„Eine der besten Erfahrungen meines Lebens“.

Kerstin Trikalitis, Jurorin bei den Mobile Lions im Rahmen der Cannes Lions und Gründerin von Out There Media, im Interview

Kerstin Trikalitis, Gründerin von Out There Media fungiert als Jurorin bei den Mobile Lions im Rahmen der Cannes Lions: „Die Jury war der Meinung, dass eher übergeordnete Konzepte für Mobile Marketing ausgezeichnet werden sollen, und keine Banner oder Rich-Media-Formate.“ © Kerstin Trikalitis Werbeplanung.at

Werbeplanung.at: Sie waren jetzt einige Tage lang mit hunderten Mobile-Cases konfrontiert und haben mit ihren Mitjuroren die Löwen bei Mobile Lions im Rahmen der Cannes Lions gekürt. Was hat sie an der Jury-Tätigkeit am meisten fasziniert?

Kerstin Trikalitis: Die Mobile Lions finden bei den Cannes Lions jetzt zum dritten Mal statt, und man sieht hier unglaublich tolle Kampagnen und Einreichungen. Wir haben fünf Tage viele Stunden juriert, und es war eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Die Stimmung war genial und da waren so viele interessante Leute mit spannenden Sichtweisen und Blickwinkeln. Die Woche war wirklich eine tolle Erfahrung.

Werbeplanung.at: Bei den Mobile Lions war eine österreichische Arbeit auf der Shortlist: ein mobiler Banner für die Henkel-Marke Patex von DDB Tribal. Zu einem Löwen hat es dann doch nicht gereicht. Warum?

Trikalitis: Das wir ein wirklich cooler Job, eine der spannendsten Rich-Media-Einreichungen, die ich hier und überhaupt je gesehen hab. Und die Arbeit wurde auch in der Jury stark diskutiert. Das Problem ist, dass bei den Mobile Lions kaum mobile Banner ausgezeichnet wurden. Die Jury war der Meinung, dass eher übergeordnete Konzepte für Mobile Marketing ausgezeichnet werden sollen, und keine Banner oder Rich-Media-Formate. Die Jury war der Ansicht, dass Mobile als Werbeform schon viel weiter ist und deshalb hat man davon Abstand genommen, Banner auszuzeichnen.

Werbeplanung.at: Das Projekt „Powersleep“ von Samsung Austria hat es bei den Mobile Lions leider nicht auf die Shortlist geschafft. Gibt’s einen Grund dafür?

Trikalitis: Die Arbeit ist auch stark diskutiert worden. Dann hat aber einer der Juroren gemeint, dass es etwas Ähnliches schon mal in einem anderen Land gegeben hat und damit war die Sache gegesssen.

Werbeplanung.at: Haben Sie die Nivea-Einreichung, die letztendlich den Grand Prix bei den Mobile Lions gewonnen hat, auch ganz vorne gesehen?

Trikalitis: Ja, auf jeden Fall. Von Anfang an. Da ist so viel Consumer Insight drin. Das ist so einfach und doch so stark. Beeindruckend.

Werbeplanung.at: Wenn Sie sich die anderen siegreichen Einreichungen vergegenwärtigen. Gibt es so etwas wie Trends im Mobile Marketing, die man beobachten konnte?

Trikalitis: Was wir hier unter den Einreichungen sehr oft hatten, waren Apps, die mit einem Produkt verbunden sind und etwas auslösen: etwa die Weck-Funktion, die mit einem Device verbunden ist, wo der Geruch nach Frühstücksspeck verströmt wird oder eine App mit der man vermeidet, dass das Popcorn im Mikrowellenherd anbrennt. Und wir hatten viele Apps, mit denen man seine sportlichen Aktivitäten messen kann – für Surfer, für Skateboarder, für Läufer und viele andere Sportarten. Und Emotion ist auch ein Trend: Wir hatten eine Tablet-App für den Hersteller von Schwimmwesten, wo man mitfühlt, wie es enden kann, wenn man keine Schwimmweste anhat. Real Life ist ein großer Trend – also nah am Leben der Consumer sein. Und natürlich waren Selfies in den Kampagnen heuer ein Trend.

Werbeplanung.at: Sie sind Gründerin von Out There Media und saßen für Österreich in der Jury der Mobile Lions. Ist das Unternehmen eigentlich noch in Österreich tätig?

Kerstin Trikalitis: Unser Headquarter ist in Wien und wir haben hier auch Project-Management-Ressourcen. Aber 90 Prozent unseres Geschäfts machen wir in Asien. 2010 haben wir in Asien in Singapur gestartet und haben dann auch unseren Roll-out in Manila, Kualpa Lumpur und Jakarta vollzogen. Wir sind also ein österreichisches Unternehmen mit Hauptfokus auf Asia Pacific. Und wir sind stolz, dass wir den Markteintritt als österreichisches Start-up in Asien so gut geschafft haben. Wir haben dort Wachstumsraten von 120 Prozent von 2012 auf 2013. Auch heuer werden wir im Vergleich zum Vorjahr um 120 bis 150 Prozent beim Umsatz zulegen.

Werbeplanung.at: Sind Sie da immer wieder mal vor Ort in Asien?

Trikalitis: Ja, obwohl wir dort natürlich ein großes Team haben. Aber ich persönlich bin auch immer wieder mal in den unterschiedlichen Märkten in Asien. Das Faszinierende in Asien ist ja, dass die in Mobile fließenden Budgets ungleich höher sind, als in Europa.

Werbeplanung.at: Wie viele Mitarbeiter hat Out There Media insgesamt und für welche Kunden arbeiten sie?

Trikalitis: Wir haben jetzt 40 Mitarbeiter weltweit, davon sind 25 in Asien. Unsere großen Kunden sind Unilever Asia Pacific, Procter & Gamble Asia Pacific, wir arbeiten mit Mindshare, JWT und Mediacom in der nämlichen Region. 

 

 

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