Apps, Apps, Apps: Wer will mich?.

Wer eine geniale App entwickelt hat, sollte auch dafür sorgen, dass diese im App-Store gefunden und heruntergeladen wird. Experten empfehlen Geduld, Trial and Error sowie eine Mischung aus organischen und bezahlten Maßnahmen.

© Foto: Johan Larsson, flickr.com CC BY 2.0 Werbeplanung.at

Das Geschäft mit Apps wächst nach wie vor kräftig: Im ersten Quartal 2018 ist die Zahl der Downloads aus Google und Apple im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 27,5 Milliarden gewachsen – der höchste Quartalswert aller Zeiten.

Zugleich wächst aber auch der Konkurrenzkampf: Ende des ersten Quartals waren insgesamt 6,3 Millionen Apps in den beiden Stores verfügbar. Wer also nicht als Karteileiche enden will, der muss nicht nur eine gute App entwickeln – sondern auch dafür sorgen, dass sie von den Usern überhaupt heruntergeladen wird. Entscheidend dafür ist vor allem, dass die App in den Suchergebnissen des Stores möglichst weit oben gereiht wird: Laut Apple kommen 65 Prozent der App-Downloads im App Store zustande, nach Angaben des Mobile Ad Networks Fiksu sind es im Google Play Store sogar 80 Prozent.

Kein Wunder also, dass sich unter dem Begriff „App Store Optimization“ (ASO) ein eigenes Geschäftsfeld entwickelt  hat: quasi ein SEO für Apps. Ein Anbieter ist die Wiener Agentur AppJump, die von Daniel Döberl und Philipp  Wolschner gegründet wurde und Unternehmen bei der Umsetzung ihrer ASO-Strategie berät. Einen Schritt weiter geht die Software App Radar aus Graz: Hier wurde aus der ursprünglich auf Dienstleistung ausgerichteten Agentur eine Software entwickelt, mit welcher der Kunde selbst seine ASO-Strategie umsetzen kann. „Wir wollten uns mit diesem Schritt als Agentur obsolet machen“, sagt CEO und Co-Founder Thomas Kriebernegg: „Denn Software ist leichter zu skalieren als Beratung.“

Der Weg zum richtigen Ranking

Für gutes ASO ist viel Geduld nötig, wie Döberl und Wolschner betonen: Eine sinnvolle ASO-Strategie nimmt mindestens drei Monate in Anspruch – viel Trial and Error inkludiert. Im ersten Schritt ist es wichtig, dass die Visibility der App erhöht wird; also sicherzustellen, dass die App überhaupt gefunden wird. Der zweite Schritt ist, die „Conversion“ zu steigern – also sicherzugehen, dass Menschen die App herunterladen, wenn sie sie gefunden haben. In puncto Visibility sind die verwendeten Schlagwörter beim Upload der App wichtig, noch wichtiger ist der Name: Dieser sollte klarstellen, welche Funktion die App erfüllt. „Am stärksten werden die Keywords indiziert, die im Titel neben dem Namen stehen“, sagt Döberl.

Klare Unterschiede gibt es hier auch in der Herangehensweise bei Google und Apple, wie Kriebernegg betont: Während bei Apple die Keywords manuell eingegeben werden, rechnet Google die Keywords aus der Beschreibung raus – dementsprechend ist es wichtig, dass der Text die wichtigen Keywords enthält.

In puncto Conversion sind sich die Experten einig, dass gute Screenshots, eine verständliche Beschreibung und ein Video die Zahl der Downloads in die Höhe treiben können. Bei iOS 11 bringt ein Video zum Beispiel zehn bis 15 Prozent mehr Conversion, sagt Wolschner. Weniger wichtig als Bilder und Videos ist die App-Beschreibung für die Conversion: „Denn diese wird nur von zwei bis fünf Prozent der User gelesen“, sagt Wolschner.

Kombiniert werden kann das organische ASO mit bezahlten Platzierungen, wozu die Experten auch raten – aber nur, wenn zuvor das organische Ranking optimiert wurde. Und Kriebernegg betont schließlich, dass auch die App selbst qualitativ hochwertig sein muss – und zwar nicht nur, weil sich auch die Rezensionen auf das ASO auswirken: „Auch das beste Marketing der Welt bringt nichts, wenn die dahinterliegende App Schrott ist“, sagt er. Denn wenn das Programm nicht gefällt, wird es gelöscht und stattdessen ein anderes installiert. Es gibt ja genug Auswahl.

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