DBT-Event: „Die Digitalisierung ist da. Ob sie gut oder schlecht ist, wird sich erst zeigen“.

Experten diskutierten bei einer Podiumsdiskussion der Plattform „Digital Business Trends“ über Auswirkungen der Automatisierung auf den Arbeitsmarkt

v.l.n.r.: Carsten Brzeski (ING-DiBa), Martin Fluch (A1 Telekom Austria), Roland Sommer (Verein Industrie 4.0 Österreich), Thomas Stern (Moderator, Braintrust), Thomas Schwabl (Marketagent.com), Jakob Weinknecht (NAVAX Unternehmensgruppe) und Markus Posch (Erste Group) © APA-Fotoservice/Hörmandinger

Welche Auswirkungen wird die Digitalisierung auf den österreichischen Arbeitsmarkt haben? In dieser Frage sind sich die heimische Bevölkerung und Experten uneinig. Denn während erstere laut einer aktuellen Umfrage von Marketagent.com (im Auftrag der DBT) mehrheitlich überzeugt ist, dass die Digitalisierung mehr Arbeitsplätze vernichtet als schafft, sind sich Fachgrößen bei der „Digital Business Trends“ Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeiten 4.0“, vom Donnerstag 19. Mai 2016 uneinig.

„Die Debatte um die Digitalisierung hat schon fast religiösen Charakter. Man fühlt sich an einen Glaubenskrieg erinnert. Dabei kann wissenschaftlich gar nicht genau belegt werden, ob beispielsweise Roboter nun gut oder schlecht sind“, erklärte beispielsweise Carsten Brzeski, Chef-Volkswirt der ING-DiBa. „Neu ist, dass die Digitalisierung nicht mehr nur einfache Tätigkeiten erfasst, sondern auch Wissen ersetzbar macht. Manche Berufsgruppen werden total verschwinden.“ Im Gegenzug dazu können allerdings auch völlig neue Arbeitsplätze entstehen, vor allem im kreativen Bereich. Für Brzeski steht fest: „Die Digitalisierung ist da. Ob sie gut oder schlecht ist, wird sich erst zeigen.“

Weiterbildung und Flexibilität

Für Roland Sommer, Geschäftsführer des Vereins Industrie 4.0 Österreich, spielen Weiterbildung und Flexibilität eine immer wichtigere Rolle in Bezug auf neue Tätigkeitsprofile mit höheren Qualifikationsanforderungen. Denn ab einem gewissen Punkt bringt Automatisierung keine entscheidenden Verbesserungspotenziale mehr mit sich.

Dass im Laufe der industriellen Revolution immer mehr Jobs geschaffen wurden, lässt Martin Fluch von der A1 Telekom Austria optimistisch bleiben. Es nehme lediglich die Geschwindigkeit der Veränderung in den Märkten laufend zu, wodurch natürlich auch gewisse Herausforderungen entstehen.

Vor einer zu eingegrenzten Sichtweise auf das Thema Digitalisierung warnte Markus Posch, Personalchef der Erste Group. „Das ist keine Maschine, die erfunden wurde, um uns effizienter zu machen. Es geht um einen Teil unserer gesellschaftlichen Entwicklung, von dem kein Bereich unseres Lebens unberührt bleibt“, erklärte Posch. „Es geht nicht mehr darum, Transaktionen durchzuführen, sondern den Kunden qualitativ zu helfen. Wir müssen die digitalen Medien nutzen, um unseren Job besser zu machen“, ist der Manager überzeugt. Das erfordere Wissen und Kompetenz in allen wirtschaftlichen Belangen – nicht nur im Bereich der Finanzbranche.

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