kontaktieren.
 

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