Bargeldloses Zahlen: Kein Ende des Booms in Sicht.

Den Einkaufskorb im Supermarkt per Smartphone bezahlen, den Cappuccino im Café per App und Restaurants, in denen Bargeld längst schon abgeschafft ist: Was viele Österreicher, Deutsche und mit ihnen auch die Bürger Spaniens, Italiens und Portugals noch für Zukunftsmusik halten, ist vielerorts schon Wirklichkeit.

Fast jeder zweite Österreicher kann sich laut Umfrage vorstellen, kontaktloses Bezahlen in Zukunft auch noch stärker zu nutzen, 10% sind noch unschlüssig. 17% sind bislang noch eher skeptisch und nur rund ein Viertel kann es sich zurzeit gar nicht vorstellen.  © Erste Bank

Gerade in Skandinavien, den angelsächsischen Staaten und in den Schwellenländern wächst das bargeldlose Zahlen rasant. Während hierzulande Restaurantbesuche und Lebensmittel mehr als doppelt so oft bar bezahlt werden als im europäischen Durchschnitt, sind in den USA, Großbritannien und Skandinavien Kreditkarten indes selbst für kleine Beträge üblich.

Skandinavien, Asien und Amerika als Vorreiter

Das Volumen der weltweiten bargeldlosen Zahlungen wird voraussichtlich bis 2020 um  durchschnittlich 10,9 Prozent ansteigen und damit fast 726 Milliarden Transaktionen erreichen, so die Prognose des „World Payments Report 2017“ (WPR 2017), der vom Beratungs- und  Dienstleistungsunternehmen Capgemini zusammen mit dem Finanzdienstleister BNP Paribas veröffentlicht wird.

Dieser sagt aktuell voraus, dass das Volumen der bargeldlosen Zahlungen in den Schwellenländern um 19,6 Prozent steigen wird, dies ist das Dreifache der vorausgesagten Wachstumsrate für die Industriestaaten (5,6 Prozent). So wird im aufstrebenden Teil Asiens, mit China und Indien an der Spitze, das Volumen voraussichtlich um 30,9 Prozent steigen. In Indien etwa wird, so die Prognosen, das digitale Zahlen 2022 Scheine und Münzen ablösen. Andere setzen dem Bargeld bereits eine Galgenfrist: Binnen zehn  Jahren werde es verschwinden, da es fürchterlich teuer und ineffizient sei.

Auch bargeldlose Zahlungen zwischen Unternehmen (B2B), mittelständischen Firmen und Behörden nehmen weltweit zu. Bei der Anzahl dieser Zahlungen  wird eine jährliche Wachstumsrate von 6,5 Prozent in den Jahren 2015 bis 2020 vorhergesagt, das sind mehr als 122 Milliarden Transaktionen im Jahr 2020.

Ein Blick in die Zukunft

Die technischen Möglichkeiten entwickeln  sich rasant weiter. Neue Anbieter wie Apple stehen praktisch vor der Tür. Bis zum Jahr 2019 will Apple seinen Bezahldienst Apple Pay mit einer passenden Kreditkarte erweitern. Dazu geht das Unternehmen eine Kooperation mit der US-Investmentbank Goldman Sachs ein. Auch wenn Apple Pay derzeit nur in den USA ein großes Thema ist, so haben heimische Anbieter und Finanzdienstleister doch ein wachsames Auge auf die weiteren Entwicklungen. Denn man will gerüstet  sein, sollten Riesen wie Apple oder Google auch in den heimischen Markt vordringen. Erst vor Kurzem ließ auch die kassenlose Shoplösung von Amazon aufhorchen. Der Onlinehändler experimentiert mit einer Filiale in Seattle, in der sich Kunden beim Betreten per App anmelden und Kameras und Sensoren ihr Kaufverhalten erfassen. Die  ausgewählten Waren werden in die Einkaufstasche gelegt und der Kunde kann das Geschäft einfach verlassen, wenn er alles hat. Das Geld wird automatisch vom Amazon-Konto abgebucht. Amazon Go soll das stationäre Einkaufen revolutionieren, wenn es nach Amazon geht. Noch läuft allerdings die Testphase für die neue Shopping-Technologie. Und auf der technischen Seite ist noch einiges in Planung: Auch wenn Zahlungen per Iris-Scan oder Fingerabdruck heute noch utopisch klingen, so könnten sie in den nächsten Jahren doch Wirklichkeit werden.

intelliAd
19. September 2017

Amazon durchdringt fast alle Bereiche des digitalen Marketings und etabliert gerade E-Commerce-Marketing als eigene Disziplin analysiert …

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