Newsletter-Abmelderaten wirksam senken.

Newsletter-Abmeldungen gehören zum E-Mail-Marketing wie Stopp-Schilder zum Straßenverkehr. Im Gastbeitrag verrät Michael Kornfeld wie man Abmeldungen stoppt.

Michael Kornfeld, Gründer und Geschäftsführer von dialog-Mail eMarketing Systems, verrät in seinem Gastbeitrag, wie mit Newsletter-Abmeldungen umgegangen werden kann und was Abmeldungen reduzieren hilft. © dialog-Mail

Newsletter-Abmelde-Raten gehören zum E-Mail-Marketing wie Stopp-Schilder zum Straßenverkehr. Doch kaum ein E-Mail-Marketer freut sich darüber. Dabei können Abmeldungen mit ein paar wenigen Best-Practice-Tipps deutlich reduziert werden - und das mit ganz wenig Aufwand!

Vorab: Begrüssen sie Abmeldungen!

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht: Abmeldungen sind etwas Gutes! Denn sie haben gleich mehrer Vorteile für ihren Verteiler:

  • Eine Person, die sich abmeldet, wird ein Mail nicht als Spam melden. Solche "Spam-Complaints" sind mittlerweile ein wichtiger Faktor für die Zustellquote und sollten unbedingt so niedrig wie möglich gehalten werden. 
  • Abmeldungen erhöhen ihre Kennzahlen wie Öffnungsraten, da diese Empfänger normalerweise vorher wenig aktiv sind und die Kennzahlen somit beeinträchtigen. 
  • Wenn sich jemand abmeldet, gibt es eine Person weniger in ihren Verteiler, die sich für ihre Inhalte nicht (genug) interessiert. 

Auch wenn Abmeldungen also nicht nur negative Seiten haben, gibt es dennoch einige Best Practices, mit deren Hilfe sie Abmeldungen deutlich verringern können. 

Tipp 1: Bieten sie eine Datenänderung an! 

Die Erfahrung zeigt, dass sich überraschend viele Personen nur abmelden, um sich danach mit einer neuen E-Mail-Adresse wieder anzumelden - zum Beispiel, weil statt der privaten eine berufliche Mail-Adresse verwendet werden soll.

Doch erstens melden sich nicht alle diese Abmeldungen wieder neu an - und außerdem haben sie dann für die gleiche Person zwei Einträge in ihrem Verteiler.

Daher sollten sie ganz einfach zusätzlich zur Abmelde-Bestätigung eine Datenänderung anbieten, die so lauten könnte: "Wenn Sie sich von unserem Verteiler abmelden möchten, klicken Sie bitte hier. Oder wollen Sie nur Ihre E-Mail-Adresse ändern?

Tipp 2: Bieten sie eine alternative Frequenz an? 

Vielleicht melden sich einige Empfänger ab, weil sie einfach zu viele Mails bekommen - und auch ihr Newsletter wird als zu oft erscheinend empfunden.

Die Lösung ist simpel: Bieten sie den Umstieg auf eine andere Versandfrequenz an ("Möchten Sie vielleicht anstelle des wöchentlichen Newsletters unsere monatliche Zusammenfassung der besten Artikel?")

Das ist mit viel weniger Aufwand verbunden als sie vielleicht denken. Denn sie müssen ja nur die meist-geklickten Artikel der wöchentlichen Newsletter in ein monatliches Mailing packen und verschicken. Das sollte in den meisten Fällen eine Frage von wenigen Minuten Arbeitsaufwand sein.

Sie erreichen diese Empfänger zwar seltener - doch sie gehen so nicht vollständig für ihre E-Mail-Kommunikation verloren.

Tipp 3: Bieten sie eine Pause an!

Immer mehr Empfänger sind längere Zeit über ihren regulären Mail-Account nicht erreichbar, z.B. für die Dauer einer Schwangerschaft oder während eines Sabbaticals. Niemand dieser Empfängergruppe möchte sich nach ihrer Rückkehr in den Account durch tausende, veraltete Newsletter quälen. Daher melden sich viele von einem Großteil der von ihnen abonnierten Newsletter ab.

Auch hier ist die Lösung einfach: Lassen sie den Empfänger auf Wunsch einen Zeitraum eingeben, während dessen keine Mail zugestellt werden sollen. Viele gute E-Mail-Systeme erlauben solche befristeten Sperren. Fragen sie ihren Anbieter danach!

Tipp 4: Bieten sie ein anderes Thema an!

Interessen ändern sich. Oder die Informationen zu einem Thema weisen für Newsletter-Empfänger mit der Zeit zu wenig Neuigkeitswert auf. 

Dann können sie den Abmelde-Willigen ein alternatives Thema anbieten, um eine vollständige Abmeldung und den Verlust eines Empfängers zu vermeiden. Das könnte so vermittelt werden: "Möchten Sie anstelle des Newsletters zum Thema X vielleicht interessante Infos über das Thema Y erfahren?"

Welche Abmelderaten sind eigentlich normal?

Benchmarks für alle Newsletter-Kennzahlen sind wenig aussagekräftig, da sie von unzähligen Faktoren abhängen, wie zum Beispiel der Zielgruppe und der Versandfreqeunz. 

Aber es gibt eine grobe Daumenregel: Bei regelmäßig versendeten Newslettern sollte die Abmelde-Rate nicht über ein Prozent liegen. Sollte sie deutlich höher sein, deutet das, unter anderem, auf zu wenig interessante Inhalte oder eine zu höhe Versand-Frequenz hin.

Das wichtigste Mittel gegen Abmeldungen

Es gibt übrigens ein wirksames Allheilmittel gegen Abmeldungen: relevante, interessante, gute Inhalte!

Denn beinahe alle Studien zu dem Thema zeigen das gleiche Bild: Hauptgrund Nummer eins für Abmeldungen ist der Mangel an interessanten Inhalten mit Neuigkeitswert. 

Ja, das ist mit Aufwand verbunden. Doch für wirklich langfristig erfolgreiche Newsletter führt kein Weg daran vorbei. Entwickeln sie also einen (kleinen) Content-Plan und denken sie in ihrem Team über interessante Inhalte nach. Sie werden sehen: das ist weniger aufwändige als sie denken!

Fazit: Reisende soll man nicht aufhalten

Auch wenn sie mit diesen Tipps Newsletter-Abmeldungen meist um 15 bis 20 Prozent reduzieren können, gehören Abmeldungen einfach zum E-Mail-Marketing dazu. Denn Interessen und Lebenssituationen ändern sich - und das ist auch gut so. 

Solange sie rechtzeitig Maßnahmen getroffen haben, um regelmäßig neue Empfänger in ihren Newsletter-Verteiler zu bekommen, werden sie die verbleibenden wenigen Abmeldungen gut verschmerzen können.

Zum Autor dieses Gastbeitrages:

Michael Kornfeld ist der Mastermind hinter dialog-Mail eMarketing Systems und hat sich ganz dem Thema E-Mail-Marketing - von der Beratung bis zur Entwicklung einer professionellen Software mit seinem Team - verschrieben. dialog-Mail gehört zu den erfolgreichsten Unternehmen Österreichs in diesem Bereich. 

 

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