WebSummit 2017: Davos für Geeks.

Der Web Summit 2017, ein Stelldichein der Tech-Welt, war. Barbara Obermann von Virtue Austria war vor Ort. Hier ihr Resümee:

Davos oder Glastonbury für Geeks. Egal wie man den Web Summit bezeichnet oder für sich einstuft. Er ist ein riesiger Tech-Event der den Atem der Zukunft spürbar werden lässt. Barbara Obermann von Virtue Austria war vor Ort und schildert hier ein paar Eindrücke.  © Virtue - Barbara Obermann

Technologie ist dabei unsere Welt von Grund auf zu verändern. Sie verändert unsere Gesellschaft, die Politik und unsere Art zu arbeiten. Scheinbar unbemerkt schleicht sie in unser Leben. Doch das ist erst der Anfang. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem die Technologie beginnt, sich in exponentieller Geschwindigkeit zu entwickeln. Fast nirgendwo sonst war diese Entwicklung so spürbar, wie bei der größten Tech-Konferenz der Welt: dem Web Summit in Lissabon, der vom 5. bis 8. November in der portugiesischen Hauptstadt stattfand. 

© Virtue - Barbara Obermann
Der Web Summit ist ein in sich geschlossener Campus und gilt als wichtige Tech-Plattform mit 60.000 Teilnehmern in diesem Jahr. Schon die Distanz von einer Bühne zur anderen ist das wöchentliche Sportprogramm für so manche. Die Keynotes und Talks der über 1.200 Speaker sind aber nur ein Teil dieses gigantischen Events. Der Web Summit bildet sich auch aus unzähligen Panels, Debatten, einer Fülle an Side-Events, Tech-Startups und Investoren.

Eine Welt, auf die man normalerweise nicht in dieser Konzentration trifft. Und alles ist darauf ausgelegt diese zu connecten: "Web Summit is about networking, so connect your phone books", insistiert Organisator Paddy Cosgrave in seiner Eröffnungsrede. Mit einer eigens entwickelten App sind die Teilnehmer auch virtuell miteinander verbunden. 

Inhaltlich stand der Web Summit im Zeichen der großen Trends unserer Zeit: Artificial Intelligence, Machine Learning, Augmented Reality, Virtual Reality, Big Data und die kontinuierliche Veränderung der Medienlandschaft. Die Tech-Industrie spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Medienlandschaft und der Einfluss der Tech-Giganten wie Facebook und Google auf "alte" Medien wächst.

Im Panel diskutierten Vertreter von CNN digital, Adblock Plus und Times und Sunday Times zum Thema "making content matter", wie sich Medien in der sich ständig verändernden Medienlandschaft zurechtfinden. Qualitativ hochwertiger Content war niemals populärer und gute Beurteilung niemals wichtiger. Neue Möglichkeiten Audiences zu erreichen sind entstanden, aber auch damit einhergehende Frustration und Herausforderung der Medien selbst. Im Schlusswort appellierte Sabrina Siddiqui vom britischen Guardian auch an die Teilnehmer mit zu helfen qualitativen Content zu unterstützen, damit wichtige Teile der Medienlandschaft erhalten bleiben.

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Über die Art, Intention und die Frage, ob sich die gegenwärtigen technischen Entwicklungen positiv oder negativ auf uns Menschen auswirken, diskutieren derzeit Experten aus allen Bereichen der Wissenschaft. Und auch im Rahmen des Web Summit. "Success in creating effective artificial intelligence, could be the biggest event in the history of our civilization. Or the worst. We just don’t know." Mit diesen inspirierenden Worten traf Überraschungsgast Stephen Hawking via Video-Auftritt den Nerv der Debatte. Margrethe Vestager der EU-Kommission betonte mit "Fair play and tech", dass es immer wichtiger sei, in dieser Industrie für eine faire Verteilung der Mächte zu sorgen.

Es ist diese spezielle Energie und Motivation, die aus diesem vielschichtigen Event hervorgeht. Wenn man sich drauf einlässt, dann spürt man die Bewegung und den Drang all dieser Menschen Dinge zu verändern. Teil von etwas zu sein. Der Web Summit bietet die Plattform und Inhalte, in wieweit man sich darauf einlässt und was man daraus macht, bestimmt man selbst. Fest steht: An kaum einem Ort fühlt man sich der Zukunft so nah, wie am Web Summit.

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Barbara Obermann, Client Service bei VIRTUE Austria.