Nur drei reine Online-Händler und Top 100 Retailern.

Österreich ist, laut Handelsverband, ein vom stationären Handel dominierter Markt in dem Online-Pure-Player eine Milliarden Euro erwirtschaften.

Spar und die Rewe Gruppe sind die nach Umsatz größten stationären Einzelhändler in Österreich. Von den Online-Pure-Playern sind unter den Top 100 Händler nur drei vertreten, die eine von insgesamt 36 Retail-Umsatz-Milliarden im Markt erwirtschaften. © Spar Österreich

Online-Händler wie Amazon, Zalando, etc. haben in Österreich nicht die Einzelhandelsmacht an sich gerissen, wie gelegentlich der Eindruck entstanden ist. Der Handelsverband hat mit dem Report Austrian Top 100 Retailers eine Reihung von Einzelhändlern nach Umsatz-Volumen vorgenommen, um zu zeigen, dass der österreichische Markt unverändert von stationären Händlern dominiert ist, die E-Commerce-Anbieter zwar am Vormarsch sind aber nicht das Retailer-Ruder übernommen haben. 

Amazon schafft es in dieser Liste auf den elften Platz und liegt mit seinem Umsatz in Österreich gleichauf mit Bipa sowie vor Ikea, Müller und Kika. Die Unito-Gruppe mit Shops wie Quelle.at, Ottoversand.at, Universal.at, etc. wird auf dem 30. Platz geführt. Zalando liegt unter den 100 umsatzstärksten Retailern im "oberen Drittel" und rangiert in der Kategorie Schuhe & Lederwaren auf dem zweiten Platz gemeinsam mit der Leder & Schuh AG (Humanic) und nach Deichmann

Rainer Will, Geschäftsführer des Handeslverbandes, erklärt, dass die Online-Pure-Player "gerade einmal drei Plätze" unter den Top 100 besetzen und "zusammen nur eine von 36 Milliarden Euro" erwirtschaften. 35 Milliarden Retail-Umsatz in Österreich werden also von stationären Einzelhändlern erwirtschaftet. 

Der stationäre Handel erwirtschaftet wiederum mit seinen Webshops und digitalen Cross-Channel-Lösungen "den größten Teil" des österreichischen E-Commerce-Umsatzes. 82 Prozent dieser Händler verfügen über digitale Vertriebs- und Absatzkanäle. 

Will kommentiert, dass "Online-Händler die Sieger unter den Generalisten" sind. Sie spielen ihre Stärke, digital über keine Sortimentslimitierung und ein nahezu unbegrenztes Waren-Angebot zu verfügen hier aus. Das spricht Konsumenten an. Allerdings ist am "nahtlosen Einkaufserlebnis" noch zu arbeiten, heißt es dazu in dem Handelsverband-Report. 

An der Spitze der Top 100 Retailer in Österreich stehen, wie zu erwarten war, die Rewe Group und Spar mit jeweils 6,5 Milliarden Euro Umsatz vor Hofer und Lidl. Der Lebensmittel- und der Möbelhandel sind die nach Umsatz größten Warengruppen. Es folgen der Bekleidungshandel, Baumärkte sowie Drogerie/Parfümerie.