WM 2018: Deutschland kein Sommermärchen.

Umfrage zeigt: Fußball-Aus trübte bei vielen die Konsumfreude. Jüngere Fußball-Fans sind enthusiastischer und geben eher Geld rund um die WM aus.

© Alexas Fotos

Eines der Großereignisse des Jahres 2018 ist zu Ende: Nach rund vier Wochen und mehr als 60 Spielen steht Frankreich als Fußballweltmeister 2018 fest. Für die meisten deutschen Fußball-Fans war die Party trotz idealem Sommerwetter dagegen bereits seit dem Vorrundenaus der deutschen Nationalmannschaft gegen Südkorea vorbei. Das Umfrageinstitut YouGov hat im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Klarna rund 2.000 Bundesbürger nach dem überraschenden Aus befragt: Nur jeder Dritte (36 Prozent) wollte nach dem Ausscheiden der Deutschen die WM noch in gleichem Maße verfolgen. Ein Fünftel der Befragten wollte sich zumindest die Halbfinalspiele sowie das Finale ansehen. Für jeden Zehnten spielte die WM dagegen ohne die eigene Nationalmannschaft keine Rolle mehr – darunter vor allem Frauen mit 12 Prozent im Vergleich zu den männlichen Befragten mit 7 Prozent.

Man kann davon ausgehen, dass auch in Österreich die Euphorie nicht allzu groß und daher den deutschen Werten sehr ähnlich sein könnten, da das österreichische Team nicht dabei war.

WM-Müdigkeit im Warenkorb

Doch nicht nur die Erwartungen der deutschen Fußball-Fans dürften enttäuscht worden sein. Die Weltmeisterschaft ist auch für den Einzelhandel ein wichtiges Großereignis. Vom Supermarkt bis zum Elektronikfachhandel – mit WM-Angeboten zu Sportartikeln, Merchandising, Unterhaltungselektronik oder Lebensmitteln sollte der Verbraucher in Läden und Online-Shops gelockt werden. Nach dem dritten Vorrundenspiel befragt, gaben zwei Drittel der Deutschen (68 Prozent) an, keine zusätzlichen Ausgaben im Zusammenhang mit der WM getätigt zu haben oder zu planen. 15 Prozent gaben an, bis zu 50 Euro und 5 Prozent zwischen 51 und 100 Euro zusätzlich für Fanartikel & Co. während der WM zu investieren. Mehr als 100 Euro geben laut Befragung nur 6 Prozent der Deutschen aus.

Je jünger, desto größer das Interesse an WM und Konsum

Auch wenn es um spezielle Warengruppen geht, scheint bei den Deutschen bei dieser WM keine rechte Kauflaune aufgekommen zu sein. Nur 5 Prozent der Befragten haben laut eigenen Angaben bis zum Vorrundenaus vermehrt spezielle Shopping- und Rabattaktionen zur WM ausgenutzt. Jeder Vierte (25 Prozent) sagte sogar, bei solchen Angeboten weniger als sonst zugeschlagen zu haben. Noch gravierender ist die Tendenz bei Fanartikeln wie Trikots und Merchandising: Hier hat laut Befragung jeder Dritte (32 Prozent) in der Vorrundenphase weniger ausgegeben als sonst.

Ein Hoffnungsschimmer für den Handel waren die Millennials, die tendenziell konsumfreudiger zu sein scheinen: 12 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben vermehrt Gebrauch von Rabattaktionen gemacht, 18 Prozent haben mehr als sonst für alkoholische Getränke wie Bier ausgegeben, sogar 20 Prozent zusätzlich Budget für Grillgut und immerhin 13 Prozent mehr für Fanartikel investiert.

E-Commerce hat profitiert

Vor allem Sport- & Outdoorartikel haben zugelegt: So verzeichnete der Zahlungsdienstleister Klarna während der WM (9. Juni bis 8. Juli) 22 Prozent mehr Bestellungen in den Partner-Shops mit Sportbezug, die die Klarna Bezahlmethoden integriert haben. Auch hier stechen insbesondere Millennials heraus. Die Käufe nahmen bei den 18- bis 25-Jährigen um 37 Prozent zu. Deutliche Unterschiede gibt es auch zwischen Männern und Frauen: 28 Prozent mehr Einkäufe bei den Frauen, aber nur 13 Prozent mehr bei den Männern zeigen zumindest beim Shoppen die weibliche Sportbegeisterung.

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