Bots: Oft in Kontakt, aber wenig Wissen darüber.

Wer sich viel im Internet bewegt, kann Bots kaum mehr aus dem Weg gehen. Tagtäglich begegnen sie uns bei der Nutzung von Suchmaschinen, in sozialen Netzwerken, oder auch in Kundensupport-Chats. Trotzdem wissen die Konsumenten immer noch erstaunlich wenig über das Thema.

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Wissensdefizit beim Thema Bots vorherrschend

 „Ach, Bots, kenn ich doch!“ Aber wenn Sie jemand nach der Erklärung des Begriffes fragen würde, was würden Sie antworten? Dentsu Aegis hat nun eine Exklusivstudie zum Thema Bots durchgeführt und 500 Österreicher befragt, wie sie zu Bots stehen und was sie darüber wissen.

Das Ergebnis: überraschend wenige, nämlich nur 19% der Befragten, können dazu eine Antwort geben. Von diesem Fünftel verbinden 46% Bots mit Computerprogrammen, 33% mit Automatisie-rung von Abläufen und 15% denken an Roboter. Die restlichen TeilnehmerInnen teilen sich in rund ein Viertel, die den Begriff zwar schon einmal gehört haben, aber nicht wissen, was er bedeutet. Rund die Hälfte kann Bots gar nicht zuordnen.

Bots, die unsichtbaren Helferlein im Netz

Diese Einsatzbereiche sind den meisten Österreichern bekannt. Circa drei Viertel der Befragten haben von Chatbots und Bots als Ersatz für Spieler in Computerspielen gehört. Etwas weniger, nämlich 70% (41% in Kontakt + 29% kenne ich, kein Kontakt) ist bewusst, dass Bots für das Zusammenstellen von Suchergebnissen auf Google, Bing & Co. verantwortlich sind. Mit Bots in Form von Kontrollinstanzen in Foren, Fake-Profilen in Social Media und Schadsoftware sind nur jeweils zwei Drittel der Teilnehmer vertraut.

Große Skepsis gegenüber Bots

Entsprechend des vorherrschenden Unwissens stehen die Konsumenten dem Thema mit Vorsicht gegenüber. 46% der Befragten schätzen die Entwicklung von Bots als gefährlich ein, ein Drittel empfindet sie generell als negativ.

Nur 30% hingegen bejahen, dass sie die Entwicklung positiv sehen. Allerdings haben sich auch viele Österreicher noch keine Meinung zum Thema Bots gebildet. Circa ein Fünftel der Umfrageteilnehmer enthalten sich bei diesen Fragen ihrer Stimme.

Rechtliche Grauzone

Stark ist die Forderung nach mehr Transparenz beim Einsatz dieser automatisierten Programme, die uns zwar den Alltag vereinfachen, aber—ohne sich zu erkennen zu geben—im Hintergrund ablaufen. 75% der Österreicher wünschen sich gesetzliche Richtlinien für den Einsatz von Bots und mehr Transparenz mit klaren Hinweisen, wo genau ein Prozess durch ein Computerprogramm anstatt eines menschlichen Gegenübers durchgeführt wird.

Diese Einstellung hat durchaus seine Berechtigung. Der Einsatz von Bots ist nicht gesetzlich geregelt. Nur dort, wo ihr Einsatz beispielsweise gegen Lizenzen oder Nutzungsbedinungen verstößt, beziehungsweise wenn sie als Schadsoftware eingesetzt werden, gibt es eine gesetzliche Grundlage für ein Verbot. Zwar wird den für die Pro-gramme verantwortlichen Organisationen empfohlen, den Einsatz transparent zu machen, wenn es dem Einsatzzweck des Bots nicht zuwiderläuft. Trotzdem wäre eine klare gesetzliche Regelung, vor allem in Hinblick auf die Einstellung und geringe Wissenslage der Konsumenten, wünschenswert.

Geringe Akzeptanz für den Selbstversuch

Lediglich ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, Bots in Zukunft bewusst zu nutzen. Besonders gering ist die Akzeptanz der Österreicher wenn es darum geht, persönliche Erledigungen wie die Vereinbarung von Terminen oder Lebensmitteleinkäufe von Bots übernehmen zu lassen. Lediglich 16% bis 31% der Befragten stimmen zu oder stimmen eher zu, diese Aufgaben bei sich bietender Möglichkeit einem Bot übergeben zu wollen. Dabei gibt es bereits erste Entwicklungen, die dies ermöglichen.

Wichtigkeit erkannt

Trotz der deutlich zu erkennenden Skepsis und der gerin-gen Akzeptanz, Bots bewusst zu nutzen, sind sich die Österreicher darüber im Klaren, dass Bots einen fixen Platz in unserem Alltag haben. 72% sind der Über-zeugung, regelmäßig mit den Computerprogrammen in Kontakt zu kommen, ohne es zu merken.

Bots führen Tätigkeiten durch, welche für Menschen mühsam oder teilweise unmöglich wären. Man denke nur an Suchmaschinen, die Millionen von Websites durchsuchen und daraus die Ergebnisse von Suchanfragen zusammenstellen. Diesen Rechenaufwand könnte kaum ein Mensch bewerkstelligen. Auch ermöglichen Bots vielen Unternehmen Services kostenlos anzubieten, die beim Einsatz menschlicher Arbeitskraft zu teuer wären. Beispielsweise Sprachassistenten auf Smartphones oder computergesteuerte Gegner in Computerspielen.

Dementsprechend stimmen zwei Drittel der Befragten zu, dass Bots in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden und die Hälfte meint, dass das Internet ohne Bots nicht mehr sinnvoll genutzt werden kann.

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