Künstliche Intelligenz wird Designen fundamental verändern.

KI wird zu maschineller Kreativität führen. Eine zwangsläufige Entwicklung. Wo bleibt die menschliche Kreativität? Gastkommentar von Martin Schmidt.

Martin Schmidt, CEO Logoshuffle und Smart Software, ist überzeugt, dass die Symbiose aus natürlicher und künstlicher Intelligenz Kreativität voranbringen werde. © Logoshuffle

Algorithmen und lernende Software werden stärker in Design-Prozesse eingreifen und immer mehr Aufgaben übernehmen, die bislang Menschen erledigten. Wo ist dann noch Platz für menschliche Kreativität? Das fragt sich Martin Schmidt, Geschäftsführer des in Graz ansässigen Unternehmens Logoshuffle. Hier seine Überlegungen zu den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf das zukünftige Designen. 

"Es ist nicht mehr umkehrbar: Künstliche Intelligenz (KI) wird künftig alle Bereiche des Lebens prägen. It's here to stay. Und es wird definitiv auch jene Sphären betreffen, von denen wir vor wenigen Jahren noch dachten, es wäre dort praktisch unmöglich: bei der kreativen Arbeit und im von Menschen geschaffenen Design. Alleine der Hype um die im vergangenen Jahr höchst erfolgreiche App Prisma zeigte, wie Algorithmen jetzt schon Foto-Kunst ohen menschliche Eingriffe kreieren können. Oder Quickdraw von Google, wo das intelligente Programm Muster deutsch und händische Zeichnungen verbessern kann. 

Wo kann sich der Mensch als noch aktiv im Design-Prozess einbringen? Wo ist er nicht durch Bits & Bytes-getriebene Intelligenz ersetzbar? Die Antwort liegt in der Zusammenarbeit. KI wird die ursprüngliche Arbeit nicht verdrängen, sondern viel mehr ergänzen. Wo heute viel Zeit in die Produktion fließt, wird es für den Designer künftig stärker um den kreativen Prozess davor gehen. Computer werden und können bereits jetzt standardisierte Prozesse besser und effizienter erledigen. Letztendlich entscheidet aber immer der Mensch über die kreative Idee hinter der schöpferischen Leistung.

© Geralt - Pixabay.com
Heute nutzen Kreativschaffende verschiedene Tools und Werkzeuge, um ihre Arbeit einfacher, schneller und stressfreier zu gestalten. Kann man sich noch eine Welt ohne Photoshop vorstellen? Gerade im Logo-Design sind feine Nuancen und Details wichtig, die menschliche Kreativität in automatisiert-computergenerierte Skizzen einbringen kann. Auch bei Logoshuffle arbeiten Menschen an grafischen Grundkonzepten für die Logo-Erstellung, die die KI anwendet, abwandelt, weiter entwickelt und aus erstellten Designs eigenständig lernt. 

Künstliche Intelligenz wird den Menschen nie komplett ersetzen können. Sie wird den Design-Prozess aber offener gestalten und den Zugang zu Design für jedermann ermöglichen. Wenn menschliche Fantasie und elektronische Präzision, Ideenreichtum und Produktivität zusammenkommen, können Dinge entstehen, die nie zuvor möglich waren." 

Martin Schmidt, CEO von Logoshuffle (seit Jänner 2017) und CEO von Smart Software (seit Jänner 2012) in Graz. Davor war er Projekt-Manager von Webconomy.

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