Erste 5G-Tarife mehr als doppelt so teuer wie bisherige Internet-Angebote.

Erste Angebote lassen laut durchblicker.at nichts Gutes erwarten – 5G könnte Internet in Österreich spürbar teurer machen.

© mohamed Hassan auf Pixabay

Die nächste Mobilfunkgeneration 5G könnte den Internet-Zugang in Österreich deutlich verteuern. Obwohl 5G-Netze und Geräte in weiten Teilen Österreichs erst 2020 oder danach verfügbar sein werden, hat nach Magenta diese Woche auch bereits A1 den ersten 5G-Ready-Tarif veröffentlicht. Österreichs größtes Tarifvergleichsportal, durchblicker.at, hat die neuen Angebote mit den bisher verfügbaren Internet-Tarifen verglichen. Das Ergebnis: Die neuen 5G-Tarife sind bei gleichen Übertragungsraten teils mehr als doppelt so teuer als konventionelle Internet-Angebote.

Die Angebote für einen Internet-Anschluss zuhause basieren derzeit je nach Übertragungsrate und Verfügbarkeit auf Mobilem Internet via 4G, auf DSL-Festnetz, auf Kabel oder vereinzelt auch auf Glasfaser. „Mit 5G kommt eine weitere leistungsstarke Technologie hinzu. Preislich sind die ersten 5G-Tarife aber völlig unattraktiv und in weiten Teilen Österreichs wird man noch lange warten müssen, bis man 5G tatsächlich nutzen können wird“, kritisiert Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von durchblicker.at.
Für den bisher einzig verfügbaren unlimitierten Internetanschluss mit 500 Mbit/s Download und 50 Mbit/s Upload zahlt der Kunde bei Magenta derzeit im konventionellen Tarif „Internet Fiber 500“ effektiv – also unter Berücksichtigung aller Nebengebühren – monatlich 49,06 Euro. A1 verlangt demgegenüber für den neuen Tarif „A1 Net Cube-Internet 5G-Ready“ mit identen Übertragungsraten effektiv 103,65 Euro im Monat – also mehr als doppelt so viel.

Magenta bietet seine ersten 5G-Ready-Tarife mit niedrigeren Download-Raten an: 300 Mbit/s gibt es im Tarif „Magenta Mobile Platin“ in der ersten Einführungsphase für monatlich effektiv 74,99 Euro (danach 79,99 Euro),  150 Mbit/s im Tarif „Magenta Mobile Gold“ für zunächst effektiv 59,99 Euro bzw. nach der Einführung um 64,99 Euro monatlich. Das günstigste DSL-Angebot hat derzeit im Vergleich der Anbieter Fonira (im DSL Netz von A1) mit effektiv 49,99 Euro für 300 Mbit/s Download und 39,99 Euro für 150 Mbit/s. Auch bei Magenta sind die neuen 5G-Tarife damit derzeit um die Hälfte teurer als vergleichbare konventionelle Internet-Angebote. Zusatz: Bei SIM-only sind die Tarife um monatlich 10 Euro günstiger, benötigen dann aber noch ein entsprechendes Internet-Modem.
„Für die Konsumentinnen und Konsumenten haben diese ersten 5G-Tarife vorerst keinen erkennbaren Nutzen. Für uns sind die Angebote aber eine Indikation, wohin sich die Internet-Preise in nächster Zeit entwickeln könnten. Und da lassen die ersten 5G-Angebote nichts Gutes erwarten. Offenkundig wollen die Anbieter den bevorstehenden Technologiesprung dafür nutzen, um kräftig an der Preisschraube zu drehen“, so Baudisch.

In Zeitungskommentaren sind die ersten „5G-Ready-Tarife“ diese Woche als „Marketing-Schmäh“ und als „teure 5G-Tarife ohne 5G“ kritisiert worden. Magenta hatte für seinen kommerziellen 5G-Start Ende März von mehreren tausend Sendestationen österreichweit gerade einmal 25 Sendemasten mit 5G aufgerüstet. A1 startet erst 2020 den kommerziellen 5G-Betrieb und will im Laufe des kommenden Jahres die Landeshauptstädte an das 5G-Netz anschließen. 2025 soll 5G flächendeckend in Österreich verfügbar sein. Daher könne man zwar schon jetzt einen 5G-Ready-Tarif abschließen, diesen in manchen Orten aber erst 2025 nützen. Außerdem gäbe es keine Garantie, dass Kunden mit 5G wirklich die beworbene Maximalgeschwindigkeit erreichen werden, so die Kritik.

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