Österreich wehrt sich gegen günstigere Auslandstelefonate.

Das EU-Parlament will Auslandstelefonate deutlich billiger machen. Österreich und andere Länder sind dagegen.

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"Verbraucher zahlen 1 Euro pro Minute für Auslandstelefonate, die die Anbieter nur 0,01 Euro kosten. Das ist ein Skandal, dem wir ein Ende setzen müssen. Die europäischen Verbraucher sind keine Melkkühe", erklärte die EU-Parlamentarierin Viviane Reding gegenüber der APA. Aktuell gibt es zu diesem Thema Verhandlungen in der EU, die jedoch zu scheitern drohen: Das EU-Parlament will die teuren Auslandsgebühren abschaffen, viele Nationalstaaten wie Österreich sind jedoch dagegen. Heute Dienstag wird dazu in Brüssel einer weitere Verhandlungsrunde stattfinden.

Aktuell kann für einen österreichischen Kunden folgende Situation eintreffen: Telefoniert ein österreichischer Telekom-Kunde innerhalb von Österreich ins Ausland, so fällt eine Auslandsgebühr an. Wenn sich der Kunde jedoch im Ausland, etwa in Deutschland befindet, und von dort in ein anderes EU-Ausland telefoniert, ist wegen der Abschaffung der Roaming-Gebühr diese Auslandsgebühr nicht fällig.

Keine "verordnete Kostensenkung"

Viele EU-Staaten, darunter auch Österreich, sind jedoch gegen eine Änderung dieser Gebühren. Der Grund ist, dass die meisten Telekom-Unternehmen zum Teil auch in staatlicher Hand sind und auf die Zusatzeinnahmen nicht verzichtet werden soll. "Die Regierungen der Mitgliedsstaaten müssen sich die Frage gefallen lassen, treten sie für die Anliegen der Bürger oder für die Anligen der Telekom ein", meint etwa der ÖVP-EU-Abgeordnete Paul Rübig. "Es gibt keine technische Rechtfertigung für diese Gebühren", wird Rübig auf futurezone.at zitiert. Auch Österreichs Telekomminister Norbert Hofer von der FPÖ ist gegen eine „verordnete Kostensenkung“.

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