App Marketing - Wie David Goliath besiegen kann.

Gastkommentar von Thomas Kriebernegg, Mitgründer der App Marketing Software „App Radar“ und CEO appers.co, zum Thema App Store Optimization

Thomas Kriebernegg ist Mitgründer der App Marketing Software „App Radar“ und CEO von appers.co. © Stefan Leitner

Fast auf den Tag genau - vor acht Jahren - wurde am 10. Juli 2008 der Apple App Store öffentlich in Betrieb genommen. Anfangs wehrte sich Steve Jobs noch gegen die Vorstellung, es fremden Programmierern zu ermöglichen, eigene Apps für das iPhone zu entwickeln. Als er seine Meinung schließlich änderte und die Plattform für unabhängige Entwickler öffnete, ging er noch davon aus, dass es maximal ein paar Tausend Apps für Smartphones geben wird. Mittlerweile werden im Apple App Store rund 1,5 Millionen Apps angeboten. Im Juni vergangenen Jahres verkündete Apple, dass bisher mehr als 100 Milliarden App Downloads seit Launch verzeichnet wurden. Werden die verfügbaren Apps für Google, Amazon und BlackBerry hinzugezogen, kommt man sogar auf mehr als 5,5 Millionen Apps. Und pro Monat strömen bis zu 100.000 neue Apps hinzu.

Bei nur knapp 20 Hauptkategorien innerhalb der App Stores lässt sich erahnen, mit welchem Konkurrenzdruck neue Apps zu kämpfen haben, um sich seinen Platz im Rampenlicht zu sichern. Diese Tatsache wird aber von vielen App-Entwicklern im deutschsprachigen Raum sträflich übersehen beziehungsweise ignoriert. In der heimischen Szene wird das Download-Potenzial von Apps gerne überschätzt. Denn die Realität sieht häufig anders aus. Mit Ausnahme der Entwickler und einiger Familienangehöriger finden sich kaum Abnehmer, da viele Apps schlichtweg unauffindbar sind beziehungsweise kein Sog aufgebaut werden konnte, der User anzieht.

Heute reicht es nicht mehr, eine überdurchschnittlich gute App zu entwickeln, wenn das Marketing dahinter nicht auf dem gleichen, überdurchschnittlichen Niveau ist. Erfüllt man diese beiden Voraussetzungen nicht, hat man nur verschwindend geringe Chancen auf Erfolg.

Wir beschäftigen uns seit Jahren mit der Frage, wie eine App überhaupt in App Stores gefunden wird. Dabei hat sich gezeigt, dass sich amerikanische App-Entwickler mit dem Thema wesentlich intensiver beschäftigen als ihre europäischen Kollegen. Umso weniger ist es verwunderlich, dass rund 60 Prozent unserer Kunden aus Nordamerika stammen, die App Store Optimization ganz oben auf ihre Agenda gesetzt haben und konsequent an der Auffindbarkeit der eigenen Apps arbeiten beziehungsweise regelmäßig die Platzierung für relevante Keywords verbessern. In Österreich gibt es bis dato nur zwei Unternehmen, die diese Macht vollständig erkannt haben und seit Anfang an in ihre Marketing-Aktivitäten entsprechend ausgerichtet haben: nämlich Runtastic und iTranslate.

Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis ein adäquates Gewichten in Europa stattfinden wird und die heimischen Davids ihre Chance gegen die Goliaths endlich nutzen werden.

Digital-News aus der Branche in Ihr Postfach

updatedigital.at hat viele Ausprägungen mit einem Ziel: Die österreichische Digital-Marketing-Branche bestmöglich zu versorgen. Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und erhalten Sie einmal pro Tag eine Übersicht mit den aktuellsten Nachrichten der Digital-Branche.

Newsletter abonnieren