Sportsponsoring bringt Banken hohe Medienpräsenz.

APA-DeFacto analysierte Medienpräsenz österreichischer Bankhäuser – Größere Banken in Medien stärker vertreten - Fintech-Hype schlägt sich noch nicht auf Sichtbarkeit nieder

Die Erste Bank führt das Sponsoring-Ranking klar an. © APA De Facto

Österreichs Banken sind in heimischen Medien präsent, häufiger jedoch durch ihr Sportsponsoring als auf den Wirtschaftsseiten. Paradebeispiel dafür ist die Erste Bank (und Erste Group), die die intensivste Berichterstattung aller Finanzinstitute verzeichnet, davon aber mehr als die Hälfte durch das Sponsoring der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) generiert. Dies zeigt das aktuelle Banken-Ranking von APA-DeFacto, der auf Medienbeobachtung und Media Intelligence spezialisierten Tochter der APA – Austria Presse Agentur.

Erste Bank top

Die Erste Bank kommt mit einem Präsenzindex (Anzahl der Nennungen in Medien in Relation zur Gesamtberichterstattung und gewichtet nach der Intensität der Nennung) von fast 15 auf die dreifache Sichtbarkeit wie RBI und BAWAG, die mit jeweils knapp 5 Punkten auf den Rängen zwei und drei folgen. Alle drei profitieren als börsennotierte Unternehmen auch von der regelmäßigen Quartalsberichterstattung.

Grundsätzlich zeige sich: Je größer die Bank, desto sichtbarer ist sie. Um Start-ups im Finanzbereich gebe es zwar einen Hype und der Umbruch mit der Digitalisierung sei zweifellos in vollem Gange, aber die Wirtschaftsberichterstattung mache meist nur einen kleinen Teil der medialen Wahrnehmung aus, relativiert das DeFacto Banken-Ranking. In einem kleineren Maßstab ist die Denizbank ein prägnantes Beispiel: Sie ist selten in den Medien, dabei aber zu 86 Prozent im Zusammenhang mit der von ihr gesponserten DenizBank Austrian Volley League (AVL) und damit auf den Sportseiten.

Steigen Direktbanken ein?

"Sportsponsoring in der Bankenbranche ist generell ein Garant für eine hohe Sichtbarkeit", erläutert Manuel Kerzner, Medienanalyst von APA-DeFacto. Er rechnet damit, dass auch Direktbanken bald in dieses Segment einsteigen werden, um ihre Medienpräsenz zu erhöhen.

Die klassischen Universalbanken sind etwa zehnmal so präsent in Medien wie Direktbanken. Selbst das von Österreichern gegründete und auch in Deutschland erfolgreiche Fintech-Start-up N26 schafft nur einen Indexwert von 0,4, diesen aber zu 90 Prozent auf den Wirtschaftsseiten. Der Hype über Fintechs ist also relativ, N26 kommt auf ein Dutzend Beiträge pro Monat in allen Medien zusammen - die Erste Bank auf über 600. Auffällig ist, dass Direktbanken wie N26, IngDiba oder Easybank deutlich häufiger miteinander verglichen werden und so zu Nennungen kommen.

Die Sichtbarkeit der Privatbanken hat im Vergleich zum Vorjahr abgenommen, sie kommen in Medien inzwischen weniger oft vor als Direktbanken. Das könnte aber durchaus in ihrem Sinn sein, waren sie in der Vergangenheit doch immer wieder durch Skandale im Blickfeld. Ein gegenteiliges Beispiel ist das kirchennahe Bankhaus Schellhammer und Schattera, das dieses Jahr häufig genannt wurde, praktisch jedoch nur im Zusammenhang mit dem Verkauf ihres Anteils an den Casinos Austria.

Eine Sonderstellung hat die Oesterreichische Nationalbank. Sie besetzt erfolgreich aktuelle Finanzthemen von der Zinsentwicklung bis zu Kryptowährungen, spielt ihre Rolle als Aufsicht aus und ist damit vorrangig auf den Wirtschaftsseiten zu finden. Aber auch die börsennotierte RBI, die sich nicht im Sportbereich engagiert, findet sich zu 70 Prozent in der Wirtschaftsberichterstattung wieder.

Das APA-DeFacto Banken-Ranking hat die mediale Sichtbarkeit von mehr als 80 Bankhäusern in den ersten vier Monaten des Jahres 2018 analysiert. Ausgewertet wurden dafür Tageszeitungen und Magazine, Online-Medien sowie Radio & TV.

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