Trumps Nicht-Strategie hat gut funktioniert.

Die ehemalige "Director of Online Engagement" im Weißen Haus, Laura Miller, war in Österreich zu Gast und erzählte über Dos and Dont’s im Social-Media-Bereich und die erfolgreiche Nicht-Strategie von Donald Trump.

Laura Miller © Pulpmedia

Zum Auftakt einer regelmäßigen Eventreihe in ihren Linzer Studio-Räumlichkeiten lud die Online-Marketing-Agentur Pulpmedia als Stargast die US-Digital-Strategin Laura Miller ein, die als "Director of Online Engagement" im Weißen Haus unter Präsident Barack Obama für die Planung und Umsetzung der Social-Media-Strategie verantwortlich war. Danach engagierte sie sich im Rahmen des "March For Our Lives" für restriktivere Bestimmungen im Umgang mit Waffen in den USA und unterstützte Michelle Obamas Initiative "When we all vote", einem Aufruf an die US-Wahlberechtigten zur Registrierung für die Midterm-Elections 2018. Auch updatedigital.at hatte die Gelegenheit, Laura Miller ein paar Fragen zu den aktuellen Social-Media-Trends zu stellen. Die Expertin gab dabei sehr interessante Einblicke, wie etwa über die Fehler, die bei digitalen Strategien am häufigsten begangen werden. Miller: „Vielen ist die Quantität wichtiger als die Qualität und dabei wird dann oft auf das eigentliche Ziel vergessen, das sie mit einem Posting erreichen wollen.“ Häufig seien zudem auch die verschiedenen Social-Media-Kanäle nicht aufeinander abgestimmt, es fehle eine Strategie.

Trumps Nicht-Strategie

Dennoch kann man auch ohne erkennbare Strategie erfolgreich sein, wie das Beispiel von Donald Trump gezeigt hat. „Seine Nicht-Strategie hat gut funktioniert, er hat immer nur die gleichen fünf Sätze kommuniziert. Damit war er aber leider auch erfolgreicher als die Demokraten“, erläutert Miller. Im Gegensatz dazu sei unter ihrer Führung in der Ära Obama alles abgestimmt gewesen. „Trump hingegen ist wie ein Pulverfass. Niemand weiß, was er als nächstes tun wird, seine Gegner müssen auch oft raten.“
Für Miller ist jedenfalls eine Zwei-Wege-Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg, auch wenn Donald Trump derzeit genau das Gegenteil praktiziere. „Trump will einfach nur seine Gedanken unters Volk bringen. Er hat gar kein Interesse daran, diese zu diskutieren.“ Zudem erzählten die offiziellen Kanäle des Weißen Hauses keine Geschichten, sie hätten kaum Botschaften. Das wäre eine Chance für die Demokraten im nächsten Wahlkampf, diese Lücke zu nützen. 

Relevanz verschoben

 „Wir hatten vor einigen Jahren viele verschiedene, jetzt haben sich einige große gefestigt“, so Miller, die ergänzt: „Diese großen Medien werden auch in den kommenden Jahren ihre Bedeutung haben. Instagram hat hier aus meiner Sicht das größte Potenzial, sowohl für Firmen als auch für den persönlichen Gebrauch, weil es das Beste aus den verschiedenen Social-Media-Welten vereint.“ Mit Instagram könnten Influencer zudem direkte Konversationen mit Followern führen. Kritisch sieht Miller den Dienst Twitter, denn dieser entwickle sich nirgendwo hin. „Twitter ist aber gut, um schnell Trends zu erkennen, die gesamte Presse- und Kommunikationsbranche nützt es.“ 

Und Facebook? „Durch die starke Änderung des Algorithmus ist Facebook für Unternehmen viel uninteressanter geworden. Facebook Live hat jedoch eine große Bedeutung für die direkte Kommunikation mit Nutzern.“ Wenig Zukunft sieht Miller für Snapchat: „Das ist eine sterbende Plattform.“ Besonderes Wachstumspotenzial sieht die Expertin bei WhatsApp: „Hier sind vor allem Unternehmen besonders aktiv, um den Messenger vor allem in der Kommunikation mit bestehenden oder potenziellen Kunden zu nützen.“

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